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Baufinanzierung: Darlehen wieder günstiger

Nachdem sich die Zinsen für Immobilienkredit im Oktober und November leicht aufwärts bewegten, sind sie zum Jahresende auf denselben Wert wie Ende 2017 abgesunken. Das zeigt des aktuelle Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB).

Laut Dr. Klein wird die Standardrate Ende 2019 wohl über dem jetzigen Betrag liegen.

Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender des Baufinanzierers Dr. Klein Privatkunden AG, berichtet anhand des DTB über aktuelle Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland:

So zahlten Immobilienkäufer [1] im Dezember für ein Darlehen in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung, 80 Prozent Beleihungsauslauf und zehn Jahren Zinsbindung 456 Euro.

Was bringt 2019?

Mit etwa minus 1,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat sei das der zweitniedrigste Wert des Jahres. Damit entspreche die Dezember-Standardrate dem Jahresdurchschnitt von 2017.

Wage man einen Blick in die Zukunft, werde die Standardrate 2019 mit aller Wahrscheinlichkeit über dem aktuellen Betrag liegen: Neumann geht davon aus, dass sich die Bauzinsen [2] weiter aufwärts entwickeln werden – jedoch nur moderat.

Seite zwei: Kredithöhe, Laufzeiten, Tilgung [3]

Die durchschnittliche Darlehenshöhe für Baukredite spiegele derzeit angespannte Immobilienmärkte und die Bereitschaft, für die eigenen vier Wände viel Geld auszugeben wieder: Im Dezember habe sie mit rund 233.000 Euro nur 1.000 Euro unter dem Rekordwert von Oktober und November gelegen.

Im Jahresdurchschnitt ergebe sich für 2018 eine gemittelte Kredithöhe für Baufinanzierung [4] von 222.000 Euro gegenüber etwa 200.000 Euro im Vorjahr und 191.000 Euro in 2016.

Solide Finanzierungslösungen bevorzugt

Allerdings investieren Darlehensnehmer [5] laut Neumann mit den hohen Krediten auch in solide Finanzierungslösungen: Ähnlich wie in den Vormonaten wählen sie lange Sollzinsbindungen von durchschnittlich 13 Jahren und zehn Monaten (zwei Monate weniger als im November).

Dazu falle ihre Wahl auf eine relativ hohe anfängliche Tilgung (2,79 Prozent: 0,02 Prozentpunkte mehr als im letzten Monat). Über das gesamte Jahr 2018 betrachtet ergebe sich eine durchschnittliche Tilgungshöhe von 2,82 Prozent, etwas weniger als 2017 (2,91 Prozent).

Seite drei: Weiter hoher Beleihungsauslauf [6]

Der Beleihungsauslauf bleibt Neumann zufolge auf knapp über 82 Prozent. Damit bringen Käufer und Bauherren [7] 18 Prozent des Immobilienwertes an Eigenkapital ein – zusätzlich zu den Erwerbsnebenkosten.

Diese können je nach Bundesland zehn bis 15 Prozent des Kaufpreises betragen. Im Jahresdurchschnitt betrage der Beleihungsauslauf damit 81,15 Prozent, 2017 waren es noch 78,95 Prozent.

Anschlussfinanzierer bleiben geduldig

Erstmals seit einem halben Jahr sei der Anteil an Forward-Darlehen wieder über die Neun-Prozent-Marke (9,26 Prozent) geklettert. Ob sich dieser Trend im neuen Jahr fortsetzen wird, bleibt jedoch abzuwarten, so Michael Neumann.

Anschlussfinanzierer werden aber die Zinsentwicklung im Blick behalten: Anders als Erstfinanzierer [8] haben sie einen größeren zeitlichen Spielraum und können sich mit Forwards die Zinsen zu einem günstigen Zeitpunkt festschreiben lassen.

Seite vier: Annuitätendarlehen verlieren Popularität [9]

Analog gehe die Nachfrage nach Annuitätendarlehen weiter zurück: um etwa einen Prozentpunkt auf 82,39 Prozent. Das sei zwar der geringste Wert des zweiten Halbjahres, jedoch seien die Bewegungen relativ gering und finden auf hohem Niveau statt.

KfW-Darlehen gewinnen Anteile

Zum Vergleich: Im Mittel habe der Anteil der Annuitätendarlehen ohne Bereitstellungszinsen 2017 nur 76,18 Prozent betragen, im Jahr 2018 seien es durchschnittlich 81,8 Prozent.

Weiter an Anteilen gewinnen die KfW-Darlehen [10], jedoch nur sehr gering (plus 0,25 Prozentpunkte auf 3,95 Prozent). Damit bleiben sie seit Mai unter vier Prozent. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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