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Berliner Mietendeckel: Immer mehr Eigentümer verkaufen ihre Wohnungen

Unruhe in der Hauptstadt: Am 22. Oktober 2019 hat der Berliner Senat beschlossen, die Mieten für Bestandsbauten vor 2014 für fünf Jahre einzufrieren. Das Gesetz soll bis Anfang 2020 vom Abgeordnetenhaus verabschiedet sein und rückwirkend ab 18. Juni 2019 gelten. Die Immobilienbranche ist außer sich: Die regionale Bauwirtschaft meldet schon jetzt Auftragseinbrüche, Investoren wenden sich von Berlin ab. Auch Makler beobachten erste Auswirkungen, wie der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler bestätigt.

Bricht der Berliner Wohnungsmarkt zusammen?

„Wir beobachten momentan einen deutlichen Anstieg der Verkaufsanfragen, vor allem in den attraktiven Berliner Bezirken wie Mitte, Prenzlauer Berg und Kreuzberg um fast 50 Prozent. Besonders große Wohnungen ab 100 Quadratmetern, die bisher hochpreisig vermietet werden konnten und kaum auf den Markt kamen, sind jetzt verstärkt dabei. Die Immobilienbesitzer sind nervös und wollen verkaufen, noch bevor der Mietendeckel beschlossene Sache ist. Vermietung in Berlin, so der einheitliche Tenor, rechnet sich mit Mietendeckel nicht mehr“, sagt Lukas Pieczonka, Gründer und Geschäftsführer von McMakler [1].

Bewegung ist vor allem bei den großen und luxuriösen Wohnungen in attraktiven Lagen zu spüren. „Warum liegt auf der Hand: Die absoluten Mieteinbußen sind bei großen Wohnungen dramatischer für den Cash Flow eines Eigentümers als bei kleineren Einheiten“, erklärt Pieczonka von McMakler. Und weiter: „Die Vermutung liegt nahe, dass Immobilienbesitzer kleiner Wohnungen mit geringer Miete die Situation besser abfedern können und querfinanzieren. Bei hohen Mieten ist das Risiko für den Immobilienbesitzer dagegen erheblich höher.“

Einige Eigentümer hätten wohl nicht in Berlin investiert, wenn sie gewusst hätten, dass der Senat einen Mietendeckel einführt. Jetzt sind viele verunsichert, und wollen ihre Wohnung(en) schnell noch abstoßen. Mehr bezahlbarer Wohnraum wird so nicht geschaffen. Im Gegenteil: Die Eigentumsquote steigt, weil das Mietangebot sinkt.

Foto: Shutterstock