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Crowdinvesting: Stellen Sie sich breit auf!

Immobilien stellen das wachstums- und volumenstärkste Crowdinvest-Segment 
in Deutschland dar. Mit den regulatorischen Vorgaben für Privatanleger haben sich die Anbieter zwar arrangiert, hätten aber auch nichts dagegen, wenn die Bundesregierung sie kippen würde. Teil Eins

Anleger sollten bei Crowdinvesting-Projekten vorsichtig agieren, die Konditionen genau prüfen und immer nur einen Teil ihres Kapitals investieren.

Es war ein fiktiver Versicherungsangestellter, der die Aufmerksamkeit der Deutschen zum ersten Mal auf die sogenannte “Schwarmfinanzierung” lenkte.

Schon seit Längerem hatten die Macher von “Stromberg”, der erfolgreichen ProSieben-Comedyserie über den Büroalltag in der fiktiven Capitol Versicherung [1], mit dem Gedanken gespielt, die Serie auch ins Kino zu bringen.

Im Jahr 2011 startete die Produktionsfirma Brainpool dann ein Investoren-Modell, mit dem den Fans der Serie die Möglichkeit gegeben wurde, sich an der Finanzierung des Films zu beteiligen.

Crowdinvesting hat sich etabliert

Insgesamt konnten sie Anteile im Gesamtwert von einer Million Euro erwerben. Nach nur einer Woche war das Geld vollständig eingesammelt.

Insgesamt beteiligten sich über 3.000 Investoren, die an den Erlösen aus der Kinoauswertung beteiligt wurden. Die mediale Aufmerksamkeit für das Investoren-Modell war enorm.

Rund sieben Jahre später haben sich Crowdfunding und Crowdinvesting [2] als Beteiligungsformen in Deutschland etabliert – Immobilien stellen dabei das wachstums- und volumenstärkste Crowdinvest-Segment dar.

Seite zwei: Anbieter rechnen mit weiterer Steigerung [3]

Konnte Immobilien-Crowdinvesting Ende 2017 ein kumuliertes Volumen von 360 Millionen Euro auf sich vereinen, waren es sechs Monate später bereits 480 Millionen Euro.

Auch 2019 startete stark: In den ersten Wochen wiesen allein die vier größten Plattformen Bergfürst, Exporo [4], Zinsland und Engel & Völkers Capital vollständig finanzierte Projekte deutscher Emittenten im Volumen von über 27 Millionen Euro aus. Die Anbieter rechnen mit einer weiteren Steigerung des Geschäfts.

“Im vergangenen Jahr haben digitale Immobilieninvestments weiter stark an Popularität gewonnen. Diese Entwicklung ist derzeit schon in vielen europäischen Ländern zu beobachten”, erklärt Simon Brunke, CEO von Exporo.

“Größter Innovationstreiber im Markt”

Auch in Deutschland werde dieser Trend vermutlich weiterhin ein spürbares Wachstum erleben, denn in Zeiten niedriger Zinsen seien viele Anleger auf der Suche nach neuen und intelligenten Investitionsmöglichkeiten mit attraktiven Renditen.

Aus Sicht von Marc Laubenheimer, Geschäftsführer von Engel & Völkers Capital, hat sich Crowdinvesting als neue Finanzierungsform abseits des Bankensystems etabliert.

“Die Crowdinvesting-Plattformen waren 2018 der größte Innovationstreiber im Immobilienmarkt [5]: Allein die sieben Immobilien-Crowdinvesting-Plattformen, die Mitglieder im Bundesverband Crowdfunding sind, sammelten 218 Millionen Euro von Privatanlegern ein.”

Seite drei: Beimischung zu bestehendem Portfolio [6]

Für 2019 erwartet er mindestens eine Verdopplung des Volumens – sowohl, was die eigenen Projekte betrifft als auch bezüglich des Gesamtmarkts.

Laut einer Studie des Online-Finanzierers Zinsland nutzen Anleger Immobilien-Crowdinvesting vor allem als Beimischung zu ihrem bestehenden Portfolio: Bei 60 Prozent der Befragten beträgt der Anteil des Crowdinvestings bis zu zehn Prozent, der durchschnittliche Anteil liegt bei 15 Prozent.

Über ein Drittel der Investoren (35 Prozent) plant, auch künftig eine breite Streuung beim Crowdinvesting vorzunehmen. Lediglich zwölf Prozent der befragten Anleger wollen sich auf wenige Projekte konzentrieren. Eine breite Streuung ist auf jeden Fall angeraten.

Kapital auf mehrere Projekte verteilen

“Wer Rendite in den Vordergrund stellt, muss ganz besonders darauf achten, dass er sein Portfolio diversifiziert, um Klumpenrisiken zu vermeiden”, rät Laubenheimer.

Immobilien-Crowdinvesting sei ein guter Renditebaustein für ein Anlageportfolio [7] – Anleger sollten sich allerdings auch innerhalb dieses Bereichs breit aufstellen.

“Das heißt zum einen, sie sollten ihr für Crowdinvesting zur Verfügung stehendes Kapital unbedingt auf mehrere, unterschiedliche Immobilien-Projekte verteilen”, so Laubenheimer.

Um höhere Rendite zu erzielen, sei es dabei auch sinnvoll, sich nicht ausschließlich auf die Top-Metropolregionen zu fokussieren, sondern auch Projekte in anderen wachstumsstarken Standorten mit ins Anlageportfolio einzubeziehen. (kb)

Foto: Shutterstock

 

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