17. Mai 2019, 07:56
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Klupp (Inter Real Estate): „Berlin muss Vorreiter werden.“

Das eigentliche Problem des Wohnungsmarktes in Berlin besteht nicht in der Vergangenheit, sondern die Gegenwart erzeugt weitere Probleme. Sascha Klupp, Vorstand der Inter Stadt- und Wohnungsbau Real Estate AG, sieht den Senat in der Pflicht. 

Berlin in Klupp (Inter Real Estate): „Berlin muss Vorreiter werden.“

Die grüne Lunge inmitten Berlins kann nicht über die Probleme am Horizont hinwegtäuschen. 

Mit 3,6 Millionen Einwohnern hat Berlin Ende 2018 eine weitere Höchstmarke bei der Einwohnerzahl erreicht – für den Zeitraum nach dem Krieg. Denn bis in die 40er-Jahre hinein verzeichnete Berlin bereits vier Millionen Bürger.

Nun ist die deutsche Hauptstadt dabei, wieder an den alten Bestwert anzuschließen: Seit 2011 kamen zwischen 40.000 und 60.000 Menschen pro Jahr nach Berlin, was sich auf 300.000 neue Einträge im Einwohnermelderegister summiert hat.

Derzeit sind es rund 20.000 Neubürger jährlich – doch nur für einen Teil von ihnen werden überhaupt Wohnungen fertiggestellt.

Behinderung statt Förderung beim Neubau

“Die Berliner Politik und Verwaltung hat nun die Chance zum Vorreiter zu werden, sodass neuer Wohnraum in erheblichem Maße geschaffen werden kann. Die Immobilienwirtschaft will bauen, es ist schließlich ihr Geschäftsmodell. Doch viele Vorhaben stocken aktuell:

Baugenehmigungen ziehen sich oft bis zu zwölf Monate hin und dringend benötigtes Bauland wird nur schleppend ausgewiesen. Vor allem die Bezirke müssen personell und finanziell unterstützt werden, um ihren Aufgaben professioneller und schneller nachkommen zu können als aktuell”, sagt Sascha Klupp, Vorstand der Inter Stadt- und Wohnungsbau Real Estate AG.

Sascha Klupp ist einer der führenden Experten auf dem deutschen Immobilienmarkt und hat sich unter anderem auf die Sanierung und Modernisierung von Wohnobjekten spezialisiert. Ein besonderer Schwerpunkt Klupps liegt in Berlin.

Senat muss Wachstumstreiber werden

Doch besonders beim Neubau und der völligen Neuentwicklung ganzer Gebiete sieht der Experte ebenfalls Potential, sodass sich der Senat hier als Wachstumstreiber für Wohnraum etablieren kann.

Vor allem bei der Bereitstellung und Baureifmachung von Grundstücken liege vieles im Argen. Die Baubranche stehe hier, wie zu allen anderen Problemfeldern, für den nötigen Dialog bereit – und so könne Berlin wieder zum Vorreiter werden.

Politik muss handeln Klupp hat alle Entwicklungsphasen des Immobilienmarktes nach der Wiedervereinigung miterlebt und kann daher wie kaum ein anderer Immobilienexperte in Berlin den Markt optimal einschätzen.

Mieten unter 10 Euro / Quadratmeter sind rechnerisch nicht möglich

Besonders die über die Jahre gestiegene Anzahl der Verordnungen im Bauwesen und die teuren Energie-, Dämm- und Entsorgungsgesetze sind mit die größten Kostenverursacher beim Bau.

“Kein Wunder, dass die Preise für Neuvermietungen gestiegen sind. Bei Vermietungen von Neubauten sind Mietpreise unter 10 Euro pro Quadratmeter allein rechnerisch gar nicht mehr möglich. Die Politik selbst kann hier jedoch am ehesten etwas für Kostendämpfung tun: Vorschriften entschlacken und mit der Baubranche gemeinsam an einem Strang ziehen”, so Klupp.

Auch künftig wird Wachstum erwartet

Der Berliner Immobilienmarkt wird weiter vom Zuzug profitieren Der Berliner Immobilienmarkt ist einer der vielfältigsten in Deutschland und ganz Europa. Mit seinen abwechslungsreichen Facetten und Bevölkerungsgruppen, historischen und modernen Gebäuden zieht Berlin ständig neue Menschen und Gewerbe an und befindet sich seit der Wiedervereinigung im steten Wandel.

“Dank des gesellschaftlichen Wandels in Berlin sind selbst frühere Problemviertel heute populäre Wohnadressen. Und vom Startup-Boom bis zum Brexit gibt es viele Faktoren, die die Einwohnerzahl weiter in die Höhe schnellen lassen”, so Sascha Klupp abschließend.

Der Vorstand der Inter Stadt- und Wohnungsbau Real Estate AG rechnet damit, dass Berlin als Wohnsitz und Standort für Unternehmen sogar noch beliebter wird. Dies sei ein Grund mehr für die Politik, ein paar Gänge hochzuschalten, sich mit der Branche zusammenzusetzen und so die Wohnungsnot zu lindern.

 

Foto: Shutterstock

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