11. September 2019, 13:30
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Pflegeplätze: Wer darf in Metropolen noch auf Unterbringung hoffen?

Der ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, ist bei einem Gespräch mit Jens Spahn MdB, dem Bundesminister für Gesundheit, über die dramatische Entwicklung im Bereich von Pflegeimmobilien auf offene Ohren gestoßen.

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„Aktuell besteht bereits eine Unterversorgung, die sich in den kommenden Jahren noch weiter verschärfen wird – insbesondere in den Metropolen, wo der Bedarf am stärksten steigt“, sagt Jan-Hendrik Jessen, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Gesundheitsimmobilien.

„Schon jetzt gibt es Wartelisten und ältere Menschen sind bereits vielfach gezwungen, entgegen ihren Wünschen ihr bisheriges Wohnumfeld zu verlassen, um einen Pflegeplatz in Anspruch zu nehmen.“

Musterbauordnung für Pflegeheime

Im Beisein von Jan-Hendrik Jessen, Susan Winter (stv. Vorsitzende des ZIA-Ausschusses Gesundheitsimmobilien) und Klaus-Peter Hesse (Sprecher der Geschäftsführer) hat sich der Minister mit großem Interesse die Lösungsansätze des Spitzenverbandes angehört.

Der ZIA sprach sich dafür aus, bei Maßnahmen der Bundesregierung wie der Konzertierten Aktion Pflege nicht nur den Menschen (als Pflegebedürftiger, Angehöriger oder Pflegender), sondern auch das Gebäude mitzudenken. „Wir setzen auf die Einführung einer bundesweit gültigen Musterbauordnung für Pflegeheime, gegebenenfalls im ersten Schritt über Länderallianzen“, so Winter.

‚Ambulantisierung‘ von stationären Pflegeeinrichtungen

Weitere Themen des Gesprächs waren die zunehmende ‚Ambulantisierung‘ von stationären Pflegeeinrichtungen. Denn hier zeige sich der Irrsinn der starren Sektorgrenzen, wenn Möglichkeiten geschaffen werden, eine Art „gaming the system“ zu betreiben.

„Dies führt in der Folge – bei geringerer Leistung – zu exorbitanten Kostensteigerungen in der ambulanten Pflege und einer Diskriminierung der stationären Pflege“, sagt Jessen. „Dies ist auch eine Folge der nicht zu Ende gedachten politischen Sichtweise ‚Ambulant vor Stationär‘. Das Credo muss daher lauten: ‚Ambulant und Stationär‘.“

“Unser Ansatz ist der Quartiersgedanke”

Mit seinem Ausschuss Gesundheitsimmobilien engagiert sich der ZIA stark bei der Bewältigung des baulichen Pflegenotstands. „Unser zentraler Ansatz ist dabei der Quartiersgedanke“, erklärt Hesse.

„Menschen möchten in ihrer gewohnten Umgebung – in Würde und Selbstbestimmtheit – alt werden. Die Immobilienwirtschaft versteht sich hierbei als Partner der Politik und steht mit ihr dazu in einem engen Dialog.“

Foto: Shutterstock

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