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Wohneigentum: Wo stiegen die Preise 2018 am stärksten?

Auch im nunmehr abgelaufenen Jahr 2018 haben die Immobilienpreise in vielen Regionen der Bundesrepublik wieder stark zugelegt. In welcher der 200 größten deutschen Städte der Anstieg am größten war, zeigt eine aktuelle Auswertung des Maklerunternehmens Homeday.

Halle (Saale): In kaum einer anderen Stadt stiegen die Preise für Häuser so stark wie in der Heimat Georg Friedrich Händels.

Demnach steigen die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen nicht nur in den sieben wichtigsten Immobilienmärkten – Berlin [1], Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf – zwischen 4,4 Prozent und 10,2 Prozent.

Auch in zahlreichen anderen Groß- und Mittelstädten sei ein ähnliches Bild zu sehen. Fast überall gewannen Immobilien im Verlauf des letzten Jahres weiter an Wert, so Homeday. In einzelnen Regionen liegen die ermittelten Zuwächse sogar deutlich über der Zehn-Prozent-Marke.

Zehn Millionen Angebotsdaten berücksichtigt

Grundlage der aktuellen Untersuchung sind die bundesweiten Marktpreisdaten aus dem interaktiven Homeday [2]-Preisatlas.

Dieser berücksichtigt in der Berechnung neben zehn Millionen konkreten Angebotsdaten der letzten fünf Jahre weitere 150 objektrelevante Merkmale.

Seite zwei: Größte Sprünge in Ostdeutschland [3]

Die Experten von Homeday verzeichnen die größten Preissprünge bei Häusern in Görlitz, Halle (Saale) und Greifswald. Hier kletterten die Preise für die eigenen vier Wände zwischen Januar und Dezember 2018 zwischen 14,1 und 19,4 Prozent.

Eine ähnlich hohe Dynamik zeigt sich auch in Kempten (Allgäu), Heilbronn, Leipzig, Baden-Baden, Neuss und Ratingen mit Anstiegen zwischen elf und 12,9 Prozent.

Die Top-Sieben-Städte – mit Ausnahme Berlins [4] – liegen mit Zuwächsen zwischen 4,7 Prozent in Hamburg und 7,4 Prozent in München im Mittelfeld. Mit einem Jahresplus von 10,2 Prozent gehört die Bundeshauptstadt hingegen zur erweiterten Spitzengruppe.

Sehr unterschiedliche Teuerungsraten

Auffällig: Insgesamt entwickelten sich die Teuereungsraten im Bereich der Eigentumswohnungen sehr unterschiedlich. Während die Preise in jeder zweiten Stadt um sechs Prozent oder mehr zulegten, betrug der Anstieg in einem Fünftel der Fälle weniger als drei Prozent.

Mit Eschweiler, Cottbus und Halle [5] (minus 0,8 Prozent bis 1,4 Prozent) verzeichneten lediglich drei Städte einen leichten Preisrückgang.

Seite drei: Wo gibt es die teuersten Eigentumswohnungen? [6]

Mit durchschnittlichen Kosten von 7.110 Euro beziehungsweise 4.830 Euro je Quadratmeter werden die teuersten Eigentumswohnungen derzeit in München und Frankfurt am Main [7] angeboten.

Auch in Konstanz (4.440 Euro pro Quadratmeter) und Freiburg (4.220 Euro pro Quadratmeter) erzielen Verkäufer aktuell Höchstpreise.

Mit Ingolstadt, Regensburg, Rosenheim, Tübingen, Landshut, Erlangen und Heidelberg (3.450 bis 3.980 Euro pro Quadratmeter) liegen weitere süddeutsche Städte auf dem Niveau der großen Metropolen.

Hessen bei Häusern vorn

Insbesondere in Rüsselsheim am Main und in Hanau legten die Hauspreise kräftig zu. Mit Preissteigerungen von mehr als 14 Prozent führen die beiden hessischen Städte den Vergleich an.

Deutlich mehr Geld [8] als im Vorjahr verlangten Verkäufer auch in Peine, Herford, Dormagen, Flensburg, Bad Oeynhausen, Worms, Kempten (Allgäu) und Potsdam (10,2 bis 12,3 Prozent).

Wie bei den Eigentumswohnungen liegen die Top-Sieben-Städte mit Steigerungsraten zwischen 4,4 Prozent in Köln und acht Prozent in Hamburg im Mittelfeld.

Seite vier: Hauspreise gehen weniger weit auseinander [9]

Insgesamt gehen die Entwicklungen der lokalen Hauspreise nicht soweit auseinander wie bei den Eigentumswohnungen [10]. So bewegt sich der Preisanstieg in knapp der Hälfte der untersuchten Städte in einem Bereich zwischen drei und sechs Prozent.

In fünf Prozent der Städte, vorrangig aus Nordrhein-Westfalen und den ostdeutschen Bundesländern, sanken die Hauspreise sogar leicht um 0,8 bis 2,7 Prozent, darunter in Euskirchen, Cottbus, Jena, Schwerin und Weimar.

Hausverkauf in Bayern bringt am meisten

Auch mit Blick auf den Hausverkauf erhalten Eigentümer in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Hessen das meiste Geld für ihre Immobilie [11].

Neben München (7.060 Euro pro Quadratmeter) nehmen hier Konstanz, Bad Homburg von der Höhe, Stuttgart, Ingolstadt, Frankfurt am Main, Rosenheim und Freiburg (3.960 bis 4.840 Euro pro Quadratmeter) die vorderen Plätze ein.

Seite fünf: Keine Abkühlung zu erwarten [12]

“Eine schnelle Abkühlung des Immobilienmarktes zeichnet sich bislang nicht ab”, erklärt Steffen Wicker, Gründer und Geschäftsführer von Homeday.

“Weiterhin günstige Bauzinsen, eine starke Nachfrage und die zunehmende Verknappung an verfügbarem Wohnraum werden vielerorts auch die zukünftige Preisentwicklung bestimmen.”

Preisschere öffnet sich weiter

Hinzu komme auch das neue Baukindergeld [13], welches Käufern einen größeren finanziellen Spielraum beim Immobilienerwerb ermögliche.

“Insgesamt wird die Preisschere zwischen attraktiven Standorten und ländlichen Regionen mit schlechter infrastruktureller Anbindung aber weiter auseinander gehen”, so der Immobilien-Experte. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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