21. Januar 2019, 14:15
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Wüstenrot Immobilien: Vermittlungsrekord und Absage an das Bestellerprinzip

Die WI spricht sich gegen das Gesetzesvorhaben des Bestellerprinzips beim Wohnimmobilienkauf aus, durch das der Wohnungsmarkt belebt werden soll. Bestellerprinzip heißt in diesem Zusammenhang, dass derjenige, der den Makler beauftragt, auch die Provision zahlen soll. Hauptursachen für die schlechte Marktsituation sind vielmehr die zu geringe Bautätigkeit, fehlende Baugrundstücke und stetig steigende Baupreise, die zum Wohnungsmangel und zu überhöhten Preisen führen. Seit 2010 konnte in acht aufeinanderfolgenden Jahren die Bedarfsuntergrenze von 350.000 neuen Wohnungen jährlich nicht erreicht werden. Gemessen daran, hat sich ein Versorgungsstau von rund einer Million fehlenden Wohnungen gebildet.

Kritisch muss auch der Umgang mit der Grunderwerbsteuer gesehen werden. Seit der Föderalismusreform 2006 haben die Länder die Möglichkeit, die Höhe der Grunderwerbsteuer selbst zu bestimmen. Davon wurde mit 26 Erhöhungen deutlich Gebrauch gemacht. Seither sind rund 100 Milliarden Grunderwerbsteuereinnahmen geflossen, die jedoch bislang zu wenig in die Wohneigentumsförderung investiert wurden.

Full-Service-Paket durch den Makler

Für die Zahlung der Grunderwerbsteuer bekommen die Käufer vom Staat keinen Gegenwert. Wenn sie aus beruflichen oder privaten Gründen in eine andere Wohnung oder ein anderes Haus ziehen, wird es zudem äußerst teuer. Anders sieht es bei der Maklerprovision aus. Hier erhalten Kaufinteressenten nicht nur eine Kaufgelegenheit, sondern ein Full-Service-Paket mit unter anderem Immobilienbewertung, Besichtigungen, Kaufverhandlungen und Erläuterungen von Vertragswerken, das aber nur im Erfolgsfall zahlbar ist. Auf viele Fragen, die bei einer Kaufprüfung auftauchen, hat der Makler bereits Antworten und Lösungen parat.

“Solange nicht deutlich mehr gebaut wird, damit sich der Versorgungsstau auflöst, wird sich an der jetzigen Situation nichts ändern. Die Preise steigen weiter und mit Blick auf die Maklerdiskussion sollte man sich vor Augen führen, dass mehr als die Hälfte aller Wohnimmobilien ohne Maklereinschaltung den Besitzer wechseln. Verbraucherfreundlich ist das Kauf-Bestellerprinzip im Weiteren auch deshalb nicht, weil die Kaufinteressenten keinen Zugang mehr zum Full-Service-Paket der Makler hätten und auf eigene Kosten Fachleute wie Gutachter oder Rechtsanwälte bestellen müssten. Obendrein werden die Verkäufer, die den Makler bestellen sollen, die Provision in den Verkaufspreis einkalkulieren”, fasst Dörner zusammen. (fm)

Foto: W&W

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2 Kommentare

  1. Ich sehe das ähnlich. Sicherlich schafft ein guter Makler einen Mehrwert. Überwiegend und auf Grund von Eigeninteressen (Provision) jedoch für den Verkäufer. Die Provision dann unter weitgehendem Ausschluss von Haftung vom Käufer zu verlangen ist nicht mehr zeitgemäß. Deshalb Bestellerprinzip; was auch die irrwitzigen Provisionsätze in angemessene Regionen drücken dürfte.

    Kommentar von Marcel — 29. Januar 2019 @ 21:15

  2. Makler und Immobilieneigentümer nutzen den Immobilienboom aus während
    Immobilienkäufer das Nachsehen haben – das Bestellerprinzip ist überfällig!

    Da bei einem Immobilienkauf die Nebenkosten prozentual vom Kaufpreis abhängen, profitieren von den seit Jahren steigenden Immobilienpreisen vor allem Immobilieneigentümer und Immobilienmakler welche die Marktsituation ausnutzen.
    Käufer müssen eine Leistung bezahlen auf die Sie keinen Einfluss haben.
    Die Maklerprovision macht einen erheblichen Anteil der Erwerbsnebenkosten aus. Der Kauf einer Immobilie scheitert heute oft schon an den Ersparnissen welche von der Bank als Eigenkapital gefordert werden um die Erwerbsnebenkosten zu bezahlen.
    Makler sowie Lobbyisten aus der Immobilienbranche werden nicht müde das Bestellerprinzip in ein negatives Licht zu rücken bzw. Nachteile aufzeigen zu wollen welche keine sind.
    Es bleibt zu hoffen, dass sich die Politiker nicht beeinflussen lassen und das Bestellerprinzip auch beim Immobilienkauf baldmöglichst in Kraft tritt. In anderen EU Ländern wie z.B. Frankreich, Niederlande etc. ist dies längst Standard.

    Folgende haltlosen Argumente werden von Immobilienmaklern und deren Lobbyisten im Internet und sonstigen Medien gegen das Bestellerprinzip gestreut:

    Arg.1: Beim Immobilienkauf verlöre der Immobilienkäufer schlagartig den Makler als unabhängigen Berater, Dienstleister und markt- und sachkundigen Vertreter seiner Interessen, während der Verkäufer als Besteller einen zukünftig nur noch allein seine Interessen vertretenden Vertriebler gewinnt.

    Spätestens mit dem Beginn der Nullzinspolitik befindet sich die Immobilienbranche ausschließlich im Verkäufermarkt. Dies bedeutet, dass aufgrund des nur noch stark begrenzten Immobilienangebots unter Maklern ein Kampf um verkaufswillige Eigentümer ausgebrochen ist.
    Selbstverständlich hat auch speziell aufgrund der aktuellen Marktsituation nur der Verkäufer Einfluss auf den Makler.
    Welche Details zwischen Verkäufer und Makler tatsächlich vereinbart werden wird der Käufer letztendlich nie erfahren.
    Der Arbeitsaufwand beim Verkauf einer Immobilie hat sich für Makler in den letzten 30 Jahren nicht verändert, die Provisionen sind aufgrund der stark gestiegenen Verkaufspreise in die Höhe geschossen. Die Höhe der Maklerprovision hängt direkt mit dem Verkaufspreis zusammen. Ein Makler ist selbstverständlich immer daran interessiert, einen möglichst hohen Verkaufspreis zu erzielen.
    Ein Immobilienmakler in Bezug auf den Käufer einer Immobilie als Berater zu sehen, ist doch sehr fragwürdig. Sollten nach einem Immobilienkauf z.B. versteckte Mängel zum Vorschein kommen, ist der Käufer gegenüber dem Makler in der Beweispflicht.
    Dies bedeutet u.a. der Käufer muss auf eigenen Kosten externe Gutachter sowie einen Rechtanwalt einschalten.
    Aus diesem Grund greifen schon heute viele Käufer, vor dem Kauf, auf externe und somit unabhängige Gutachter und somit Berater zurück.

    Die Möglichkeit für Käufer auf Berater zurückzugreifen bleibt bei einem Bestellerprinzip unverändert bestehen. Hinzu kommt, dass der Käufer dann in der Lage ist, Umfang und Art der Beraterleistung zu verhandeln. Man bezahlt nur die Kosten welche tatsächlich anfallen.

    Arg.2: Außerdem wird befürchtet, dass Verkäufer ihre Immobilie ohne ausreichende Fachkenntnisse auf eigene Faust verkaufen.

    Für den Verkäufer besteht weiterhin die Möglichkeit auf Immobilienmakler oder die Leistung sonstiger Dienstleister zurückzugreifen, wenn dies gewünscht wird. Das Resultat wird sein, dass sich bei den Immobilienmaklern die Spreu vom Weizen trennt. Dies bedeutet, seriöse Dienstleister werden sich durchsetzen unseriöse verschwinden vom Markt. Die Dienstleistung wird transparenter und nachvollziehbarer als es bisher ist. Es entsteht ein Wettbewerbsdruck auf die Immobilienmakler was wiederum zur Folge hat, dass die Qualifikation und somit auch die Qualität der Dienstleistung steigt. Ein echter Wettbewerb entsteht wovon der Kunde aufgrund fallender Kosten profitieren wird.

    Arg.3: Es ist damit zu rechnen, dass Makler mit den Verkäufern vereinbaren, die Provision auf den Kaufpreis aufzuschlagen.

    Eigentümer wie auch Immobilienmakler werden unabhängig vom Bestellerprinzip, immer den am Markt höchst möglichen zu erzielenden Verkaufspreis aufrufen. Die Nebenkosten kommen in der aktuellen Situation nur noch obendrauf.

    Arg.4: Das Bestellerprinzip konnte bereits in breiten Mietkreisen keine Verbesserung des Wohnraumstandards, keinen Mietstillstand und erst recht kein vermehrtes erschwingliches Wohnungsangebot bringen.

    Für Mietwohnungen wurde das Bestellerprinzip 2015 eingeführt. Gegenüber aller Unkenrufe hat es sich schnell bewährt. Viele Makler mussten ihre Courtage senken, weil Vermieter nicht bereit waren diese bisher überzogenen Preise zu bezahlen.
    Das Bestellerprinzip ist nicht dafür gedacht um das Wohnungsangebot bzw. den Wohnraumstandard zu erhöhen. Ziel ist, Immobilienkäufer zu entlasten und deren Position zu stärken.
    Die Rechtsgrundlage auf der sich die Makler berufen wurde vor über 100 Jahren im BGB niedergeschrieben und bis heute nie verändert oder angepasst, es ist daher an der Zeit.

    Arg.5: Die Einführung des Bestellerprinzips könnte zu einer finanziellen Mehrbelastung führen, da Käufer aufgrund der höheren Kaufpreise letztlich auch mehr Grunderwerbsteuer zahlen müssten. Statt das Bestellerprinzip auszuweiten, wäre es sinnvoller, die Grunderwerbsteuer zu senken.

    Selbst dann würde der Kunde günstiger wegkommen.
    Unabhängige Experten sagen jedoch voraus, dass die Provisionssätze beim Immobilienkauf durch das Bestellerprinzip, wie auch zuvor beim Mietwohnungsmarkt, stark sinken werden.
    Unabhängig davon das Bestellerprinzip auszuweiten, spricht nichts dagegen, zukünftig auch über die Grunderwerbsteuer nachzudenken bzw. diese zu senken.

    Das Bestellerprinzip sagt nichts anders aus als, dass derjenige der die Vermarktungsleistung bestellt, diese auch bezahlt.

    Fazit: Einige Immobilienmakler haben vor lauter Gier ihr eigenes Grab geschaufelt und sind nun überrascht, wenn sie darin begraben werden!

    Siehe auch: https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article184884410/Makler-nutzen-den-Immobilienboom-aus.html

    Kommentar von Hans — 28. Januar 2019 @ 11:18

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