19. Mai 2020, 09:53
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Baufinanzierungen in Corona-Zeiten: Höhere Standardrate, mehr Eigenkapital

Der April war der Monat mit den größten Beschränkungen durch Corona und damit weitreichenden Unsicherheiten. Die Baufinanzierungen zeigen für diesen Zeitraum eine höhere Standardrate und einen geringeren Beleihungsauslauf – also anteilig einen höheren Eigenkapitaleinsatz.

Baufinanzierung in Baufinanzierungen in Corona-Zeiten: Höhere Standardrate, mehr Eigenkapital

Im April steigt die Standardrate – ein Vergleichswert, den Dr. Klein für Baufinanzierungen über 150.000 Euro, zwei Prozent Tilgung, 80 Prozent Beleihungsauslauf und zehn Jahren Zinsbindung ermittelt – auf 396 Euro deutlich an. Allerdings bleibt sie auf einem sehr niedrigen Niveau: Bis Mitte letzten Jahres betrug sie durchgängig über 400 Euro.

Die Standardrate spiegelt die im Zuge der Corona-Pandemie ebenfalls leicht gestiegenen Zinsen für Immobilienkredite wider. Mit zunehmender Verschuldung Deutschlands, die die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abpuffern soll, ist eine weitere Aufwärtsbewegung möglich – allerdings in überschaubaren Rahmen und nicht kontinuierlich.

Beleihungsauslauf sinkt weiter, Darlehenshöhe geht zurück

Der Trend zu mehr Eigenkapital in der Finanzierung hält auch in Corona-Zeiten an: Zum vierten Mal in Folge sinkt der monatliche durchschnittliche Beleihungsauslauf. Mit 82,61 Prozent liegt der Wert knapp 0,2 Prozentpunkte unter dem im März.

Die durchschnittliche Darlehenssumme klettert vorerst nicht weiter in die Höhe: Sie geht um 2.000 auf rund 273.000 Euro zurück und entspricht damit dem Finanzierungsbedarf im Februar.  

Tilgung und Zinsbindung annähernd auf Vormonatsniveau

Gerade zu Niedrigzinszeiten ist eine hohe Anfangstilgung empfehlenswert, um die Gesamtlaufzeit des Kredits zu verringern. Im April wählen Kreditnehmer im Durchschnitt eine Tilgung von 2,89 Prozent, eine nur geringfügig niedrige Höhe als im Vormonat (2,92 Prozent).

Im Vergleich zum März geht die Zinsbindung um zwei Monate zurück, sie bleibt mit rund 14 Jahren aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Damit verschaffen sich Immobilienkäufer eine sehr lange Planungssicherheit und minimieren ihr Risiko bei steigenden Zinsen für die Anschlussfinanzierung: Weil nach 14 Jahren ein größerer Anteil des Kredits getilgt ist als nach einer kürzeren Festlegung, ist für den Folgekredit nur noch eine kleinere Summe nötig.

Forward-Darlehen legen weiter zu

Aufgrund der Corona-Krise sind die Zinsen für Baukredite in den letzten Wochen verhältnismäßig stark geschwankt. Bei zunehmender Volatilität reagieren Kreditnehmer mittlerweile sehr zügig und sichern sich die Zinsen für ein zukünftiges Darlehen. Entsprechend ist die Nachfrage nach Forward-Darlehen zuletzt stark angestiegen und der April-Wert liegt mit acht Prozent noch einmal leicht über dem Anteil im März. Aber auch Annuitätendarlehen gewinnen wieder an Boden und machen aktuell 81,2 Prozent des Gesamtvolumens der Baufinanzierungen aus.

Die Zunahme der KfW-Kredite in den letzten Monaten ist im April leicht gebremst. Ihr Anteil geht von zuletzt 7,85 auf 7,23 Prozent zurück.

Foto: Shutterstock

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