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Bauzinsen lassen historisches Tief hinter sich

EZB und Fed ergriffen zuletzt nur ergänzende geldpolitische Maßnahmen und verwiesen auf weitere politische Unterstützung. Die Zinsen für Baufinanzierungen sind im April leicht gestiegen, bleiben aber auf einem sehr niedrigen Niveau.

Jörg Haffner, Qualitypool

Die EZB hat ihr Anleihenkaufprogramm PEPP zuletzt nicht aufgestockt und damit zumindest einen Teil des Marktes enttäuscht. Sie erleichterte jedoch die Bedingungen für gezielte längerfristige Kredite der Banken. Jörg Haffner, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH, ergänzt: „Die EZB führt mit PELTROs (Pandemic Emergency Longer-Term Refinancing Operations) zusätzliche Krisenkredite ein und hat außerdem versichert, dass das Anleihenkaufprogramm bei Bedarf jederzeit weiter aufgestockt werden kann. Womöglich werden noch drastischere Maßnahmen, etwa der Ankauf von Anleihen mit minderwertigem Status, nötig sein, um mit dem unvermeidlichen Einbruch der Wirtschaftsleistung in der Eurozone fertigzuwerden.“

Fed: Vorerst geldpolitische Zurückhaltung

Auch die Fed hielt sich zurück und ergriff Ende April keine weiteren Maßnahmen. Fed-Chef Poweil unterstrich aber, dass die US-Notenbank bereit sei, wenn nötig die gesamte Bandbreite der geldpolitischen Instrumente einzusetzen. Im Nachgang erweiterte die Fed das Kreditprogramm zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen. „Sowohl die EZB als auch die Fed machten deutlich, dass sie zu mehr bereit sind, im nächsten Schritt aber politische Hilfsmaßnahmen erwarten“, berichtet der Qualitypool-Geschäftsführer.

Bestzinsen für Baufinanzierungen – aktuelle Entwicklung und Ausblick

Die Bestzinsen für Baufinanzierungen haben ihr historisches Tief vorerst hinter sich gelassen. Bei den Krediten mit 10-jährigen Zinsbindungen stiegen Ende April leicht von 0,41 auf 0,48 Prozent und tendieren seitdem seitwärts. Parallel dazu stiegen die 15-jährigen Zinsbindungen von 0,81 auf 0,88 Prozent.

„EZB und Fed haben es, unterstützt von den bereits erfolgten politischen Maßnahmen, wieder einmal geschafft, die Märkte zu beruhigen. Pfandbriefe und Bundesanleihen haben sich vorerst stabilisiert, die Bauzinsen sind diesem Trend gefolgt. Für Finanzierungskunden ist das kein Beinbruch, das Zinsniveau wird trotzdem auf absehbare Zeit sehr niedrig bleiben. Angesichts der tiefgreifenden Auswirkungen der Corona-Krise fehlt aktuell jegliche Perspektive für einen nachhaltigen Aufwärtstrend – eine Erholung der Konjunktur und Zinserhöhungen der Notenbanken sind nicht absehbar”, so Haffner.

Fotos: Qualitypool, Shutterstock