17. Juli 2020, 07:17
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Bauzinsen starten Seitwärtstrend auf sehr günstigem Niveau

Die EZB beschließt keine neuen Maßnahmen, die Fed fordert mehr Unterstützung von politischer Seite und denkt über weitere eigene Maßnahmen nach. Die Baufinanzierungszinsen tendieren derweil seitwärts.

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Jörg Haffner, Qualitypool

Auf ihrer heutigen Sitzung beschloss die Europäische Zentralbank keine neuen geldpolitischen Maßnahmen. Die EZB setzt vorerst darauf, dass die Höhe der laufenden Hilfsmittel, insbesondere des Anleihenkaufprogramms PEPP, ausreicht. „Die EZB hat zuletzt von einigen Wirtschaftsdaten Rückendeckung für diese Entscheidung erhalten“, bewertet Jörg Haffner, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH. „Die Verbraucherpreise stiegen im Juni leicht von 0,1 auf 0,3%, der Einkaufsmanager-Index von IHS Markit verbesserte sich von 31,9 auf 48,5 Zähler. Der EZB-Rat gab aber auch bekannt, dass die Risiken für die Konjunkturprognosen weiter abwärtsgerichtet sind. Die Leitzinsen werden unverändert bleiben, bis sich die Inflation wieder an das gewünschte Niveau von knapp unter 2,0 Prozent angenähert hat. Man wird sehr genau auf die Entwicklung der Kerninflation achten, und die Anleihenkäufe sollen erst kurz vor einer Erhöhung des Leitzinses beendet werden. Ein solches Szenario ist vorerst nicht absehbar.“

Fed: In Vorbereitung weiterer Hilfsmaßnahmen?

Der US-Notenbank fällt es derzeit schwer, eine verlässliche Prognose für die Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft abzugeben. Fed-Chef Jerome Powell ging in seinen Anhörungen vor dem Senat und dem Kongress davon aus, dass weitere Hilfsmaßnahmen von politischer Seite und der Fed selbst nötig werden, um die Konjunktur anzutreiben. „Dafür spricht unter anderem, dass die Amerikaner seit Beginn der Corona-Krise deutlich mehr sparen. Der geringere Konsum wirkt sich entsprechend negativ auf die Wirtschaft aus“, analysiert Haffner. „Die Arbeitslosenzahlen sinken zwar inzwischen wieder. Ende Juli laufen aber die erweiterten Arbeitslosengelder aus und erschweren die Situation für diejenigen, die noch keinen neuen Job gefunden haben.“

Bestzinsen für Baufinanzierungen – aktuelle Entwicklung und Ausblick

Die Bestzinsen für Baufinanzierungen behielten ihren Kurs vorerst bei. Die 10-jährigen Zinsbindungen verharrten bei 0,46%, die 15-jährigen bei 0,73%. „Im operativen Geschäft erleben wir noch niedrigere Zinssätze, in Einzelfällen aktuell 0,6% für 20 Jahre“, kommentiert der Qualitypool-Geschäftsführer. „Die Zinsen befinden sich nur minimal über dem historischen Tief, das sie im März markiert hatten. Der Seitwärtstrend verschafft Finanzierungskunden die Möglichkeit, sich sehr gute Konditionen für Anschlussfinanzierungen zu sichern – gegebenenfalls auch für bis zu 60 Monate im Voraus in Form eines Forward-Darlehens. Kurzfristig kann es in den nächsten Monaten kleinere Trendwechsel auf dem Anleihen- und Zinsmarkt geben. Beispielsweise dann, wenn weitere US-Hilfsprogramme von Kongress und Fed bekannt gegeben werden.“

Foto: Qualitypool

 

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