3. Juli 2020, 09:35
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Bauzinsen zuletzt wieder leicht rückläufig

Die EZB hat ihr Anleihenkaufprogramm ausgeweitet, die Fed will die Leitzinsen für Jahre niedrig halten. Die Bestzinsen für Baufinanzierungen entwickelten sich bis Anfang Juni zunächst seitwärts, bevor Mitte des Monats ein leichter Abwärtstrend einsetzte.

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Jörg Haffner, Geschäftsführer von Qualitypool

Die EZB hat ihre Anleihenkäufe zuletzt um 600 Milliarden Euro auf insgesamt 1,35 Billionen Euro ausgeweitet. Die Laufzeit des Anleihenkaufprogramms PEPP wurde um ein halbes Jahr bis Ende Juni 2021 verlängert. „Dass die EZB das Kaufprogramm aufstockt, war im Vorfeld so erwartet worden. Christine Lagarde hatte angedeutet, dass es auf einen Umfang von über einer Billion ausgedehnt werden könnte“, kommentiert Jörg Haffner, Geschäftsführer der Qualitypool GmbH, die Entscheidung.

„Zu den schmerzhaften Auswirkungen der Corona-Krise gehört auch ein deutlicher Einbruch der Verbraucherpreise. Im Mai lag die Inflationsrate für die Eurozone bei nur noch 0,1%. Vor allem die gesunkenen Energiepreise sorgten für den Rückgang. Zuletzt häuften sich die Anzeichen, dass der vorläufige Tiefpunkt der Verbraucherpreise erreicht wurde.“  

Fed: Zinsen bleiben bis 2022 niedrig

Die US-Notenbank unternahm im Rahmen ihres jüngsten Zinsentscheids keine neuen geldpolitischen Maßnahmen. Gemäß der Zinsprognosen der Fed wird der Leitzins in den nächsten zwei Jahren unverändert niedrig bleiben. Jörg Haffner ergänzt: „Die ebenfalls veröffentlichten Konjunkturprognosen der Fed verdeutlichen, dass die US-Wirtschaft einige Zeit brauchen wird, um wieder auf Kurs zu kommen. Für 2020 rechnet sie mit einem Rückgang von 6,5% des Bruttoinlandprodukts. Erst 2021 soll das BIP wieder um 5,0% zulegen.“

Bestzinsen für Baufinanzierungen – aktuelle Entwicklung und Ausblick

Die Bestzinsen für Baufinanzierungen entwickelten sich im Zeitraum von Anfang Mai bis Anfang Juni seitwärts. Die 10-jährigen Zinsbindungen verharrten bei 0,48%, die 15-jährigen bei 0,88%. Danach kam zuerst Bewegung in die 15-jährigen Zinsbindungen, die bis Mitte Juni leicht auf 0,73% sanken. Die 10-jährigen Zinsbindungen gingen in der Folge auf 0,46% zurück. Zuvor hatten sich bereits die Renditen der 10-jährigen Bundesanleihen rückläufig entwickelt.

Jörg Haffner dazu: „Die Stabilisierung der Anleihen- und Zinsmarkte hatte signalisiert, dass die Maßnahmen von Politik und Notenbanken weiterhin greifen und der Kurs stimmt. Der jüngste Fed-Entscheid, der wie erwartet ausfiel, sorgte trotzdem für Enttäuschung. Grund dafür waren keine geldpolitischen Maßnahmen, sondern die vergleichsweise pessimistischen Konjunkturprognosen der US-Notenbank. Letzte Hoffnungen auf eine schnelle, v-förmige Erholung der US-amerikanischen Wirtschaft lösten sich damit in Luft auf. Auch die Prognosen für die deutsche Wirtschaft wurden zuletzt nach unten korrigiert. Der Immobilienmarkt überzeugt aber, nach Rückgängen zu Beginn der Krise, mit einer wiedererstarkten, stabilen Nachfrage, und die Preise steigen ungebrochen weiter. Auf absehbare Zeit erwarten wir auch keinesfalls deutlichere Bewegungen der Baufinanzierungszinsen, sie werden weiterhin nahe ihres historischen Tiefstands tendieren. Diese Faktoren sprechen aktuell für ein positives Marktumfeld für Immobilienkäufer.“

Foto: Qualitypool

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