22. September 2020, 15:25
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Corona-Pandemie rückt Immobilienverrentung in den Fokus

Nach bald einem halben Jahr Corona ziehen Senioren zumindest für Immobilien eine positive Bilanz: Das zeigt eine aktuelle Studie der DEGIV, Gesellschaft für Immobilienverrentung, unter 1.067 Immobilieneigentümern und Mietern im Rentenalter.

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Immobilienverrentung kommt für immer mehr Senioren in Frage

So geben 54 Prozent der Befragten an, dass der Wert ihrer Immobilien jetzt schon gestiegen sei oder mittelfristig steigen wird, knapp 70 Prozent erwarten weiterhin stabile Marktpreise. „Auch wenn sich die Pandemie auf viele Lebensbereiche nachteilig auswirkt, fühlen sich die meisten Ruheständler mit Immobilieneigentum gut abgesichert“, erklärt Özgün Imren, geschäftsführender Gesellschafter der DEGIV.

Wertzuwachs seit Corona kompensiert Abschlag bei Verrentung deutlich

Was die Wertstabilität ihrer Immobilien angeht, sind Senioren sehr positiv gestimmt (68 Prozent) und erwarten weiter stabile Marktpreise. 54 Prozent sind der Meinung, dass der Wert ihrer Immobilie seit Corona bereits gestiegen ist oder noch steigen wird. Laut DEGIV wirkt sich dies positiv auf Themen wie Immobilienverrentung aus. „Bei der Verrentung verkaufen Eigentümer ihr Objekt mit einem kleinen Abschlag, und erhalten im Gegenzug ein lebenslanges Wohnrecht. Durch die gestiegenen Preise erhöht sich damit de facto der mögliche Verkaufserlöserlös“, sagt Imren. Wie eine aktuelle Studie des Analysehauses Empirica zeigt, sind die Kaufpreise für hochwertige Immobilien in deutschen Großstädten mit Ausnahme von Frankfurt am Main auch während der Coronakrise gestiegen.

Rentner aufgeschlossen gegenüber Immobilienverrentung

Entsprechend aufgeschlossen zeigen sich viele Rentner mit Immobilieneigentum gegenüber neuen Möglichkeiten, sich für ihr Alter abzusichern. So steigt laut DEGIV das Interesse an alternativen Arten der Altersvorsorge wie der Immobilienverrentung. Bereits vor Corona haben sich 15 Prozent der befragten Eigentümer über die Vorteile einer Immobilienverrentung informiert. Weitere neun Prozent denken seit der Krise verstärkt darüber nach, wie sie ihr Vermögen, das meist in der selbst bewohnten Immobilie gebunden ist, für eine sichere Zukunft einsetzen können. Imren: „Der Zeitpunkt für Immobilienverrentung ist aktuell günstig. Senioren können mit sehr guten Verkaufserlösen rechnen.“

Die Offenheit für Neues bei den befragten Senioren zeigt sich auch an der großen Zahl derer, die neue Möglichkeiten wie zum Beispiel Video-Chat-Beratung bei Immobilien- und Vorsorgefragen als gut empfinden –  laut der Umfrage  ist es jeder dritte Rentner. 41 Prozent nutzen immer häufiger virtuelle Kanäle über Smartphone, Tablet oder Computer zur Interaktion mit Freunden oder für Beratungsgespräche.

Unsicherheit wegen Corona: Immobilienbesitzer stehen besser da

Die durch Corona hervorgerufene, allgemeine Unsicherheit beeinflusst die persönliche Lebenssituation und weitere Lebensplanung der Senioren: So erklären rund 25 Prozent der Befragten, Angst vor der Zukunft zu haben und sich durch die Corona-Krise zusätzlich verunsichert zu fühlen. Immobilienbesitzer stehen hier laut Erhebung besser da: 74 Prozent fühlen sich durch ihre Immobilie abgesichert. Denn meist steckt das Vermögen im Haus, selbst wenn die Rente knapp ist. „Mit der Verrentung ihrer Immobilie können Senioren ihr Eigenheim in Liquidität umwandeln und trotzdem darin wohnen bleiben. Häusliche Pflege, also nicht ins Altersheim zu müssen, und bisher mangels Geld nicht umsetzbare Wünsche, lassen sich so finanzieren“, sagt geschäftsführender Gesellschafter Mesut Yikilmaz.

Daten: DEGIV-Studie zur Wahrnehmung der Immobilienverrentung und dem Leben im Alter

Für die im Mai und Juni 2020 durchgeführte Studie wurden 1.067 Immobilieneigentümer aus Deutschland (44,9 Prozent Anteil) und Mieter (55,1 Prozent Anteil) im Rahmen einer quantitativen Online-Erhebung vom renommierten Panel-Anbieter Consumerfieldwork dazu befragt, wie sie über Immobilienverrentung und das Leben im Alter in Hinblick auf die Corona-Krise und allgemein denken. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 70 Jahren, das Geschlechterverhältnis bei 574 Männern (53,8 Prozent) zu 491 Frauen (46,0 Prozent), die zwischen 65 und 90 Jahren alt waren. Die Quote der Immobilieneigentümer lag bei 44,9 Prozent. 

Foto: Shutterstock

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