3. Juli 2020, 09:43
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Dilemma der Bausparkassen

Bausparkassen haben ein Problem: Die Höhe der Einlagen von Kunden steigt und steigt, während die Entwicklung der vergebenen Bauspardarlehen seit Jahren sinkt.

Geldvermoegen in Dilemma der Bausparkassen

Zuletzt lag die Summe der Bauspareinlagen bei Bausparkassen bei 180,05 Milliarden Euro. Die Summe der Bauspardarlehen stagnierte bei 11,21 Milliarden Euro (jeweils Stand April 2020). Damit übersteigen die Einlagen die vergebenen Darlehen inzwischen um mehr als das 16fache. Zum Vergleich: Im April 2008 lagen die vergebenen Bauspardarlehen in Deutschland noch bei 28,04 Milliarden und die Einlagen bei 122,80 Milliarden – lediglich etwas mehr als das 4fache. 

Wird die Entwicklung anhand der Zahlen der Deutschen Bundesbank noch weiter zurückverfolgt, so zeigt sich, dass die Kurven bis Ende der 1980er Jahre sogar fast parallel verliefen. Seither driften die Werte aber auseinander. Ein Grund: Die anhaltende Niedrigzinsphase. Bausparer horten immer mehr Geld in alten, gut verzinsten Bausparverträgen, die als Anlage attraktiver als klassische Sparanlagen sind. Gleichzeitig haben sich die Zinsen von scchlichten Baufinanzierungen so entwickelt, dass sie meist günstiger als Bauspardarlehen ausfallen. Entsprechend werden diese bei der Baufinanzierung vorgezogen. 

Bausparvertrag ist keine Sparanlage mehr 

„Das Prinzip des Bausparvertrags zur Finanzierung der eigenen vier Wände wird seit Jahren etwas ad absurdum geführt“, so Tina Reisewitz, Kreditexpertin des Fachportals Kreditvergleich.net. „Wir raten eigentlich nur zu Bausparverträgen, wenn der Bauherr ein Bauvorhaben langfristig plant und sich die günstigen Darlehenszinsen bereits jetzt sichern will. Vorab sollte jeder Vertrag aber durchgerechnet werden, da z. B. Abschlussgebühren anfallen. Als Sparvariante sind Neuverträge eigentlich ungeeignet.“ 

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Mehr Hintergründe und Zahlen finden sich auf https://www.kreditvergleich.net/statistiken/bausparkassen/#entwicklung-der-bauspardarlehen-an-und-bauspareinlagen-von-nichtbanken

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Die Bausparkassen haben mit ihrem Angebot natürlich auf die sinkenden Kapitalmarktzinsen reagiert und das Geschäft mit bausparunterlegten Vor- und Zwischenfinanzierungen forciert. Branchenweit standen deshalb Ende 2019 den Bauspareinlagen von rund 184 Milliarden Euro Baudarlehen von rund 153 Milliarden Euro gegenüber.

    Kommentar von Alexander Nothaft Leiter Kommunikation Verband der Privaten Bausparkassen — 3. Juli 2020 @ 12:44

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