14. Oktober 2020, 09:09
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Immobilienbesitzer können unvorhergesehene Ausgaben kaum stemmen

Für mehr als 61 Prozent der deutschen Eigenheimbesitzer ab 60 Jahren ist es wichtig, im Bedarfsfall flexibel und kurzfristig auf größere Geldsummen zugreifen zu können. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Teilkauf AG, einem bundesweiten Anbieter des Immobilien-Teilverkaufs. Doch gerade viele ältere Hausbesitzer konnten schon 2019 keine unvorhergesehenen Ausgaben stemmen.

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Nach einer damals durchgeführten und bisher unveröffentlichten repräsentativen Umfrage von YouGov gaben mehr als 42 Prozent an, keine unerwarteten Ausgaben stemmen zu können, weitere 22 Prozent hatten lediglich 10.000 Euro auf der hohen Kante.

„Gerade größere und unvorhergesehene Ausgaben, etwa eine Autoreparatur oder die Ausbesserung von Schäden am eigenen Haus, können schnell zu einer unlösbaren Aufgabe für Senioren werden“, erklärt Marian Kirchhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Teilkauf. „Mehr als 35 Prozent haben gar nicht privat vorgesorgt und kommen in Verlegenheit, wenn sie kurzfristig Geld benötigen. Und die Corona Krise-verschärft diesen Trend noch.“

So gaben 2020 17 Prozent der Befragten an, dass sich ihre finanzielle Situation durch die Corona-Krise verschlechtert habe. Ein Drittel der Eigenheimbesitzer macht sich zusätzlich Sorgen, sich im Alter die Lebenserhaltungs- oder Pflegekosten nicht mehr leisten zu können.

Auch Kredite sind kein Thema

Dennoch können sich laut der 2020 durchgeführten Umfrage mehr als 70 Prozent der befragten Eigenheimbesitzer nicht vorstellen, einen Bankkredit aufzunehmen, um an Liquidität zu gelangen. Während drei von vier der Befragten keinen Bankkredit an ihrem Lebensabend tilgen wollen, hat mehr als ein Drittel Zweifel, ob es angesichts des höheren Alters noch einen Bankkredit bekommen würde. Auch kommt ein Komplettverkauf ihrer Immobilien für die meisten der Befragten nicht infrage: So können sich 70 Prozent der Hauseigentümer nicht vorstellen, ihre Immobilie zu verkaufen, weil sie weiter in ihrer Immobilie wohnen bleiben wollen.

Bei der Mittelverwendung steht der Grundbedarf im Fokus

Zur Verwendung ihrer Finanzmittel befragt, steht vor allem der Grundbedarf der Senioren im Fokus. So ist für einen Großteil die Absicherung von Pflege und medizinischer Versorgung im Alter wichtig (71 Prozent) – noch vor Reisen (52 Prozent) und dem altersgerechten Umbau des Eigenheims (48 Prozent).

Differenz zwischen Immobilienwert und tatsächlichem Vermögen

„Es mutet absurd an: In den vergangenen Jahren ist der Wert von Immobilien explodiert, und trotzdem machen sich viele Eigenheimbesitzer Sorgen um ihre finanzielle Zukunft oder haben nicht die Mittel, unvorhergesehene Ausgaben zu decken“, erklärt Marian Kirchhoff. „Das Problem ist die mangelnde Flexibilität des in der Immobilie gebundenen Kapitals. Das erkennen auch die Senioren – entsprechend nimmt die Nachfrage nach innovativen Verrentungskonzepten zu. Vor allem der Teilverkauf kann eine Möglichkeit für Senioren sein, um schnell notwendige Liquidität zu schaffen.“

Weiterhin großer Informationsbedarf

Von den befragten Hausbesitzern kann sich jetzt schon jeder vierte vorstellen, einen Anteil an seiner Immobilie zu verkaufen. Allerdings ist einem großen Teil (42 Prozent) der Befragten das Konzept gar nicht bekannt und rund ein Viertel hat zwar schon einmal davon gehört, konnte sich aber nichts Konkretes darunter vorstellen.

Über die Studie

Die repräsentative Umfrage wurde im April 2020 im Auftrag der Deutschen Teilkauf AG vom Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland durchgeführt. In Form von Online-Interviews befragte YouGov Deutschland insgesamt mehr als 1.030 Eigenheimbesitzer ab 60 Jahren.

Foto: Shutterstock

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