13. August 2020, 13:48
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Immobilienpreise im Westen: Zwischen leichter Dämpfung und steter Steigung

Die Preisentwicklung bei Immobilien in Köln, Düsseldorf und Dortmund im zweiten Quartal ist heterogen: Während Wohnungen in Düsseldorfer geringfügig günstiger werden, verzeichnet Dortmund konstante Steigerungen von über drei Prozent – sowohl bei Häusern als auch bei Eigentumswohnungen. In Köln ist die Dynamik zum Teil gedämpft. Hier wird laut André Hasberg von Dr. Klein nicht mehr jeder Preis bezahlt.

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Dortmund: Die Wohnimmobilienpreise in der Westfalen-Metropole ziehen deutlich an.

Köln: „Koste es, was es wolle“ ist vorbei

Stieg der Preis für Kölner Wohnungen Anfang des Jahres noch um gut vier Prozent, ist die Teuerung im zweiten Quartal gebremst: Eigentumswohnungen kosten nur noch 1,5 Prozent mehr als im Vorquartal. Im Schnitt sind Kölner zumindest bei Wohnungen momentan etwas sparsamer – der durchschnittlich gezahlte Quadratmeterpreis liegt mit rund 3.200 €/qm unter dem Mittel des Jahresanfangs. Eine Entwicklung, die auch André Hasberg, Spezialist für Baufinanzierung von Dr. Klein in Köln beobachtet: „Die Leute sind in der aktuellen Situation nicht mehr bereit, jeden Preis zu bezahlen. Zwar stehen sie immer noch unter Druck – nach wie vor bekommt oft der Schnellste und der Höchstbietende den Zuschlag für die Immobilie. Aber viele Käufer sind vorsichtig geworden und rechnen eher konservativ.“

Der genaue Blick auf die langfristige Finanzierbarkeit zeigt sich laut André Hasberg auch in den Finanzierungen selbst: „Keiner weiß, wie der Zinsmarkt in zehn Jahren aussehen wird und auch die wirtschaftlichen Aussichten sind nicht mehr so sicher. Deshalb interessieren sich momentan viele Kreditnehmer für lange Zinsbindungen und wenn möglich, tilgen sie schon zu Beginn hoch.“

Ein Preisrückgang zeichnet sich nicht ab – auch Häuser in der Kölner Region werden weiter teurer: zwei Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres. André Hasberg erwartet zumindest mittelfristig ebenfalls keinen drohenden Preisverfall: „Wohnraum wird immer gesucht, Wohnimmobilien bleiben eine wertbeständige Anlage – und der Zinsmarkt wird bis auf Weiteres gute Möglichkeiten geben, langfristig sicher zu finanzieren. Deshalb rechne ich auch weiterhin mit einer Nachfrage, die das Angebot übersteigt.“

Düsseldorf: Wohnungspreise gehen leicht zurück

Auch Düsseldorfer geben aktuell weniger für Wohnungen aus: Im Schnitt zahlen sie 3.234 €/qm und damit rund 50 Euro weniger als im ersten Quartal. Hier sinkt auch der Preisindex, der Parameter wie Lage und Alter der Immobilie berücksichtigt. Für Suchende wird sich der Rückgang um -0,18 Prozent wohl kaum bemerkbar machen, Wohnungen in Düsseldorf zählen nach wie vor zu den teuersten. So erreicht auch der tatsächlich gezahlte Höchstpreis einen neuen Rekordwert von über 11.000 €/qm.   

Die Preise für Häuser in der Düsseldorfer Region steigen im zweiten Quartal um knapp zwei Prozent. Im Jahresvergleich macht dies ein Plus von über 12 Prozent aus. Der mittlere gezahlte Haus-Quadratmeterpreis beträgt aktuell 2.855 €/qm, knapp 60 €/qm mehr als im vorigen Quartal.

Dortmund: Preissteigerungen von über drei Prozent

Medianpreise von 1.935 €/qm (Wohnungen) und 2.429 €/qm (Häuser): Das Preisniveau in und um Dortmund ist traditionell geringer als in den beiden Nachbarregionen am Rhein. Das wirkt sich auf die Nachfrage aus – und auf die Preisentwicklung. Der Index, der die Steigerung beziffert, legt bei Dortmunder Ein- und Zweifamilienhäusern um 3,4 Prozent zu und erreicht inzwischen das Niveau von Düsseldorf.

Auch Wohnungen werden hier teurer: Im Quartalsvergleich müssen Käufer 3,2 Prozent mehr ausgeben als zum Jahresbeginn. Damit verzeichnen Eigentumswohnungen in der Ruhrmetropole die deutlichsten Preiszuwächse unter den zehn von Dr. Klein untersuchten Metropolregionen in Deutschland.

Foto: Shutterstock

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