12. Oktober 2020, 09:47
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Logistikinvestment-Volumen wird Vorjahr voraussichtlich übertreffen

Trotz Covid-19 sind Logistikimmobilien aktuell mit einem hohen Resilienzfaktor in einem spezifisch eigenen Universum unterwegs. Erfreulich präsentiert sich denn auch der deutsche Investmentmarkt für Logistik- und Industrieimmobilien 2020 nach neun Monaten.

Logistikimmobilie in Logistikinvestment-Volumen wird Vorjahr voraussichtlich übertreffen

Mit einem Transaktionsvolumen von 5,75 Mrd. Euro, damit einem Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wurde das zweitbeste Ergebnis überhaupt erzielt. Gegenüber dem 10-Jahresschnitt ist eine glatte Verdoppelung zu notieren. Damit sind bereits Ende September 84 Prozent des gesamten Vorjahresvolumens erreicht. „Den Anstieg im Jahresvergleich führen wir auf die Vielzahl großvolumiger Transaktionen bzw. Objekte zurück“, so Nick Jones, Head of Industrial Investment JLL Germany. Gab es 2019 von Januar bis September zehn Transaktionen im dreistelligen Mio.-Euro-Bereich, waren es 2020 sage und schreibe 50 Prozent mehr, die mit zusammengerechnet 2,7 Mrd. Euro für rund die Hälfte des gesamten Transaktionsvolumens sorgten.

Markt ist in Bewegung

Aber auch jenseits großvolumiger Investments ist nach wie vor viel Bewegung im Markt. Die Anzahl der Transaktionen liegt mit 174 nur unwesentlich niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die Durchschnittsgröße der verkauften Objekte hat gegenüber dem Vorjahr über das Dreivierteljahr hinweg sogar von 25 auf 33 Mio. Euro zugelegt. „Wir gehen davon aus, dass 2020 das Vorjahresvolumen von 6,83 Mrd. Euro toppen wird. Die Voraussetzungen sind gut und könnten uns die letzten Monate ganz in die Nähe des nach 2018 (7,47 Mrd. Euro) zweitbesten jemals auf dem deutschen Investmentmarkt für Logistik- und Industrieimmobilien erzielten Ergebnisses führen“, so Nick Jones.  

Nick Jones kommentiert: „Covid-19 hat alle Anlageklassen einschließlich der Logistik getroffen. Jedoch hat die Krise die Wahrnehmung der Logistik bei den Marktteilnehmern grundlegend geändert. Zum ersten Mal war die Rede von Systemrelevanz. Dies kann als Transformationsmoment angesehen werden, der den Stellenwert der Logistik durch Investoren im Vergleich zu anderen Anlageklassen neu justiert.“ Nach neun Monaten ist zumindest rein statistisch ein Anstieg des Logistik-Anteils am Transaktionsvolumen[1] auf 10 Prozent (nach 8 Prozent im Gesamt- sowie Dreivierteljahr 2019) zu notieren. „Höher war er mit über 12 Prozent nur 2017, dem Jahr, in dem das Logistik-Transaktionsvolumen einen Allzeit-Rekord erzielt hatte“, so Jones. 

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Auch im Vergleich der Monate Juli bis September zum Vorquartal ist ein Plus zu registrieren: nach einem vergleichsweise schwachen zweiten Quartal (1,5 Mrd. Euro) stieg das Transaktionsvolumen in den Sommermonaten auf 1,84 Mrd. Euro. Dazu beigetragen hat auch der Einstieg der Allianz Real Estate beim im Bau befindlichen Distributionszentrum des belgischen Developers VGP nördlich der A 94 bei Parsdorf. Nicht zuletzt deshalb stieg der Anteil der Entwickler am Verkaufsvolumen mit rund 30 Prozent damit höher als noch im Halbjahr und auch wieder höher als die nun wieder zweitplatzierten Asset / Fonds Manager (27 Prozent des Verkaufsvolumens). 

Hoher Anteil der Unternehmen am Verkaufsvolumen

Überdurchschnittlich hoch bleibt der Anteil der Unternehmen am Verkaufsvolumen im Dreivierteljahr wie auch schon im gesamten Vorjahr bei 23 Prozent. Nick Jones: „Wir sehen einen Unternehmenstrend in Richtung Anmietung gegenüber Eigentum, der den Ursprung noch in der Zeit vor COVID hat. Wenn die staatliche Unterstützung für Maßnahmen zur Arbeitszeitverkürzung ausläuft, könnten Unternehmen verstärkt unter Druck geraten. Deswegen werden sie Sale & Lease Backs nutzen, um die Bilanzen zu stärken.“ Beispiele dafür sind die unter Vermittlung von JLL im dritten Quartal abgeschlossenen Verkäufe in Mühldorf am Inn durch die Belimed GmbH sowie des Eberle-Firmengeländes in Augsburg.

Nach drei stabilen Quartalen sanken die Spitzenrenditen allein von Juli bis Ende September um 22 Basispunkte auf 3,53 Prozent im Mittel über alle Big 7 – Regionen. „Die Preise bleiben auf hohem Niveau und zeigen nach der Schockstarre des zweiten Quartals eine steigende Tendenz“, so Nick Jones.

Foto: Shutterstock

 

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