Mansarde? Oder doch Poularde? Große Fragezeichen bei Immobilienbegriffen und Abkürzungen

Reicht ein einfacher STPL oder soll es eine DGGE sein? Und gibt es Berliner Zimmer nur in Berlin? Kaufinteressenten haben es nicht einfach, wenn sie das perfekte Objekt finden möchten. Oft fangen die Probleme schon beim Lesen der Inserate an, die vor Immobilienabkürzungen und Fachbegriffen strotzen. Die aktuelle Online-Umfrage des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler (www.mcmakler.de) zeigt, mit welchen Begrifflichkeiten Immobilieninteressenten am meisten zu kämpfen haben.

„Wer auf der Suche nach einer neuen Immobilie ist, wird spätestens beim Lesen der Inserate mit kryptischen Begriffen und Abkürzungen konfrontiert. Für Laien ist die genaue Bedeutung meist schwer herleitbar oder sie bleibt in Vermutungen stecken. Dabei sollte jeder, der ein Objekt kaufen oder mieten will, genau wissen, was er erwirbt. Daher gilt: Fragen, bevor es zu Missverständnissen kommt – auch wenn diese zuweilen witzig sein können“, empfiehlt Lukas Pieczonka, Gründer und Geschäftsführer von McMakler.

Von DGGE bis ZKBB

Fragezeichen im Kopf: Am häufigsten sorgt die Abkürzung DGGE (Doppelgarage) für Verwirrung. Satte 91 Prozent können mit dieser Bezeichnung nichts anfangen, womit die Doppelgarage das Ranking haushoch anführt. Auf den Plätzen zwei und drei rangieren TLB (Tageslichtbad) bei 72 Prozent sowie das Kürzel ZKBB (Zimmer, Küche, Bad, Balkon) mit knapp 62 Prozent. Auch die Abkürzungen STPL (Stellplatz) und VR (Vorratsraum), die im Ranking auf Platz vier und fünf sind, lassen jeden zweiten ratlos zurück.

Etwas verwunderlich ist, dass immerhin 45 Prozent nichts mit BLK (Balkon) anfangen können und auch DB (Duschbad) knapp 26 Prozent Schwierigkeiten bereitet. Unter der Fünf-Prozent-Hürde liegen neben EBK (Einbauküche) mit vier Prozent auch die verschiedenen Wohnebenen. Wo sich das EG (Erdgeschoss), OG (Obergeschoss) und DG (Dachgeschoss) befinden, weiß demnach so gut wie jeder.

„Berliner Zimmer“ wird oft missverstanden

Bei den Fachbegriffen führt das sogenannte Berliner Zimmer – ein Raum, der das Vorderhaus mit dem Seitenflügel verbindet – die Top drei der missverständlichsten Immobilienfachausdrücke an. Gleich 64 Prozent der Interessenten können sich darunter nichts vorstellen. Weitere 46 Prozent können nichts mit der englischen Bezeichnung Townhouse, ein modernes Stadthaus mit einer kleinen Grundfläche auf mehreren Etagen, anfangen. Dicht gefolgt von der Mansarde mit 45 Prozent, was ein ausgebautes Dachgeschoss meint. Platz vier belegt die Pantry-Küche, eine schmale, sehr kleine Küchenzeile. Fast jeder dritte Immobilieninteressent stolpert über diesen Fachausdruck.

Auch die Begrifflichkeiten Hochparterre und Souterrain bereiten 18 Prozent beziehungsweise 16 Prozent echtes Kopfzerbrechen. Während Bewohner einer Souterrain Wohnung im Kellergeschoss eines Hauses leben, bezeichnet das Hochparterre die erste Wohnebene eines Gebäudes auf halber Treppe. Bei rund 15 Prozent wirft auch die Courtage einige Fragezeichen auf. Und nein, der Makler plant keine Kurtage bei der Vermarktung der Immobilie ein. Gemeint ist seine Vermittlungsgebühr.

Maisonette ist eine Wohnung: 13 Prozent wissen das nicht

Weitere 13 Prozent wissen nicht, dass es sich bei einer Maisonette um eine Wohnung handelt, die sich über mindestens zwei Etagen erstreckt. Lediglich elf Prozent kommen bei der Studio-Wohnung ins Schleudern – ein Großteil ist sich also bewusst, dass es sich dabei nicht um eine Wohnung mit integriertem Fotostudio, sondern um eine offen geschnittene Wohnung mit einer in den Wohnraum integrierten Küche handelt.

Die Schlusslichter des Rankings bilden Penthouse und Exposé. Beim Penthouse, eine exklusive Dachwohnung meist in Hochhäusern, sind nur knapp fünf Prozent der Immobilieninteressenten ratlos, beim Exposé, der textlichen Immobilienbeschreibung inklusive Bildern, ist es nur ein Prozent.

„Wer übrigens denkt, das Problem mit Immobilienabkürzungen und Fachbegriffen sei eine geschlechterspezifische Angelegenheit, der irrt. Sowohl Männer als auch Frauen schneiden bei der Umfrage nicht gut ab. Fast die Hälfte unserer Makler berichtet über Wissenslücken bei den Kunden – egal ob Mann oder Frau“, verrät Lukas Pieczonka von McMakler.

Ein Lexikon mit Immobilienabkürzungen und Fachbegriffen sowie ein dazugehöriges Quiz bietet McMakler auf seiner Website unter: https://www.mcmakler.de/maklerdeutsch

Foto: Shutterstock

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