10. Juli 2020, 05:23
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Megatrend Smart Cities: Wie Anleger davon profitieren können

Unsere Städte befinden sich im Wandel. Der Megatrend der Zukunft, die Urbanisierung, hat schon längst eingesetzt. Das stellt uns vor immer mehr neue Herausforderungen, die einen Wandlungsprozess in Richtung intelligenter Städte (Smart Cities) anstoßen. Für Anleger bieten Smart Cities aber auch interessante Chancen – wenn sie auf Unternehmen setzen, die ihre Aktivitäten auf diese Wandlungsprozesse ausgerichtet haben. Die Fürpaß-Peter-Kolumne

Heike-Fu Rpa -Peter in Megatrend Smart Cities: Wie Anleger davon profitieren können

Heike Fürpaß-Peter, Lyxor ETF

Rund die Hälfte der Weltbevölkerung wohnt in Städten. Bis 2050 werden es laut einer Studie der Vereinten Nationen fast zwei Drittel sein. Weltweit gibt es bereits 33 sogenannte Megacities mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, wie etwa Tokio, Jakarta oder Shanghai. In den kommenden zehn Jahren sollen laut UN-Prognosen zehn weitere hinzukommen. Mit der zunehmenden Urbanisierung sind vielfältige Herausforderungen verbunden, wie die Sicherung der Luftqualität, die Regelung des Verkehrs, die Abfallentsorgung, sauberes Trinkwasser, die medizinische Versorgung, sanitäre Anlagen, Sicherheit und eine verlässliche Energieversorgung – für sehr viele Menschen. Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, arbeiten Forschung und Unternehmen an sogenannten Smart Cities. „Smart City“ steht für gesamtheitliche Entwicklungskonzepte, mit denen Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, klimafreundlicher und sozial inklusiver gestaltet werden sollen. Sie basieren auf technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Innovationen – Innovationen, von denen weitsichtige Unternehmen und zukunftsorientierte Anleger profitieren können.

Smart Cities nutzen Daten, um die Lebensqualität der Einwohner zu verbessern: Sensoren und das Internet der Dinge (Internet of Things – IoT) sollen in der Zukunft für weniger Staus, weniger Verbrechen, den effektiveren Umgang mit Abfall und für geringere Emissionen sorgen – um nur ein paar Beispiele zu nennen. In China, Südkorea, Saudi-Arabien und Abu Dhabi wurden bereits ganze Städte nach diesem Konzept entworfen, in denen die Möglichkeiten neuer Technologien getestet werden. Aber auch in Europa und in Deutschland arbeiten Kommunen an der Vision einer smarten Stadt. Ein Beispiel dafür ist das hessische Darmstadt, das sich auf den Weg zur deutschen Modellstadt für eine Smart City gemacht und 2017 den bundesweiten Wettbewerb „Digitale Stadt“ gewonnen hat. Mit dem Sieg sind Investitionen in Millionenhöhe verbunden. Mit ihnen will die Stadt den Verkehrssektor, die Energieversorgung, die Stadtverwaltung, Schulen und das Gesundheitswesen mit neues­ten digitalen Technologien ausrüsten und die Telekommunikationsnetze ausbauen.

Wahl der Sektoren

Doch auf welche Sektoren sollten Anleger ihren Blick richten? Die Grundlage für den Einsatz modernster Technologien ist eine starke Infrastruktur: Breitband- und kabellose Netzwerke, Smartphones sowie vernetzte Systeme und Technologien, aus denen das Internet der Dinge besteht. Die durch diese Netzwerke fließenden Daten werden mit hochmodernen Sensoren erhoben, die Echtzeitdaten zu Verkehrsfluss, öffentlichen Verkehrssystemen, Energiebedarf, Straftaten, Abfallbeseitigung, Lärm, Wettermustern und Ausbrüchen von Infektionskrankheiten großenteils kabellos übertragen. Unternehmen werden daher in die bedeutend schnelleren kabellosen 5G-Kommunikationsnetze investieren müssen.

Unternehmen, die Smart Cities vorantreiben

Diese digitalen Highways werden in der Regel von größeren US-Konzernen im Bereich Halbleiter und Softwareinfrastruktur aufgebaut, deren Produkte bereits weit verbreitet sind und in Netzwerken, Kommunikationssystemen und Rechenzentren zum Einsatz kommen. Für diese Kernmärkte ist ein starkes Wachstum zu erwarten, denn Smart Cities benötigen eine Infrastruktur, die für die Erhebung, Speicherung und Verarbeitung riesiger Datenmengen unerlässlich ist.

Profitieren werden jedoch nicht nur die großen Technologieunternehmen. Die Firma AMS aus Österreich beispielsweise spezialisiert sich auf hochentwickelte Sensoren, die in Fahrzeugen, im Gesundheitswesen, der Bildverarbeitung, in tragbaren Geräten und vielem mehr verwendet werden. Die Stärke des Unternehmens liegt in der Entwicklung von Sensoren, die klein sind, einen geringen Stromverbrauch haben, aber gleichzeitig äußerst effektiv arbeiten. Die Einführung von kabellosen 5G-Geräten wiederum könnte Unternehmen wie Win Semiconductors aus Taiwan zugutekommen. Seine Produktpalette umfasst unter anderem Leistungsverstärker und Radiofrequenzchips, die mit Verbindungshalbleitertechnologie hergestellt werden.

Traditionelle Unternehmen, die im Wandel begriffen sind

Doch nicht nur die neuen Technologien tragen zur Entwicklung von Smart Cities bei. Jedes Portfolio, welches das Potenzial dieser Entwicklungen ausschöpfen möchte, muss mehr bieten als ein reiner Technologiefonds. Anleger müssen sich darüber Gedanken machen, welche traditionellen Industrieunternehmen, Transportfirmen und Versorger zum Aufbau von Smart Cities beitragen können und wollen, neue Ansätze verfolgen und ihre Geschäftstätigkeit entsprechend anpassen.

Wer sich nicht in der Tiefe mit diesen Themen beschäftigen, aber dennoch in Unternehmen investieren möchte, die die Welt mit verändern, kann dies zum Beispiel mit einem ETF, wie dem  Lyxor MSCI Smart Cities ESG Filtered (DR) UCITS ETF, tun. Er basiert auf dem MSCI ACWI IMI Smart Cities ESG Filtered Net Total Return Index. Der Index bildet die Performance von Unternehmen ab, von denen erwartet wird, dass sie signifikante Einnahmen aus Bereichen wie Smart Connectivity (IoT), Smart Buildings, Smart Homes, Smart Security, Smart Mobility, Smart Waste/Water Management und Smart Energy sowie mit intelligenten Netzen erzielen werden.

Eine solcher thematischer Investmentansatz sollte jedoch langfristig angelegt sein. Megatrends wie Smart Cities benötigen Zeit, um sich zu entwickeln. Dafür können Anleger sicher sein, dass sie in Konzepte, Technologien und Strukturen von morgen investieren, statt in Unternehmen, die in der Zukunft womöglich keine Rolle mehr spielen werden.

Heike Fürpaß-Peter ist Head of Lyxor ETF Deutschland & Österreich.

Foto: Lyxor

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