18. August 2020, 08:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Norddeutschland: Mietpreise immer teurer

Wohnen wird in Norddeutschland immer teurer. Selbst die Corona-Pandemie und die wirtschaftlichen Verwerfungen haben daran bislang nichts geändert. In 54 von 62 Stadt- und Landkreisen steigen die Angebotsmieten von 2019 auf 2020. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse von Immowelt, für die die Angebotsmieten von Wohnungen (40 bis 120 Quadratmetern) in den Stadt- und Landkreisen Norddeutschlands untersucht wurden. Wo der Anstieg am stärksten ist.

Shutterstock 629109650 in Norddeutschland: Mietpreise immer teurer

Neustadt in Holstein: Der Kreis Ostholstein zählt zu den Regionen mit dem höchsten Mietpreiswachstum in Norddeutschland.

Den stärksten Anstieg verzeichnet der Landkreis Ostholstein: Vor einem Jahr kostete der Quadratmeter im Median noch 8 Euro, aktuell sind es 9 Euro – ein Plus von 13 Prozent. Dank der Lage direkt an der Ostsee und der beliebten Urlaubsgegenden Timmendorfer Strand oder Fehmarn ist der Landkreis besonders attraktiv, was zu einer hohen Nachfrage nach Wohnraum führt. Auch im benachbarten Lübeck und speziell im Ortsteil Travemünde spiegelt sich dies wider. Im Stadtkreis Lübeck steigen die Mieten um 7 Prozent auf 8,50 Euro.

Hamburg: teuerste Perle

Deutlich geringer ist das prozentuale Wachstum in Hamburg. In der Hansestadt sind die Mieten um 3 Prozent gestiegen. Wohnungssuchende müssen derzeit mit Medianpreisen von 12,10 Euro rechnen, vor einem Jahr waren es noch 11,70 Euro. Trotz des vergleichsweise geringen Anstieges ist und bleibt Hamburg die norddeutsche Großstadt mit den höchsten Mieten.

„Hamburgs wirtschaftliche Stärke und die vielfältigen Jobangebote ziehen immer mehr Menschen an. Trotzdem hat es die Stadt geschafft, größere Mietanstiege zu vermeiden“, sagt Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler, CEO von Immowelt. „Der gezielte Bau von Sozialwohnungen, wie er in Hamburg seit Jahren betrieben wird, kann Vorbild für andere Metropolen sein.“

Hamburgs Attraktivität strahlt aus

Die Attraktivität Hamburgs wirkt sich auch auf die umliegenden Landkreise aus. Stormarn (9,80 Euro), Pinneberg, Segeberg (je 9,50 Euro) und das Herzogtum Lauenburg (8,40 Euro) auf schleswig-holsteinischer Seite sowie Harburg (9,50 Euro) und Stade (8,50 Euro) auf niedersächsischer Seite befinden sich alle auf ähnlichem Preisniveau. Die Preise sind im Hamburger Umland zwischen 3 und 6 Prozent gestiegen. Alle Landkreise zählen zwar zu den teuersten Regionen des Nordens, verglichen mit Hamburg können Mieter dort aber sparen. Durch die Verbreitung von Home-Office als Folge der Corona-Krise könnten die ländlicheren Regionen zudem verstärkt in den Fokus geraten. Insbesondere dann, wenn Arbeitnehmer nur noch selten ins Büro in die Stadt fahren müssen.

Geringe Anstiege in den Großstädten, großes Plus am Land

Ähnlich wie in Hamburg steigen auch in den anderen Großstädten die Angebotsmieten nur leicht bis moderat. Das Preisniveau in der Region Hannover erhöht sich um 5 Prozent auf 8,40 pro Quadratmeter. In der Stadt Bremen (+2 Prozent) kostet eine Mietwohnung im Median 8,20 pro Quadratmeter. Braunschweig (+5 Prozent), Kiel (+3 Prozent) und Oldenburg (0 Prozent) bewegen sich preislich auch knapp über der 8-Euro-Marke.

Die größten Anstiege verzeichnen laut der Analyse von Immowelt hingegen eher ländliche Regionen besonders aus Niedersachsen. In den Landkreisen Grafschaft Bentheim, Nienburg (Weser) und Lüchow-Dannenberg klettern die Mieten jeweils um 13 Prozent. Die großen Zuwächse begründen sich durch das sehr niedrige Preisniveau. Lüchow-Dannenberg verzeichnet mit Quadratmeterpreisen von 4,50 Euro die günstigsten Mieten aller untersuchten Kreise.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Das bringt die Elterngeldreform

Spitzenverdiener sollen künftig keinen Anspruch mehr auf Elterngeld haben, dafür werden Eltern von Frühchen stärker gefördert und die Möglichkeiten für Teilzeitarbeit während des Elterngeldbezugs ausgeweitet. Das sieht ein Gesetzentwurf des Bundesfamilienministeriums vor, den das Bundeskabinett auf den Weg gebracht hat.

mehr ...

Immobilien

Wüstenrot-Studie: Corona verstärkt Wunsch nach eigenen vier Wänden

Lockdown, „Social distancing“, Home-Office: Die sozialen und gesellschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie lassen die Bürger nach einer aktuellen Untersuchung von Wüstenrot verstärkt über ihre individuelle Wohnsituation nachdenken. Für 75 Prozent der Hauseigentümer ist ihr Wohneigentum in Corona-Zeiten eher beruhigend oder sehr beruhigend. Jeder fünfte Mieter spielt zugleich verstärkt mit dem Gedanken, Eigentum zu erwerben.

mehr ...

Investmentfonds

EY hatte Wirtschaftsprüferaufsicht wegen Wirecard gewarnt

Im Wirecard-Skandal könnte der Druck auf die unabhängige Abschlussprüferaufsichtsstelle Apas wachsen. Die Apas prüft die Einhaltung berufsrechtlicher Pflichten von Abschlussprüfern bei Unternehmen von öffentlichem Interesse – dazu gehört auch die Wirecard AG.

mehr ...

Berater

Bundestag beschließt Verlängerung für Anleger-Musterverfahrensgesetz

Der Bundestag hat eine verlängerte Gültigkeit des Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetzes zum Schutz von Aktionären und Anlegern beschlossen. Das Gesetz gilt nun bis zum 31. Dezember 2023.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lutz Kohl wechselt in die Geschäftsführung der HKA 

Mit Wirkung vom 9. September 2020 wurde Lutz Kohl (54) zum Mitglied der Geschäftsführung der HKA Hanseatische Kapitalverwaltung GmbH berufen, der KVG der Immac. Mit seiner Bestellung wird das Führungsteam der HKA um Geschäftsführer Tim Ruttmann planmäßig erweitert.

mehr ...

Recht

Fondsbranche weist BaFin-Kritik zurück

Der deutsche Fondsverband BVI weist die Kritikder BaFin an den Fondsanbietern entschieden zurück, dass die Umsetzung der neuen Liquiditätswerkzeuge (Rücknahmegrenzen, Swing Pricing, Rücknahmefristen)bei ihnen in den Hintergrund gerückt sei, je weiter die Kursturbulenzen im März zurückliegen.

mehr ...