28. Mai 2020, 16:04
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Reform des Wohnungseigentumsgesetzes: Worauf sich Eigentümer einstellen müssen

Derzeit heiß im Bundestag diskutiert: Das Wohnungseigentumsgesetz (WEG) soll modernisiert werden. Die angesetzten Änderungen treffen nicht nur auf Zuspruch. Denn unter anderem spricht der aktuelle Gesetzesentwurf den Verwaltern von Wohnungseigentümergemeinschaften mehr Macht zu, was schnell zu Streitigkeiten unter den Wohnungseigentümern führen kann. Die wichtigsten Fakten zur Reform des Wohnungseigentumsgesetzes und worauf Wohnungseigentümer künftig achten sollten, hat der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler zusammengefasst.

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Das Wohnungseigentumsgesetz regelt sowohl die Rechte als auch Pflichten der einzelnen Wohnungseigentümer innerhalb eines Wohnkomplexes, ganz unabhängig davon, ob sie das Objekt selbst bewohnen oder vermieten. Diese Rechte und Pflichten werden vom Verwalter der Wohnungsgemeinschaft, der Hausverwaltung, durchgesetzt. „Der aktuelle Gesetzesentwurf zur Reform des Wohnungseigentumsgesetzes soll unter anderem den Umbau und die Modernisierung von bestehenden Wohnanlagen vereinfachen, darunter auch den Bau von Elektroauto-Ladestationen ermöglichen“, erklärt Matthias Klauser, Leiter Maklervertrieb von McMakler und führt weiter aus: „Außerdem soll eine effiziente Verwaltung des Wohnhauses gewährleistet und Streitigkeiten innerhalb einer Gemeinschaft vor Gericht vorgebeugt werden.“

Mehrheit – ja, Einstimmigkeit – nein

Alle Jahre wieder: Bisher waren Beschlüsse der jährlichen Eigentümerversammlung nur dann wirksam, wenn sie einstimmig beschlossen wurden. Hinzu kommt, dass die erschienenen Wohnungseigentümer dabei mehr als die Hälfte der Mieteigentumsanteile vertreten mussten. Bald soll das anders sein: Um Umbaumaßnahmen zu genehmigen, reicht bereits die Mehrheit der Stimmen aus. Das bedeutet, sollten nur vier von 20 stimmberechtigten Parteien erscheinen, ergeben drei bereits eine beschlussfähige Mehrheit. „Dadurch soll auch die Elektromobilität gefördert werden. Derzeit ist der Bau einer Ladestation für elektrisch betriebene Fahrzeuge nur durch einen einstimmigen Beschluss möglich. Zukünftig sollen einzelne Eigentümer jedoch die Möglichkeit haben, sich gegen die Mehrheit durchzusetzen, indem sie die Kosten für einen solchen Einbau selbst tragen“, lässt Klauser von McMakler wissen.

Mehr Handlungsfreiheit für die Hausverwaltung

Grundsätzlich soll die Arbeit der Hausverwaltung durch die Reform erleichtert werden. Die Aufgabe der Verwaltung ist es, die Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft durchzusetzen. Ziel des geplanten Gesetzesentwurfes: Die Hausverwaltung soll selbstständiger und flexibler handeln können – auch ohne Beschluss der Eigentümer. Experten befürchten, diese Änderungen könnten das Machtverhältnis zwischen Eigentümern und Verwaltung durcheinanderbringen. Denn, während die Hausverwaltung die Vertretungsmacht nach außen besitzt, tragen die Wohnungseigentümer die Verantwortung sowie Haftung.

Derzeit begegnet der Gesetzesentwurf zur Reform des Wohneigentumsgesetzes noch viel Kritik von außen, doch genaue Entscheidungen müssen zunächst abgewartet werden. Wenn alles nach Plan verläuft, könnte das neue Wohnungseigentumsgesetz bereits am 19. Juni 2020 vom Bundestag verabschiedet werden. „Für Wohnungseigentümer ist es grundsätzlich ratsam, ein möglichst gutes Verhältnis zu ihrer Hausverwaltung aufzubauen und stets an Eigentümerversammlungen teilzunehmen. Denn nur durch eine gute Zusammenarbeit kann ein professioneller und reibungsloser Ablauf in einer Eigentümergemeinschaft garantiert werden“, resümiert Matthias Klauser von McMakler.

Foto: Shutterstock

2 Kommentare

  1. Dass bisher generell eine Einstimmigkeit zur Beschlussfassung nötig ist, ist schlichtweg falsch.

    Experten wieder mal….

    Kommentar von Manfred Knorr — 29. Mai 2020 @ 11:18

  2. Hier wurde wohl von denen ein neues Gesetz auf den Weg gebracht die selbst gar nicht wissen wie eine Eigentumswohnung rechtlich und auch als Gemeinschaft funktioniert.

    Gleichzeitig hat man die Gelegenheit genutzt um die Eigentümer der Eigentumswohnungen mit sämtlichen politischen Phantasien zu belasten. Es durfte dabei auch etwas mehr sein. Das Staatssäckel wird hierbei nicht belastet.

    Die Eigentumswohnung wird so ein sozialpflichtiges Element mit stark reduzierten, sofern überhaupt noch vorhandenen, Gestaltungsmöglichkeiten durch die Eigentümer. Eventuell wird dieses Experiment dann eben ggf. zum Sozialfall. Eine Eigentumswohnung eignet sich eben nicht zum Genossenschaftsmodell.

    Den Eigentümern bleibt jetzt immerhin das Privileg, alles zu bezahlen.

    Seitens der Politik hat man eine Spielwiese gefunden. Mal sehen was der Politik unter dem Deckmantel von „Corona“ und den dabei verschleuderten Milliarden noch einfallen wird.

    Kommentar von Jürgen Keitel — 29. Mai 2020 @ 10:37

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