20. August 2020, 12:03
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TAG Immobilien profitiert von höheren Mieten

Steigende Mieten in Ballungszentren treiben die TAG Immobilien AG weiter an. Den Ausblick auf das laufende Jahr bestätigte das Unternehmen. Allerdings ist eine Anhebung der Prognose im weiteren Jahresverlauf möglich, wie die im MDax notierte Gesellschaft  in Hamburg bei den Halbjahreszahlen mitteilte. Erst jüngst erwarb das Unternehmen rund 4.200 Wohnungen, die meisten davon im August, in Merseburg, Plauen, Gotha und Magdeburg.

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Die Zahlen bedeuten aber nicht, dass Mieter nun aufatmen können: Die Neuvertragsmieten signalisieren die Richtung am Immobilienmarkt, bilden aber nur einen kleinen Teil ab.

Am Aktienmarkt kam die in Aussicht gestellte Erhöhung des Gewinnziels gut an. Die Aktie legte im frühen Handel um gut fünf Prozent zu und kletterte auf den höchsten Stand seit 2002. Die Kursverluste im Zuge des Corona-Crashs Mitte März sind bereits wieder Geschichte, das Papier konnte seit Anfang des Jahres deutlich zulegen. Auf längere Sicht sieht die Bilanz noch besser aus – der Wert der Aktie ist in den drei vergangenen Jahr um rund drei Viertel gestiegen.

Im ersten Halbjahr erhöhte sich das operative Ergebnis (FFO1) im Jahresvergleich um rund acht Prozent auf 86,5 Millionen Euro. Die für Immobilienunternehmen wichtige operative Kenngröße FFO1 (Funds from Operations) soll 2020 laut der aktuellen Prognose wie bereits bekannt auf 168 bis 170 Millionen Euro zulegen.

Die Corona-Pandemie trifft deutsche Wohnungskonzerne im Vergleich zu anderen Branchen kaum, auch wenn viele von ihnen während der Krise auf Kündigungen infolge von Zahlungsschwierigkeiten sowie auf Mieterhöhungen verzichten.

Bis Ende Juni hätten nur etwa 0,1 Prozent der Wohnungsmieter wegen Covid-19 ihre Miete nicht bezahlen können, teilte TAG Immobilien weiter mit. Die Mieten stiegen allerdings in den ersten sechs Monaten auf vergleichbarer Basis und bereinigt um Effekte aus dem Leerstandsabbau mit 1,4 Prozent weniger stark als noch im Vorjahr. Insgesamt bewirtschaften die Hamburger rund 85 500 Wohnungen in Deutschland.

Die Kaltmieten kletterten in den ersten sechs Monaten um 1,5 Prozent auf 159,7 Millionen Euro. Das Konzernergebnis reduzierte sich allerdings wegen eines geringeren Bewertungsgewinns um rund neun Prozent auf 212,8 Millionen Euro.

Den größeren Immobilienkonzernen weht aufgrund steigender Mieten in den deutschen Ballungsgebieten ein immer stärkerer politischer Gegenwind entgegen. Erst jüngst verlängerte der Bundestag angesichts der anhaltenden Wohnungsnot die Mietpreisbremse um fünf Jahre und verschärfte sie zudem. Künftig können Mieter zu viel gezahlte Miete erstmals auch rückwirkend für bis zu zweieinhalb Jahre zurückfordern.

In Berlin trat vor kurzem ein Gesetz für einen Mietendeckel in Kraft. Damit werden die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen in der Hauptstadt, die vor 2014 gebaut wurden, in den kommenden fünf Jahren eingefroren. Für Neuvermietungen gelten Obergrenzen. Die Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und FDP wollen das Gesetz zur Mietbegrenzung wieder kippen und reichten deshalb im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens Klage beim Bundesverfassungsgericht ein.

Die Immobilien des Hamburger Konzerns liegen in den sogenannten B- und C-Standorten und damit in den weiteren Einzugsgebieten der Metropolen und in mittelgroßen Städten. Der größte Teil der Wohnimmobilien steht in ostdeutschen Städten wie etwa Gera, Leipzig, Chemnitz, Erfurt sowie im Umfeld von Berlin. Erst vor wenigen Monaten stieg TAG Immobilien mit dem Zukauf des Projektentwicklers Vantage Development in den polnischen Markt ein. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Immo Aktien

    Kommentar von Haubensak — 13. September 2020 @ 14:22

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