15. April 2020, 11:14
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Trend-Check Baufinanzierung: Nachfrage nach Forward-Darlehen steigt

Der neue Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) zeigt eine erstaunliche Entwicklung. Michael Neumann, Vorstandsvorsitzender der Dr. Klein Privatkunden AG, über die aktuellen Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland.

Hitliste-neumann in Trend-Check Baufinanzierung: Nachfrage nach Forward-Darlehen steigt

Michael Neumann, Vorstand Dr. Klein Privatkunden AG

Beleihungsauslauf so niedrig wie lange nicht

Die im März abgeschlossenen Baufinanzierungen zeigen sicherheitsorientierte Entscheidungen und solide Eckdaten. So sinkt der Beleihungsauslauf erneut und zum ersten Mal seit Ende 2018 unter die Marke von 83 Prozent (82,8 Prozent). Im Mittel bringen Darlehensnehmer also anteilig mehr Eigenkapital in die Finanzierung ein als im letzten Jahr.

Auch in absoluten Summen ist der Eigenkapitalanteil im Durchschnitt höher: Die Darlehenssumme ist noch einmal gestiegen und beträgt momentan 275.000 Euro – 2.000 Euro mehr als im Februar und 32.000 Euro mehr als im März vergangenen Jahres.

Bildschirmfoto-2020-04-15-um-11 12 02 in Trend-Check Baufinanzierung: Nachfrage nach Forward-Darlehen steigt

Zinsersparnisse werden in Tilgung gesteckt

Um die Kreditsumme zügig zu reduzieren, investieren Darlehensnehmer im März in eine hohe Tilgung: Ihre Rückzahlung beginnen sie durchschnittlich mit 2,92 Prozent – damit liegt die Anfangstilgung über dem Wert der letzten 24 Monate.

Dabei nutzen Kreditnehmer die guten Finanzierungskonditionen: Das Zinsniveau ist immer noch sehr niedrig. Für das Cluster der Finanzierungen von 150.000 Euro, zwei Prozent Tilgung, 80 Prozent Beleihungsauslauf und zehn Jahren Zinsbindung liegt die Monatsrate mit aktuell 379 Euro noch einmal unter dem Tiefstwert von Februar.

Zinsbindung wieder über 14 Jahre

In Zeiten günstiger Kredite empfehlen Spezialisten eine lange Zinsbindung: Zum einen ist die Zinsdifferenz zu kürzeren Laufzeiten nicht besonders hoch, zum anderen bedeutet das eine gute Planungssicherheit – und ein niedrigeres Darlehen für die Anschlussfinanzierung. Der Mittelwert für März beträgt 14 Jahre und zwei Monate. Gegenüber dem Februar ist die Zinsbindung damit um rund drei Monate gestiegen.

Forward-Darlehen stärker nachgefragt

Dass Darlehensnehmer beim Abschluss ihrer Finanzierungen im Moment verstärkt nach vorne blicken, zeigt sich auch in der Zunahme der Forward-Darlehen. Deren Anteil nahm im letzten Jahr sukzessive ab und spielte zum Jahreswechsel kaum eine Rolle. Seit Januar steigt die Nachfrage wieder und im März machen sie rund acht Prozent der Baufinanzierungen aus – eine Entwicklung von plus 24 Prozent im Vergleich zum Februar. Klassische Annuitätendarlehen ohne Forward-Aufschlag sinken dagegen auf 80,5 Prozent.

Kredite der KfW gewinnen weiter an Attraktivität: Ihr Anteil steigt im März leicht auf 7,85 Prozent – ein Plus von 0,13 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat.

Foto: Florian Sonntag

Ihre Meinung



 

Versicherungen

80 Prozent: Leistungsquote in der BU gestiegen

Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) hat die neue Leistungsquotenstatistik in der Berufsunfähigkeitsversicherung veröffentlicht. Gegenüber dem Vorjahr verkürzte sich die Bearbeitungszeit von 110 auf 106 Tage. Insgesamt wurden 80 Prozent aller Anträge bewilligt, nach 79 Prozent ein Jahr zuvor.

mehr ...

Immobilien

Verlängertes Baukindergeld ist eines der bekanntesten Fördermittel

Zwei Jahre nach Einführung zeigt eine aktuelle Studie: Das Baukindergeld gehört zu den bekanntesten Fördermitteln in Deutschland. Laut einer repräsentativen Erhebung von Statista im Auftrag der Interhyp AG kennen 59 Prozent der Deutschen das Baukindergeld, für das der Förderzeitraum gerade um drei Monate bis Ende März 2021 aufgrund der Corona-Pandemie verlängert wurde.

mehr ...

Investmentfonds

Nachhaltiges Investieren: Versicherer auf Kurs?

Die Integration von ESG-Faktoren (Environment, Social, Governance) bei der Kapitalanlage deutscher Versicherungsunternehmen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dies geht aus einer aktuellen Studie des europäischen Assetmanagers Candriam und der Versicherungsforen Leipzig hervor. Was die größten Herausforderungen beim Thema ESG sind.

mehr ...

Berater

Finanzstark ins digitale Zeitalter

Home-Office, Online-Handel, E-Business – nur einige Begriffe, die für den fundamentalen Wandel in der Unternehmenslandschaft stehen. Ein Wandel, der zwar schon vor Corona begann, aber durch die Pandemie eine neue Dynamik erreicht hat. Gastbeitrag von Dirk Oliver Haller, DFT Deutsche Finetrading 

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...