Umfrage: Fast die Hälfte der Mieter findet Nebenkosten zu hoch

Statistiken über Mietsteigerungen werden meist zur Entwicklung der Kaltmieten veröffentlicht. Die Wohnnebenkosten werden dabei in aller Regel ignoriert. Jedoch beziehen Mieter die Höhe der Nebenkosten mehrheitlich mit ein, wenn sie abschätzen, ob sie sich eine Mietwohnung leisten können: 82 Prozent der Mieter haben in der Umfrage angegeben, dass sie eher auf die Warmmiete statt auf die Kaltmiete achten würden, wenn sie eine neue Wohnung suchen würden. Die d.i.i. Gruppe hat eine repräsentative Umfrage zum Thema Mietnebenkosten bei dem Meinungsforschungsinstitut YouGov im Dezember 2019 in Auftrag gegeben.

„Die Nebenkosten werden gegenüber der Kaltmiete in der öffentlichen Diskussion häufig vernachlässigt, sie gehören zu den Wohnkosten aber dazu“, sagt Frank Wojtalewicz, Geschäftsführer der d.i.i. Gruppe. „In der Praxis ist es vor allem die Warmmiete, die über die Bezahlbarkeit des Wohnens entscheidet“ Deshalb sei es auch für Vermieter wichtig, die Wohnnebenkosten möglichst gering zu halten, etwa durch energetische Sanierungen, aber zum Beispiel auch durch das Verhandeln von besseren Verträgen mit Stadtwerken und Energieversorgern. „Vor allem größere Bestandshalter haben da einen Hebel, den sie zum Wohle ihrer Mieter nutzen sollten“, so Wojtalewicz weiter.

 

Dass es bei vielen Haushalten grundsätzlich Einsparpotenziale gibt, zeigt ein weiteres Ergebnis der YouGov-Umfrage: Knapp die Hälfte der befragten Mieter empfinden ihre Wohnnebenkosten als zu hoch (33 Prozent) beziehungsweise viel zu hoch (14 Prozent). Darüber hinaus versuchen fast alle Mieter aktiv, ihre Nebenkosten gering zu halten. 83 Prozent der befragten Mieter bejahten die Frage, ob sie selbst darauf achten, in ihrem Haushalt Energie- beziehungsweise Wasserkosten einzusparen, etwa durch Elektrogeräte mit geringerem Energieverbrauch oder die Installation wassersparender Duschköpfe.

 

Neben der Höhe der Nebenkosten sind Transparenz und Glaubwürdigkeit ein wichtiges Thema für viele Mieter. Auf die Frage, ob sie besorgt sind, dass ihr Vermieter ihnen höhere Nebenkosten in Rechnung stellt, als es ihrem tatsächlichen Verbrauch entspricht, antwortete mehr als jeder vierte Mieter (27 Prozent), dass er sich entsprechende Sorgen mache.

„Es ist wichtig, für Transparenz und schnelle Erreichbarkeit zu sorgen“, sagt d.i.i.-Geschäftsführer Frank Wojtalewicz. „Durch die Digitalisierung ergeben sich dafür zahlreiche Optionen, man muss sie als Vermieter nur nutzen. Wenn ein Mieter einmal im Jahr die Nebenkostenabrechnung zugeschickt bekommt und sonst keine Möglichkeiten hat, sich zu informieren oder schnell und einfach Fragen zu stellen, dann ist das zu wenig, damit sich ein Vertrauensverhältnis entwickeln kann.“

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2027 Personen zwischen dem 10. und 12.12.2019 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Foto: Shutterstock

 

 

 

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