23. September 2020, 06:45
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Warum Bauen derzeit so teuer und so günstig wie noch nie ist

Der Preis-Wahnsinn geht weiter! Hatten Menschen mit dem Traum vom Eigenheim zu Beginn der Corona-Krise noch gehofft, dass auch die Immobilienpreise fallen würden, werden sie nun bitter enttäuscht. Verschiedene Berichte zeigen: Die Preise klettern weiter ins Unermessliche. Warum das Bauen noch nie so teuer, aber gleichzeitig auch so günstig war.Immobilienpreise-e1453739505688 in Warum Bauen derzeit so teuer und so günstig wie noch nie ist

Es scheint, als wäre momentan nichts und niemand immun gegen das Corona-Virus – außer der Immobilienmarkt! Prognostizierte man am Anfang der Pandemie noch einen Rückgang der Anfragen und damit verbunden fallende Preise (egal, ob beim Mieten oder Kaufen) und günstigere Baukosten, stellt man zum jetzigen Zeitpunkt eher fest, dass es vor allem mehr statt weniger wird. Mehr Anfragen und mehr Kaufabschlüsse generieren aber auch einen Anstieg der Kosten. Der aktuelle Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) bestätigt das Preiswachstum.

Bauen wird auch zukünftig immer teurer

Der Preisaufschwung der Immobilienbranche geht damit ins 10. Jahr und hat mittlerweile fast alle Regionen Deutschlands erreicht. Auch in den kommenden 10 Jahren erwarten Experten eine erneute Wertsteigerung bei mehr als der Hälfte der 401 deutschen Städte und Landkreise. Am stärksten wird das Umland von München betroffen sein, aber auch in München selbst wird eine Steigerung von 1,7 % erwartet – und dass, obwohl für Normalverdiener dort Eigentum jetzt schon kaum mehr finanzierbar ist!

Außerhalb der bayrischen Landkreise zieht auch die Stadt Cloppenburg mit 2 % kräftig an. In den Großstädten Heilbronn, Potsdam, Leipzig, Dresden und Ingolstadt wird es eine jährliche Preissteigerung von 1 % geben. Nur die ländlichen Regionen des Ostens scheinen unbeliebt. Hier stehen die Preise still oder gehen sogar zurück.

Diese Entwicklung wird Menschen mit Wunsch nach einem Eigenheim wenig freuen. Dennoch kann Claus Michelsen von der DIW Berlin dem Ganzen durchaus etwas Positives abgewinnen: „Würde die Wirtschaftskrise auf den Immobiliensektor überspringen und fielen dann in größerem Ausmaß Immobilienkredite aus, könnte das viele Banken in zusätzliche Schwierigkeiten bringen. Das letzte, was Politik, Wirtschaft und auch die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler jetzt gebrauchen können, sind strauchelnde Banken und zusammenbrechende Immobilienmärkte.“

Die Banken machen Bauen günstig

Es wundert also nicht, dass die hohe Nachfrage vor allem durch die Banken angefeuert wird. Diese machen ein Eigenheim Bau- oder Kaufwilligen momentan so günstig wie noch nie – trotz hoher Immobilienpreise! Wie? Durch Zinsen, die beinahe schon an einen Gratis-Kredit erinnern. Anfang September rutschten diese laut Interhyp-Berichten unter die 0,5 % – Marke. Ein Darlehen mit 10-jähriger Zinsbindung und sehr guter Bonität bekommt man laut BILD.de sogar schon für 0,4 % Zinsen.

Wer allerdings mit Negativzinsen spekuliert und hofft, bald weniger von seinem aufgenommenen Kredit zurückzahlen zu müssen, der wird laut Interhyp enttäuscht. Der Vermittler privater Baufinanzierungen hält dies auch in Zukunft für äußerst unwahrscheinlich.

Foto: Shutterstock

 

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