10. September 2020, 08:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Zahl der Bauunternehmen ist unterschätzter Frühindikator für Immobilienkonjunktur

Die Empira Gruppe, Investment-Manager für institutionelle Immobilieninvestments im deutschsprachigen Europa, hat in ihrer neuesten Studie verschiedene Frühindikatoren für die Immobilienkonjunktur analysiert und über 14 europäische Länder hinweg verglichen.

Konjunktur in Zahl der Bauunternehmen ist unterschätzter Frühindikator für Immobilienkonjunktur

Betrachtet werden in der Studie sowohl klassische immobilienwirtschaftliche Datensätze und volkswirtschaftliche Parameter wie Konsum, BIP und Arbeitslosigkeit als auch sehr spezifische Indikatoren aus dem Bereich Rohstoffe, Transport und Energie.

Wenig Relevanz von volkwirtschaftlichen Daten

Während volkswirtschaftliche Parameter eine hohe Korrelation zur parallel verlaufenden Immobilienkonjunktur aufweisen, sind sie in ihrer Rolle als Frühindikator relativ weniger relevant. Immobilienwirtschaftliche Kennzahlen, allen voran die Zahl der erteilten Baugenehmigungen und die Zahl der existierenden Bauunternehmen im jeweiligen Land, bieten sowohl zeitgleich als auch mit Vorlauf von bis zu zwei Jahren eine hohe Korrelation zur Immobilienkonjunktur.

Darüber hinaus ergaben sich auch einige weniger erwartete Parameter, die mit ein oder zwei Jahren der Immobilienkonjunktur voranlaufen, etwa bestimmte Rohstoffpreise wie Uran oder der private Konsum. Je nach Land eignen sich solche Indikatoren sogar besser als immobilienmarktnahe Indikatoren wie der Baukostenindex.

Institutionelle Investoren agieren anders

„Institutionelle Anleger denken und agieren in der Regel mit einem sehr langfristigen Horizont. Entsprechend groß ist das Bedürfnis nach Langzeit- und Frühindikatoren, um Wertentwicklungen verlässlich abschätzen zu können und die eigene Portfolioallokation und Investment-Strategie rechtzeitig anpassen zu können – sowohl defensiv als auch opportunistisch. Hier setzen wir mit unserer Studie an und blicken bewusst über die üblicherweise genutzten Indikatoren hinaus“, erläutert Lahcen Knapp, CEO der Empira Gruppe.

Breites Frühwarnsystem: klassische volks- und immobilienwirtschaftliche Parameter und ausgewählte Rohstoffpreise

Die Studie identifiziert elf statistisch besonders relevante Frühindikatoren mit hohen Korrelationswerten, die bereits mit zwei Jahren Vorlauf Prognosen zur Immobilienkonjunktur zulassen. Dabei handelt es sich um die klassischen volkswirtschaftlichen Parameter Konsum, BIP, Arbeitslosigkeit, Einzelhandelsumsätze sowie die Zahl der Beschäftigten und Arbeitnehmer. Hinzukommen als immobilienwirtschaftliche Indikatoren die Anzahl der erteilten Baugenehmigungen (wichtigster Indikator) und der Mietpreisindex.

Baukostenindex nicht in der Spitzengruppe

Überraschenderweise schafft es der nationale Baukostenindex nicht in die Spitzengruppe, dafür aber mit der Zahl der im jeweiligen Land aktiven Bauunternehmen ein weniger üblicher Indikator. Auch vermeintliche Exoten aus dem Bereich der Rohstoffpreise, etwa des besonders konjunktursensiblen Urans, oder die Zahl der jährlichen PKW-Zulassungen sind je nach betrachtetem Land relevante Frühindikatoren.

Keine Dominanz einzelner Indikatoren

„Entscheidend ist dabei aber, dass keiner der betrachteten Indikatoren dominiert und isoliert betrachtet zuverlässige Aussagen über die künftige Entwicklung der Immobilienmärkte liefern kann. Ein belastbares Frühwarnsystem für den Immobilienmarkt ergibt sich erst aus der Kombination unterschiedlicher Indikatoren“, kommentiert Prof. Dr. Steffen Metzner, Head of Research der Empira Gruppe und Autor der Studie.

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Haftpflichtkasse muss Gasthaus für Corona-Schließung entschädigen

In der Klagewelle um die Kosten für Gaststätten, die wegen der Corona-Pandemie schließen mussten, hat ein weiterer Wirt gegen seine Versicherung gewonnen.

mehr ...

Immobilien

USA: Baubeginne und Genehmigungen legen wieder zu

Der US-Immobilienmarkt hat sich nach einem leichten Dämpfer wieder besser entwickelt. Nach einem Rückgang im August erhöhten sich im September sowohl die Baubeginne als auch die Baugenehmigungen wieder. 

mehr ...

Investmentfonds

Brexit und Corona: Märkte in USA, Europa und UK mit unterschiedlichen Vorzeichen

Chris Iggo, CIO Core Investments, richtet seinen Blick auf die Märkte und sieht unterschiedliche Vorzeichen für Amerika, Europa und Großbritannien

mehr ...

Berater

Performance-Marketing als Treiber des Online-Recruiting

Recruiter, die heute noch junge Nachwuchstalente für sich gewinnen wollen, müssen neue Wege gehe. Werbung auf sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram bietet dabei unglaubliche Chancen und kann gleichzeitig zur Kostenreduktion führen. Gastbeitrag von Dawid Przybylski

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Klage gegen EY auf 195 Millionen Euro Schadensersatz

Der Insolvenzverwalter der Maple Bank hat die Wirtschaftsprüfer von EY wegen angeblich falscher Beratung bei den umstrittenen “Cum-Ex”-Geschäften zu Lasten der Staatskasse auf 195 Millionen Euro Schadensersatz verklagt.

mehr ...