22. November 2005, 00:00
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ACM: Heimatmarkt oft zu hoch bewertet

Viele Investoren begehen laut einer Studie von AllianceBernstein einen Fehler in ihrer Asset Allocation, indem sie ihrem Heimatmarkt ein viel zu großes Gewicht beimessen. ?Sie gehen ein Risiko ein und verpassen die Gelegenheit, die Performance des Portfolios zu verbessern?, erklärte Chris Nikolich, Senior Portfolio Manager, Style/Core Blend Equities von Alliance Capital Management. So machten zum Beispiel bei den amerikanischen Pension Plans die US-Aktien 85 Prozent aus. Lediglich die verbleibenden 15 Prozent verteilten sich auf Aktien aus anderen Regionen. Gemessen am MSCI World Index wären bei einer neutralen Gewichtung aber nur 53 Prozent amerikanischer Aktien gerechtfertigt. 32 Prozent seien damit dem so genannten Home-Country Bias geschuldet, der bewussten oder unbewussten Übergewichtung des heimischen Markts.

Ähnlich sieht es auch bei britischen Pension Plans aus. 64 Prozent der Aktien stammen aus Großbritannien, so Nikolich. Am MSCI World Index, macht der britische Aktienmarkt aber nur elf Prozent aus. Der signifikante Home-Country Bias britischer Investoren: Sie gewichten ihren Heimatmarkt mit 53 Prozent über.

Es gebe, so der ACM-Experte, verschiedene Gründe für die Übergewichtung des heimischen Aktienmarkts. Die Verbundenheit mit dem eigenen Land, die Vertrautheit, die Tradition als auch Loyalität und Patriotismus oder auch die bessere Kenntnis der regionalen rechtlichen Anforderungen seien Gründe für den Home-Country Bias, jedoch keine Bestandteile von Investment-Analysen.

Auch das Argument, ein Investment in die bekannten einheimischen Unternehmen sei mit weniger Risiken verbunden, konnte mit der AllianceBernstein-Studie widerlegt werden. Erstmals schnitt der MSCI World Index, nach vielen Jahren, meist gleich gut wie die regionalen Indizes ab. Die Studie zeigte auch, dass die regionalen Indizes zum Beispiel eine höhere Volatilität als der MSCI World aufweisen. Außerdem sei die Aktienauswahl auf den heimischen Märkten zwangsläufig wesentlich eingeschränkter. Aktien aus einem weitaus kleineren Universum zu wählen kann durch die begrenzte Auswahl weiteres Risiko mit sich bringen. Mit dem Home-Country Bias laufe ein Investor zusätzlich Gefahr, dass größere Einzelrisiken im Depot aufgebaut werden, weil einige mächtige Unternehmen die regionalen Indizes dominieren.

Auch den Einwand, dass mit einer globalen Asset Allocation ein Währungsrisiko entstehe, das nicht zu den Zahlungsverpflichtungen passe, die mit den Altersvorsorgeplänen verbunden sind, lässt Nikolich nicht gelten. ?Die Fremdwährungsrisiken können durch Hedging abgesichert werden, im Ergebnis ergibt sich eine niedrigere Gesamtvolatilität und eine geringere Abweichung von den Zahlungsverpflichtungen?, wandte Nikolich ein.

Dabei plädierte er für eine partielle Absicherung der Währungsrisiken, weil sich dadurch bei gleichzeitig besserem Risikoprofil zusätzliche Ertragschancen ergeben. Ein angemessenes Währungsengagement verbessere in einem globalen Portfolio die Chancen, zusätzlich Alpha, also eine Überrendite zu generieren. Ein weiterer Vorteil von angemessenem Währungsengagement ist, dass Währungsrenditen fast unkorreliert mit Aktienmarktrenditen sind.

Zusammenfassend erklärte Chris Nikolich, dass Investoren Ihre Risiken durch die Übergewichtung des einheimischen Markts nicht verringern, dass ein angemessenes Währungsengagement in einem globalen Aktien Portfolio beibehalten werden kann und ein globaler Ansatz nicht nur die Ausschöpfung eines viel größeren Aktienuniversums ermögliche, sondern auch die Ausnutzung von Währungsbewegungen.

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