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5. November 2008, 00:00
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Nach US-Wahl: Euphorie kam zu früh

Die euphorischen Reaktionen der Aktienmärkte im Vorfeld des nun endlich gewissen Wahlsieges von Barack Obama ändern am negativen Umfeld der Finanzkrise zunächst nichts, gibt Arnim E. Kogge, Leiter des Private Bankings bei der Stuttgarter Privatbank Ellwanger & Geiger (E&G), in seinem aktuellen Marktausblick zu bedenken.

Makrodaten und Abschreibungsbedarf bleiben kritisch

?Die nächsten Wochen werden zeigen, dass einige Banken, insbesondere auch eine ganze Reihe von kleineren Sparkassen, hohe Abschreibungen zu verzeichnen haben und die Länder mit einem extrem hohenDefizit rechnen müssen?, prognostiziert Kogge.

Der Experte erwartet, dass der dramatische Wertverfall und die Flucht der Anleger dazu führen, dass auch vieleHedgefonds den Betrieb einstellen müssen und einzelneIndustriezweige, insbesondere die Automobilindustrie, indirekteBeteiligungen des jeweiligen Bundeslandes brauchen, um mit derKrise fertig zu werden.

Kursrallyes überstrahlen immense Herausforderungen

Dennoch überwiege augenblicklich die Euphorie. ?Asien hat es bereits vorgemacht und mit demWahlausgang eine Kursrallye ausgelöst?, konstatiert der E&G-Spezialist. Doch Obama beginne, wie der zukünftige Präsident bereits selbst feststellte, in einer Zeit immenser Herausforderungen ? zweiKriege, ein Planet in höchster Gefahr und die schwerste Finanzkriseseit einem Jahrhundert.

Die Leit-Indizes zeigten indes bereits ersteErgebnisse, der Dax habe seine Widerstandslinie von 5.000Punkten ohne Probleme durchbrochen, die nächsteWiderstandslinie liege bei 5.500 Punkten. Der Euro Stoxx 50 seiebenfalls in einer Aufwärtsbewegung, aber erst ein Durchbrechender 2.600-Punkte-Marke werde die alte Abwärtsbewegungaufheben. Der Dow-Jones-Index habe die Widerstandslinie von9.500 Punkten knapp überschritten, er wäre nun frei bis 11.000Punkte.

Wie lange hält die Aufbruchstimmung an?

Doch wie lange die Aufbruchstimmung anhält, müsse sich erst zeigen. ?Trotz aller Wahleuphorie bleiben die Konjunkturprognosennegativ. Einige Staaten werden in die Rezession rutschen, fürDeutschland steht eine Stagnation an?, erklärt Kogge. Mit diesem Umfeld gelte esumzugehen.

Sicher werde die EZB mit weiteren Zinssenkungenaufwarten, bis zum Frühjahrnächsten Jahres sei damit zu rechnen, dass der Zins bis auf zwei Prozent zurückfallen wird. Die EZB-Maßnahmenund die verschiedenen aufgespanntenRettungsschirme sollten den einzelnen Märkten genugUnterstützung geben, um auch die Aktienmärkte zu beruhigen und zu stabilisieren.

Der Gesamtmarkt steht vor weiteren Verwerfungen

?Das heißt aber nicht, dass der Gesamtmarktnun nicht mehr von Verwerfungen heimgesucht wird. Es ist mitunveränderten Schwankungen zu rechnen, allerdings dürften dieAusschläge nach unten nicht mehr so groß werden?, erwartet Kogge. (hb)

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