Der richtige Umgang mit Blasenproblemen

Aus dem einmal begangenen Sündenfall hat sich insofern eine Kultur rollierender Blasen (beispielsweise Dotcom- oder Immo-Blase) etabliert, die insbesondere Sachkapital begünstigt. Auch im jetzigen Krisenszenario wird die Druckbetankung der Wirtschaft erst dann eingeschränkt, wenn sich der Arbeitsmarkt in den USA nachhaltig erholt hat. Da sind wir noch lange nicht! Denn Perspektivlosen kann man Stabilität genau so wenig schmackhaft machen wie Vegetariern saftige Steaks. Die Aufblähung von Vermögenswerten ist im Übrigen eine willkommene Therapie, um die Staatsverschuldung inflationär in den Griff zu bekommen.

Machen wir das Beste aus dieser Blasenkultur: Sie legt eine starke Sachkapitalorientierung, eben auch als Inflationsschutz, in der Vermögensaufteilung nahe. Hier sind neben der  selbst genutzten Immobilie auch verbrieftes Sachkapital in Form von Aktien der zyklischen Branchenführer und der dividendenstarken Unternehmen sowie der Schwellenländer und des Rohstoffsektors zu nennen. Bei Blasenproblemen muss sich der Anleger also nicht grämen und kleinmütig mit den Hühnern scharren. Mit der richtigen Therapie kann er auch mit den Adlern fliegen.

Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Mit Wertpapieranalyse und Anlagestrategien beschäftigt er sich seit Abschluss seines betriebswirtschaftlichen Studiums 1990. Halver verfügt über langjährige Erfahrung als Kapitalmarkt- und Börsenkommentator und ist durch regelmäßige Medienauftritte bei Fernseh- und Radiostationen, auf Fachveranstaltungen und Anlegermessen sowie durch Fachpublikationen präsent.

Weitere Kolumnen von Robert Halver:

Staatsverschuldung – Nie war sie so wertvoll wie heute!

Foto: Baader Bank

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