27. Oktober 2010, 13:20
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Das Pippi-Langstrumpf-Prinzip in der Finanz- und Geldpolitik

Als Kinder haben wir wahrscheinlich alle Pippi Langstrumpf geliebt, die sich mit Erfolg allen Zwängen der Welt widersetzte und konsequent ihr Lebensmotto verfolgte: „Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt.“

Robert-halver-teaser-Dc1348 in Das Pippi-Langstrumpf-Prinzip in der Finanz- und Geldpolitik

Mich persönlich hat insbesondere gefreut, dass diese schwedische Göre keinerlei Konsequenzen ihres Handelns zu befürchten hat.

Ähnlichkeiten mit der aktuellen Finanz- und Geldpolitik sind unverkennbar. Auch hier hat man sich den Zwängen der Stabilität und der marktwirtschaftlichen Preisfindung entledigt. Stattdessen wird eine Politik des Füllhorns und der staatlichen Einmischung praktiziert.

Deutlich wird dies am Beispiel der USA. Um die Fixkosten auf ihre dramatische Staatsschuld, also die Zinsen, zu erwirtschaften, brauchen die USA dringend Wachstum. Eine Rezession würde diese angeschlagene Volkswirtschaft nicht lange aushalten. Die Staatsnachfrage muss also die private Nachfrage ersetzen. Na, wenn das kein Alibi ist, die Sparbemühungen kräftig zu vernachlässigen.

An dieser Stelle bin ich gespannt, wie lange das Rezessionssparen zum Beispiel in Großbritannien oder auch Griechenland anhalten kann. Sparen, Wirtschaftswachstum generieren und Schulden zurückzahlen sind vielleicht beim Überraschungsei möglich, nicht aber in einer prekären Volkswirtschaft. Immerhin hat man in einer deutsch-französischen Kungelei die automatische Bestrafung von Defizitsündern zugunsten einer Verhandlungslösung aufgegeben. Da werden sicherlich Schlupflöcher für etwas mehr In- und weniger Stabilität gefunden werden.

Konjunkturelle Schützenhilfe erhält die Finanz- von der Geldpolitik, die sich ihre Welt auch passend zurechtbiegt. War früher noch die Bekämpfung der Inflation ein Ziel von Notenbanken, so ist es heute deren Generierung. In den USA soll der Konsument über höhere Inflationsraten heute kaufen, weil es morgen teurer wird. Ganz nebenbei wird damit – als Abfallprodukt – auch die Staatsverschuldung real weginflationiert.

Lesen Sie auf Seite Zwei, warum “Freibier für alle” zu einem üblen Kater führen kann.

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