Ideallinie im Visier

Absolute Return – inzwischen gehen zahlreiche Fondsmanager an den Start, die allzeit Rendite erwirtschaften wollen. Bislang meistern allerdings nicht viele diese anspruchsvolle Herausforderung auch unfallfrei.

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Text: Marc Radke

Obwohl die Sonne ihren Zenit bereits verlassen hat, herrschen in Wien noch gut 40 Grad, als Leo Willert eine besonders seltene Spezies vorstellt: erfolgreiche Absolute-Return-Fonds.

Es sind die Strategien seiner zur österreichischen C-Quadrat-Gruppe gehörenden Arts-Investmentboutique, die das erreicht haben, was viele wollen: Anlegern ermöglichen, an den Aktien- und Rentenmärkten weitgehend unabhängig vom Marktgeschehen zu verdienen und, selbst wenn die Kurse in den Keller gehen, schon nach kurzer Zeit wieder verlustfrei auszusteigen.

„Unser Ziel ist, in Phasen steigender Kurse die Performance des Aktienmarktes möglichst mitzunehmen, in einer Baisse hingegen die Verluste zu begrenzen“, fasst Willert zusammen.

Das klingt gerade in turbulenten Börsenphasen nach einem idealen Ansatz, verunsicherten Kunden lukrative, aber nicht risikolose Investments näherzubringen. Deswegen ist Absolute Return in der Theorie eine brillante Produktidee für unruhige Zeiten. Das Ganze hat nur in der Praxis einen Haken: Bislang konnte das Gros der Anbieter die selbst gesteckten Ziele leider gar nicht erfüllen.

Im Sommer 2009, ein knappes Jahr nach dem akuten Ausbruch der Finanzkrise, hatte beispielsweise mehr als die Hälfte der hierzulande erhältlichen Offerten seinen Anteilseignern nach dreijähriger Investition ein Minus beschert (siehe Cash. 8/2009). Vom eigenen Anspruch, Verluste zu begrenzen und schnell zu überwinden, waren die häufig als „innovative Alleskönner“ beworbenen Fonds weit entfernt, standen massiv in der Kritik und verloren reihenweise ihre Kunden.

„Vor allem das Krisenjahr 2008 hat bei Absolute-Return-Produkten deutliche Spuren hinterlassen“, weiß Ralf Lochmüller, Geschäftsführer und Sprecher der Partner des Frankfurter Asset Managers Lupus Alpha. Die Fondsboutique verwaltet rund sechs Milliarden Euro, drei Viertel entfallen auf Return-Konzepte.

Ab Juni 2007 fiel das Volumen der untersuchten Fonds von 38,4 Milliarden Euro innerhalb eines Jahres um mehr als ein Drittel auf 23,4 Milliarden Euro. Bis Juni 2009 ging der Aderlass dank negativer Wertentwicklung, Mittelabflüssen und Fondsschließungen weiter, das verwaltete Vermögen sank um ein weiteres Viertel auf nur noch 18,5 Milliarden Euro.

Lesen Sie auf Seite 2, wie ein einzelner Trendfolger Milliarden Euro einsammelt.

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