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Janus Capital: Der Euro bleibt unter Druck

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation in Europa wird es der Euro weiterhin schwer haben. Zu dieser Einschätzung kommt Carmel Wellso, Aktien-Analystin beim US-Asset-Manager Janus Capital, in einem aktuellen Marktkommentar zu Finanzunternehmen außerhalb der USA.

„Zum einen müssen die Regierungen mehr Kapital aufbringen, um die Rettung der Bankensysteme zu finanzieren“, sagt Wellso. Daher sei es erforderlich, mehr Geld in Umlauf zu bringen, was die Währung unter Druck setzen werde. Zudem würden die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand zu einer verhaltenen Entwicklung der Wirtschaft führen.

„Die Konsenserwartungen für das europäische Wirtschaftswachstum belaufen sich für die nächsten drei Jahre auf 1,3 Prozent pro Jahr“, sagt Wellso. Die Europäische Zentralbank schätzt den Zuwachs der Wirtschaftsleistung in ihrem Monatsbericht von Anfang August mit 1,1 Prozent noch etwas vorsichtiger ein.

Die schwierigen Bedingungen am europäischen Markt spiegelten sich laut Wellso bereits in den Aktienpreisen einiger Finanzunternehmen wider. „Das führt zu einer attraktiven Bewertung von Gesellschaften mit einer starken Bilanz und soliden langfristigen Wachstumsaussichten“, erklärt Wellso weiter.

Beispiele hierfür seien Qualitätsunternehmen aus dem Finanzsektor, die einen Großteil ihrer Erträge außerhalb der EU generierten. In dieser Hinsicht seien besonders Wachstumsmärkte wie Lateinamerika oder Asien attraktiv. Einen besonderen Reiz sieht Wellso im asiatischen Versicherungsmarkt.

„Aufgrund steigender Haushaltseinkommen in der Region beginnen die Menschen, Geld für zusätzliche Dienstleistungen auszugeben. Dazu gehören auch steigende Investitionen in Lebensversicherungen und andere Finanzprodukte“, sagt Wellso. Ein besonderer Blick lohne sich auf den Finanzkonzern HSBC, der in Asien stark vertreten sei. Vor allem im Bereich private Vermögensverwaltung sowie auch bei der Platzierung von Anleihen und Aktien habe das Unternehmen starke Zuwächse verzeichnen können. (hb)

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