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19. Oktober 2010, 11:16
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Tagesgeld allein macht nicht glücklich

Deflation, Inflation, Hyperinflation – wohin geht die Reise? Viele Anleger spüren, dass ihr Geld auf dem Sparbuch oder in Form von Staatsanleihen mit Minirenditen nicht gut aufgehoben ist, besonders wenn die Inflation kommt.

Gastkommentar: Hans-Jörg Naumer, Allianz GI

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Hans-Jörg Naumer, Allianz GI

Sorgen bereitet hier vor allem die Nullzinspolitik von Fed, EZB & Co. Voraussetzung für eine geldpolitisch getriebene Inflation wäre allerdings, dass der monetäre Impuls auch tatsächlich zur Überhitzung führt. Auffällig ist, dass sich die Bilanzen der amerikanischen Zentralbanken und der Euro-Zentralbank zwar massiv aufblähten – eine Folge des verstärkten Ankaufs von Anleihen – die Geldmenge  der USA, Europas und Japans wuchs aber seit Herbst 2007 immer langsamer, ja schrumpfte sogar zuletzt.

Der geldpolitische Impuls kommt über die Kreditvergabe in der Wirtschaft nur gedämpft an. Er hilft aber den Banken bei der Refinanzierung, da die Zinsstrukturkurven trotz niedriger Renditen der langen Laufzeiten immer noch steil sind und unterstützt die US-amerikanischen Häuslebauer, da deren Hypothekenzinsen stark am Leitzins der Fed hängen.

Wachstum statt Rezession

Auch haben die Kapazitätsauslastungen der Firmen trotz konjunktureller Erholung immer noch nicht ihr Vorkrisenniveau erreicht. Inflationssymptome gibt es also noch keine. Es geht also nicht um eine stark steigende Inflation oder gar Hyperinflation, es geht um die Reflationierung der Wirtschaft. Genau das sollten die Fiskalpakete und die Geldpolitik erreichen: Die Umkehr von der Rezession in Wachstum und die Verhinderung des Preisverfalls, der Deflation. Risiko dabei: Steuern die Zentralbanken zu spät gegen, könnte es zu einem Überschießen bei der Preisentwicklung kommen.

So oder so gilt: (Tages-)Geld allein macht nicht glücklich. Es geht um die realen Werte bei der Anlage, um zumindest einen Kapitalerhalten und damit die Sicherung des Lebensstandards zu erreichen. Reale Werte – da gehören Rohstoffe und Aktien mit dazu.

Hans-Jörg Naumer schreibt als Kolumnist im Cash.-Magazin über aktuelle Themen der Kapitalmärkte. Naumer ist seit 2000 Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Allianz Global Investors KAG (AGI), Frankfurt.

Foto: Allianz GI

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