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Vermögensverwalter zweifeln am Beratungsprotokoll

Die Protokollpflicht bei der Finanzberatung lässt seit Jahresbeginn auch unabhängige Vermögensverwalter nicht unbetroffen. Einer Umfrage des Branchenverbands VuV zufolge sind allerdings rund 85 Prozent von ihnen der Ansicht, dass das Protokoll den Kunden bei der Anlageentscheidung nicht wirklich unterstützt.

Günter T. Schlösser, VuV

Zwar besteht im Rahmen eines klassischen Mandats zur Vermögensverwaltung keine Protokollierungspflicht. „Aber viele Kunden möchten speziell zu einzelnen Anlagen außerhalb der Vermögensverwaltung eine Beratung. In solchen Fällen müssen wir die Empfehlung über mehrere Seiten protokollieren“, erklärt Günter T. Schlösser, Vorstandsvorsitzender des Verbands unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV). Oftmals würden Kunden dies jedoch als störend empfinden, so Schlösser weiter.

Aus einer Umfrage des Verbands gehe hervor, dass zahlreiche Kunden das Protokoll als bürokratische Formalität empfinden. Für Chef-Lobbyist Schlösser ist der Fall damit eindeutig: Das den unabhängigen Vermögensverwaltern entgegengebrachte Vertrauen ist so hoch ist, dass ein Bedarf für Beweismittel nicht gesehen wird.

Generell sieht man sich und seinen Anhang beim VuV derzeit im Aufwind. So registriere mehr als die Hälfte der angeschlossenen Finanzportfolioverwalter (54 Prozent) eine verstärkte Nachfrage von Kunden. Das entspreche einer Steigerung von sieben Prozent im Vergleich zur letzten Umfrage, die der Verband unter seinen Mitgliedern durchführte.

Befragt zur Zukunft der Honorarberatung glauben derzeit nur 44 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sich diese Beratungsform hierzulande gegenüber der Bezahlung von Finanzberatern über Provisionen in den kommenden Jahren durchsetzen wird. In der letzten Umfrage lag dieser Anteil noch bei über 50 Prozent. (hb)

Foto: VuV