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Anlegerstudie: Risikobereitschaft sinkt

Unter deutschen Anlegern sinkt die Bereitschaft, bei ihren Investments Risiken einzugehen. Gleichzeitig wächst der Wunsch, Geld zuvorderst im eigenen Land anzulegen. Diese Ergebnisse liefert eine von Goldman Sachs Asset Management, Frankfurt, veröffentlichte Umfrage.

Weitere Resultate der Erhebung: Die Mehrheit der Anleger hierzulande glaubt, dass Deutschland in hohem Maße am Aufstieg Chinas und anderer Wachstumsmärkte teilhaben wird.

Konjunktursorgen dominieren aktuell

Das derzeitige Konjunkturklima hat zu einer Risikoaversion geführt. 92 Prozent der Befragten gaben ihre Risikobereitschaft mit “gering” (53 Prozent) oder “mittel” (39 Prozent) an. Die größten Risiken für die deutsche Wirtschaft liegen demnach in einem Zusammenbruch des Euros (35 Prozent), in Inflation (16 Prozent) oder einer weltweiten Rezession (15 Prozent).

In Brasilien, Russland, Indien und China lockt in den nächsten Jahren das größte Wachstumspotenzial, dennoch investieren derzeit nur 17 Prozent der Anleger außerhalb Deutschlands.

Jim O’Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, erklärt zu den Ergebnissen der Umfrage: „Wir glauben, dass einige führende Schwellenländer der Welt jetzt als Wachstumsmärkte bezeichnet werden sollten und dass diese Entwicklung eine grundlegende Verschiebung auf dem Gebiet der Kapitalanlage bedeutet.”

Goldman Sachs AM empfiehlt Investments in der Ferne

Die Umfrage deute darauf hin, dass sich deutsche Anleger dieser Verschiebung bewusst sind, so O’Neill. Sie zeige allerdings auch, dass die aktuell an den Märkten herrschende Unsicherheit die Risikoaversion deutscher Anleger verstärkt hat und sie in hohem Maße auf Anlagechancen in Deutschland fokussiert sind: “Die Umfrageergebnisse weisen auf ein erhebliches, bislang ungenutztes Potenzial für deutsche Anleger hin. Die aufstrebenden  Länder werden zukünftig die Rolle von Wachstumslokomotiven in der Weltwirtschaft übernehmen. Deutschland hat einige starke Exportunternehmen, die vom Wachstum in den Schwellenländern profitieren. Jetzt aber ist der Zeitpunkt, über die Grenzen Europas hinauszublicken und die Chancen in den neuen Wachstumsmärkten, die die Weltwirtschaft umgestalten, wahrzunehmen.“ (mr)

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