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22. Juli 2011, 12:30
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Inflation: Profi-Anleger zweifeln an EZB

36 Prozent der großen institutionellen Investoren in Europa erwarten auf Fünfjahressicht eine Euroraum-Inflation, die deutlich über dem Notenbank-Zielwert von zwei Prozent liegt. Das ist das Ergebnis einer von ING Investment Management (ING IM) durchgeführten Umfrage.

Geldbrennt-127x150 in Inflation: Profi-Anleger zweifeln an EZB44 Prozent der 52 Teilnehmer warnten davor, dass die unkonventionellen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) wie die aktuell unbegrenzte Liquidität und der Ankauf von Peripherieanleihen letztendlich die Inflation nach oben treiben.

Wie stark die Inflationserwartungen gestiegen seien, zeige sich, so ING IM, auch in der Verteilungskurve der Antworten, denn nur zwei Prozent rechnen in den nächsten fünf Jahren mit einer hartnäckigen Deflation, während acht Prozent davon ausgehen, dass die Teuerungsrate in diesem Zeitraum konstant über vier Prozent liegen wird.

Offenbar sei die schwindende Glaubwürdigkeit der EZB ein wesentlicher Grund für die tendenziell höheren Inflationserwartungen. So trauten nur 23 Prozent der Befragten der Institution zu, mittelfristig für eine niedrige und stabile Inflation zu sorgen. In diesem Zusammenhang erklärten auch nur 13,5 Prozent der Umfrage-Teilnehmer, dass die unkonventionellen Maßnahmen, die die EZB aktuell ergreift, ihres Erachtens keine höhere Inflation auslösen.

Auch die steigenden Rohstoffpreise verursachen bei den Profi-Anlegern Inflationssorgen, doch sei ihr Einfluss letzten Endes wohl nur gering, meint ING IM. Obwohl 40 Prozent der Befragten die Rohstoffpreise als Teil des allgemeinen Inflationsproblems identifizierten, hielten 21 Prozent das Risiko, dass sie die Teuerungsrate tatsächlich nach oben treiben, für begrenzt oder inexistent.

Auf die Frage, wo in der Welt die Inflationsrisiken besonders hoch sind, nannten 42 Prozent der Teilnehmer die Schwellenländer, 28 Prozent die USA und 22 Prozent Europa. Nur acht Prozent der institutionellen Anleger rechnen mit erheblichen Inflationsrisiken in Großbritannien.

Insgesamt prognostiziert ING IM für das nächste Jahr in den großen Märkten eine rückläufige Inflation. Für 2011 sieht das Unternehmen die Inflation in den USA bei 2,8 Prozent, in Europa bei 2,6 Prozent und in Großbritannien bei 4,4 Prozent. Für 2012 liegen die Schätzungen bei 2,0 Prozent, 1,9 Prozent und 2,5 Prozent. (hb)

Foto: Shutterstock

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