10. Mai 2012, 10:22
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die griechische Tragödie – Finale, Zugabe oder weiterer Akt?

Aristoteles schrieb vor über 2.000 Jahren, die “Struktur der besten Tragödien sollte komplex sein und Wendepunkte aufweisen, die Furcht und Mitleid auslösen”. Der große griechische Philosoph dürfte damals kaum geahnt haben, wie sehr er die Probleme seines Landes derzeit beschrieben hat. 

Griechenland-Krise

Gastkommentar von Ryan Hughes, SIG

Griechenland und die Finanzmärkte verarbeiten noch die Wahlergebnisse des letzten Wochenendes, da zeigen sich bereits Furcht und Mitleid gleichermaßen. Geängstigt zeigt sich die griechische Bevölkerung durch die 21 Mandate, welche die rechtextreme Partei “Goldene Morgendämmerung” errungen hat, aber auch von den 26 Sitzen für die kommunistische KKE.

Extremisten sind damit erstmals politisch stark geworden. Doch Mitleid hat gleichfalls eingesetzt. So wird weltweit bedauert, wie sehr das Volk unter den schmerzhaften Einschnitten der Sparprogramme leidet, während die Tragödie von Akt zu Akt weitergeht.

Griechenland-Krise: Was nun?

Die Finanzlage des Landes bleibt in einem furchtbaren Zustand. Die Möglichkeit, dass Griechenland bis zum Sommer das Geld ausgeht ist real. Die Aktienbörse in Athen befindet sich auf ungebremster Talfahrt, nach den Wahlen ging es noch einmal um zehn Prozent abwärts. Da es, die für die Spar- und Rettungspakete stimmenden, Großparteien nicht geschafft haben, eine Regierung zu bilden, versuchen sich nun ihre kleineren Gegner an dem Vorhaben. Dies erhöht die Chance, dass Griechenland den Euro verlassen wird, was voreilig wäre, denn viele Griechen erwarten, dass es außerhalb des Euro nur noch schlimmer wird.

Wenn keine Regierung zustande kommt, dann wird es im Sommer Neuwahlen geben, die mehr denn je ein Referendum über den Verbleib in der Eurozone darstellen dürften. Je greifbarer dieses Szenario wird, desto mehr dürften die von den extremen Parteien gesäten Befürchtungen, die Griechen wieder in die Arme der großen Parteien treiben.

Es ist also fast schon ironisch, dass ausgerechnet die Großparteien und ihr Ängste verbreitender Sparkurs den Griechen klar werden lassen könnte, dass die Rückkehr zur Drachme, mehr als sie glauben, ein Schritt zurück ins alte Griechenland ist.

Autor ist Ryan Hughes, Senior Fund Manager, Skandia Investment Group

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Rentenversicherung: Coronakrise lässt Reserve sinken

Infolge der Coronakrise sinkt nach einer Schätzung der Rentenversicherung die Rücklage der Rentenkasse. Die Versicherung sieht aber begrenzte Auswirkungen durch die Krise, da auch während des Bezugs von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt würden.

mehr ...

Immobilien

CDU und FDP reichen Verfassungsklage gegen Mietendeckel in Berlin ein

Der Mietendeckel in Berlin wird zum Fall für das Landesverfassungsgericht. Die Fraktionen von CDU und FDP im Abgeordnetenhaus reichen am Montag ihre schon seit längerem in Aussicht gestellte Normenkontrollklage beim Verfassungsgerichtshof ein.

mehr ...

Investmentfonds

Warum Gold die einzig wahre Währung ist: Fünf Gründe für das Edelmetall

„Papier wird zu Papier, nur Gold bleibt Geld. Alles andere ist Kredit“ – so der US-amerikanische Unternehmer und einflussreichste Privatbankier seiner Zeit, John Pierpont Morgan (1837–1913). Ist da etwas dran? Ist die Zeit des Papiergeldes nur eine Epoche, die des Goldes jedoch von ewiger Dauer? Und ist Gold in der Finanzwelt auf lange Sicht das Einzige, was glänzt? Aurimentum, Spezialist für Goldanlagen per Ratenkauf, nennt fünf Gründe, welche die Theorie von J.P. Morgan bestätigen.

mehr ...

Berater

Corona drückt Preise für Maklerunternehmen nicht

Den Makler Nachfolger Club e.V. erreichen im Moment einige Anfragen, ob und wie sich die Kaufpreise für Maklerunternehmen und Bestände in Zeiten der Corona-Pandemie verändern. Vorstand Oliver Petersen kommentiert die aktuelle Marktsituation.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia: Neun der zwölf Fonds trotz Corona im Plan

Der Immobilienkonzern Patrizia AG meldet einen weitgehend prognosegemäßen Verlauf seiner Fonds für private und semiprofessionelle Anleger. In drei Fällen wird ein Teil der möglichen Ausschüttung für 2019 jedoch Corona-bedingt zurückgehalten.

mehr ...

Recht

Studie zur Grundsteuer: Bundesgesetz verstößt gegen die Verfassung

Das Gesetz zur Reform des Grundsteuer- und Bewertungsrechts verletzt nach Ansicht von Prof. Gregor Kirchhof, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Finanzrecht und Steuerrecht und Direktor des Instituts für Wirtschafts- und Steuerrecht an der Universität Augsburg, das Grundgesetz. Die Gründe

mehr ...