Anzeige
26. Dezember 2013, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anleihe-Anleger brauchen langen Atem

Robert M. Hall, ist Fondsmanager bei MFS Investment Management für den Bereich Institutional Fixed-Income. Er gibt seine Einschätzung für die Anleihe-Märkte im kommenden Jahr.

Hall RobertMFS in Anleihe-Anleger brauchen langen Atem

Robert Hall, MFS, ist nur verhalten optimistisch für die Anleihemärkte in 2014.


Ein äußerst schwaches Jahr haben Anleihe-Investoren hinter sich. Auf der Suche nach attraktiveren Renditen, Kapitalschutz und aktienähnlichen Erträgen trafen sie auf gnadenlose Märkte. Die Ergebnisse waren entsprechend enttäuschend. Anleihen litten unter dem enormen Anstieg der Treasury-Renditen und immer neuen Mittelabflüssen. In einigen Marktsegmenten wie Stadtanleihen und Emerging-Market-Anleihen ist diese Entwicklung noch immer nicht vorüber. Hinzu kam die geringe Liquidität am Sekundärmarkt, welche die Credit-Märkte noch immer plagt.

Risiko der Spreadausweitung

Als all dies zu einer ungewöhnlichen positiven Korrelation zwischen Treasury-Renditen und Credit-Spreads führte, wurde die ohnehin prekäre Lage noch schlimmer. Die Umkehr der üblicherweise negativen Korrelation drohte unsere Überzeugung in Frage zu stellen, dass die Credit-Spreads der beste Schutz der Anleger gegen steigende Zinsen sind. Selbst jetzt besteht noch das Risiko, dass sich die Spreads ausweiten, während die Staatsanleiherenditen steigen. Der Renditeanstieg dürfte aber geringer ausfallen als im Mai und im Juni. Nur wenige Anleiheinvestoren dürften das Jahr 2013 mit eindeutig guten Ergebnissen abschließen. Mit 0,41 Prozent Ende November ist der in US-Dollar abgesicherte Barclays Global Aggregate Index auf dem besten Wege zu seiner schlechtesten Jahresperformance seit 1994.

Volatile Schwellenlandmärkte

Die Gewinner dieses Jahres könnten andere sein als anfangs angenommen. Vor gar nicht langer Zeit waren Emerging-Market-Anleihen des Anlegers liebstes Kind. Nach einer relativ schwachen Wertentwicklung – insbesondere der „wackligen Fünf‘‘ Brasilien, Indonesien, Indien, Türkei und Südafrika – haftet Emerging-Market-Anleihen ein Makel an, den sie wohl eine Weile nicht abschütteln können. Die augenscheinlich stabilen und verlässlichen US-Investmentgradeanleihen waren weniger volatil als viele andere Spread-Produkte. Dennoch haben sie an Wert verloren und sich nur wenig besser entwickelt als US-Treasuries (47 Basispunkte Mehrertrag von Januar bis Ende November), die in diesem Jahr höchstwahrscheinlich das Schlusslicht sein werden. Andererseits waren High-Yield-Anleihen Anfang 2013 überbewertet und werden dies vermutlich auch Ende des Jahres sein. Dennoch haben sie bis zum 30. November recht ordentliche laufende Erträge von 6,87 Prozent erzielt.

Je länger der Horizont, desto besser

Da stellt sich die Frage, ob die Coupons High Yield auch im nächsten Jahr retten können – trotz der Überbewertung, schwächerer Kreditkennziffern und weniger gläubigerfreundlichen Emissionsbedingungen. Je länger der Horizont, desto besser die Perspektive Mit einem ausreichend langen Anlagehorizont und dem Zinseszinseffekt vor Augen sind wir recht optimistisch. Üblicherweise verlieren oder gewinnen Anleihegläubiger nicht über ein Jahr oder gar zehn Jahre. In der Vergangenheit waren Anleihe-Baissen immer recht kurz. In den 38 Jahren seit seinem Bestehen hat der Barclays US Aggregate Bond Index in 93 Prozent aller Monate positive gleitende 12-Monats-Erträge erzielt, in 98 Prozent aller Monate positive 24-Monats-Erträge, in 99 Prozent aller Monate positive 36-Monats-Ertrage und ausnahmslos immer positive 60-Monats-Erträge.

Der bei steigenden Zinsen unvermeidbare Kursrückgang ist zwar für Anleihegläubiger ungünstig, aber es gibt einen Ausgleich. Die Wiederanlage der Coupons zu höheren Renditen kann am Ende zu einer höheren Langfristperformance führen – höher als wenn die Zinsen niedrig geblieben oder sogar noch gefallen wären. Wer also Geduld hat, wird wahrscheinlich feststellen, dass die Zeit für ihn arbeitet.

Foto: MFS

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Altersvorsorge: Niedrigzins und neue Produktideen

Die Altersvorsorge befindet sich im Umbruch, diverse neue Produkte drängen auf den Markt. Auch die Gothaer hat ihr Portfolio überarbeitet und ist mit einem neuen Angebot gestartet. Am Anfang der Produktentwicklung stand eine umfangreiche Marktanalyse.

Gastbeitrag von Michael Kurtenbach, Gothaer Leben

mehr ...

Immobilien

Ostdeutsche Wohnungsmärkte im Auftrieb

In Ostdeutschland sind die Kauf- und Mietpreise für Wohnimmobilien in Mittelstädten gestiegen, die Wohnkostenbelastung hat im Schnitt aber abgenommen. Der “Wohnungsmarktbericht Ostdeutschland 2017” hat untersucht, in welchen Städten die Entwicklung am dynamischsten war.

mehr ...

Investmentfonds

Droht der nächste Börsencrash?

Der “Schwarze Montag” ist auf den Tag genau 30 Jahre her. Damals lösten Algo-Trading-Systeme einen Börsen-Crash aus. In einigen Bereichen ist die Marktstruktur auch heute besorgniserregend. Wie wahrscheinlich ist ein erneuter Crash? Gastbeitrag von James Bateman, Fidelity International

mehr ...

Berater

Finanzvertriebe: Bester Service aus Kundensicht

Welche Finanzvertriebe bieten ihren Kunden das beste Serviceerlebnis? Dieser Frage ist das Kölner Analysehaus Servicevalue in Kooperation mit der Tageszeitung “Die Welt”. Im Serviceranking über alle Branchen hinweg liegen die Finanzvertriebe im oberen Mittelfeld.

mehr ...

Sachwertanlagen

Capital Stage baut institutionelles Erneuerbare-Energien-Portfolio aus

Die innerhalb der Capital Stage Gruppe auf das Asset-Management-Geschäft für institutionelle Anleger spezialisierte Chorus Clean Energy AG hat für einen von ihr gemanagten Luxemburger Spezialfonds weitere Solar- und Windparks in Deutschland mit einer Gesamterzeugungsleistung von nahezu 20 MW erworben.

mehr ...

Recht

Immobilienverkauf: Die wichtigsten Schritte für Käufer und Verkäufer

Beim Immobilienverkauf sind unabhängig von der Preisverhandlung einige Schritte nötig, die sich bei Käufer und Verkäufer gar nicht so sehr unterscheiden. Wie sich beide Parteien auf den Notartermin vorbereiten sollten und welche Dokumente dafür wichtig sind:

mehr ...