Anzeige
Anzeige
18. Juli 2014, 09:33
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Die Zinsjagd ist unerbittlich…

… der Zinshunger unersättlich. Inzwischen sind zuvorderst Ramschanleihen im Visier der Zinsjäger.

Kolumne: Robert Halver, Baader Bank

Halver

Robert Halver, Baader Bank

Wenn ich das Verhalten von Zinsanlegern beobachte, werde ich unweigerlich an Jagdszenen in der afrikanischen Savanne erinnert. Ähnlich wie Löwen, die Antilopen hetzen, jagt die Anlegermeute lukrativen Investmentmöglichkeiten zur Befriedigung ihres Zinshungers hinterher.

Stationen der Zinsjagd: Erst deutsche Staatsanleihen…

Es war einmal die gute alte Zeit, in der die Zinstöpfe noch prall gefüllt waren. 2008 konnten Anleger, die durch das Platzen der Immobilienblase zu Aktien-Hungerleidern wurden, mühelos bei deutschen Staatsanleihen auf ihre Nährwerte kommen. Da gab es im Durchschnitt fast fünf Prozent Rendite. Auf die Idee dieser alternativen Zinsspeisung kamen aber sehr schnell sehr viele: Schon nach einem Jahr hatten sich die deutschen Staatsrenditen um zwei Prozentpunkte reduziert.

…dann stabile Unternehmensanleihen…

Trotzdem gab es keine Hungersnot unter den Zinsgläubigen. Denn anschließend fand das große Zinsfressen bei Unternehmensanleihen im Euroraum statt, die mit mindestens Investmentgrade Anfang 2009 über sieben Prozent Rendite boten. Das machte richtig zinssatt, zumindest vorläufig. Denn wie bei deutschen Staatspapieren setzte auch hier zügig die Hungerperiode ein. Bereits bis Ende 2010 hatten sich die Zinsen ungefähr halbiert.

…dann Staatspapiere aus Euro-Süd…

Über mangelnde Zins-Nährwerte brauchte sich aber auch da noch niemand zu beschweren. Denn 5-Sterne-Koch Mario Draghi zauberte ein üppiges Zinsmenü. Mit seinem Rettungsversprechen für die Euro-Peripherie sorgte er dafür, dass den Anlegern wie im Schlaraffenland die gebratenen Zins-Tauben nur so in den Mund flogen. Mitte 2012 gab es für fünfjährige Staatsanleihen in Portugal 11 und in Italien bzw. Spanien um die sechs Prozent Rendite. Da sich daran jedoch die gesamte Finanzwelt den Magen vollschlug, haben sich die Renditen zuletzt in etwa gedrittelt.

Mittlerweile sind alle konventionellen, früher reichhaltigen Zinsbüffets geplündert. Aus ihnen wurden wahre Hungerzonen, die nach Inflation und Steuern sogar zu Gewichtsverlust bei Zinsanlegern führen. Sparbücher oder Festgelder würde ich sogar als Sahelzonen bezeichnen.

Seite zwei: …und jetzt Ramsch?

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebliche Krankenversicherung - Mobile Asset Fonds - Immobilienpreise - Nachfolgeplanung

Ab dem 14. September im Handel.

 

Rendite+ 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Ferienimmobilien - Niedrigzinsen - Preisrallye Gewerbeimmobilien - Immobilienkredite

Versicherungen

Neue Arzneimittel teuer mit wenig Innovationskraft

Die Preise für neue Arzneimittel steigen nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) sprunghaft, während ihre Innovationskraft den Erwartungen nicht gerecht wird. Das geht aus dem “Innovationsreport 2017” der TK hervor, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

mehr ...

Immobilien

Fehlendes Bauland treibt Grundstückspreise in Deutschland

Fehlende Grundstücke und fehlendes Baurecht sind nach einer neuen Studie des Bundes die entscheidende Hürde für bezahlbare neue Wohnungen in Deutschlands Großstädten. Vor allem in den Metropolen trage auch Grundstücksspekulation dazu bei, die Preise in die Höhe zu treiben.

mehr ...

Investmentfonds

Bundestagswahl alles andere als ein Non-Event für die Märkte

Nach Meinung des Vermögensverwalters Blackrock setzt die Bundestagswahl den entscheidenden Rahmen, innerhalb dessen zumindest in den nächsten vier Jahren das Wohl und Wehe auch für die Kapitalanlage entschieden wird.

mehr ...

Berater

Nachfolgeplanung: Den richtigen Partner finden

Nachfolgeplanung ist für Makler von existenzieller Bedeutung. Zum einen müssen sie die Betreuung ihrer Kunden und das eigene finanzielle Auskommen im Ruhestand absichern und zum anderen für den Notfall vorsorgen. Hierauf sollten sie sich möglichst frühzeitig vorbereiten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Investitionen in Pflegeheime für US-Senioren

Der Asset Manager Deutsche Finance Group aus München investiert in einen institutionellen Zielfonds mit der Fokussierung auf Pflegeeinrichtungen in den USA.

mehr ...

Recht

Erbschaftsteuer: Geerbter Pflichtteilsanspruch muss versteuert werden

Ein vom Erblasser nicht geltend gemachter Pflichtteilsanspruch ist Teil des Nachlasses und muss daher vom Erben versteuert werden. Dabei kommt es nicht darauf an, dass der Pflichtteilsanspruchs durch den Erben geltend gemacht wurde. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden.

mehr ...