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Riester-Fondssparplan: Mehrwert für die Altersvorsorge

Die Riester-Rente kämpft nach wie vor mit einem Imageproblem. Dabei kann sie gerade in Form eines Sparplans im Fondsmantel derzeit einen echten Mehrwert für die Altersvorsorge der Anleger bieten.

Auch Gutverdiener profitierten über die komplette steuerliche Förderung der Riesterbeiträge, so das IVFP.

Das Urteil des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) fällt eindeutig aus: Im Hinblick auf die Rendite gibt es keinen Grund, die Riester-Rente [1] schlecht zu reden.

“Dass sich Riester für nahezu jeden lohnt, zeigen von uns durchgeführte Berechnungen”, sagt IVFP-Geschäftsführer Frank Nobis. Auch der “gegenwärtig vorherrschende Niedrigzins [2]” mache die Rentabilität von Riester nicht zunichte.

“Selbst wenn man lediglich den Höchstrechnungszins von 1,75 Prozent zugrunde legt, erzielen Riester-Policen immer noch nennenswerte Renditen. Im Vergleich zu nicht geförderten Sparalternativen ist Riester unschlagbar”, meint Nobis.

Rahmenbedingungen nutzen

Um zu diesem Urteil zu kommen, hatte IVFP 73 Riester-Rentenversicherungstarife von 54 Versicherern anhand von 83 Kriterien untersucht. Legt man eine durchschnittliche laufende Verzinsung von derzeit 3,64 Prozent zu Grunde, falle die jährliche Rendite nach Steuer noch höher aus.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

Um diese Renditen zu erzielen, müssen die Riester-Kunden allerdings auch die vertraglichen und steuerlichen Rahmenbedingungen optimal nutzen, zum Beipiel die staatliche Zulagen voll ausschöpfen, betont IVFP-Analyst Georg Goedeckemeyer.

Je geringer das Jahresbrutto desto höher die Förderquote

Als Faustregel gilt: je geringer das Jahresbrutto desto höher die Förderquote. Aber auch Gutverdiener profitierten über die komplette steuerliche Förderung der Riesterbeiträge, so das IVFP. “Folglich gibt es nur Gewinner, unabhängig davon, ob man über ein hohes oder niedrigeres Einkommen verfügt”, heißt es weiter.

Seite zwei: Fondssparpläne nutzen Aktien [3]Trotz dieser erfreulichen Nachrichten stagniert das Riester-Geschäft in den meisten Segmenten. Während im Versicherungsgeschäft [4] der Bestand an Verträgen sogar rückläufig ist, können Fondsparpläne und Wohn-Riester [5]-Verträge nach den aktuellen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums zumindest noch leichte Zuwächse erzielen.

Insbesondere die Fondssparte konnte im ersten Halbjahr 2014 ein Plus von 11.000 Verträgen erzielen. Der Bestand liegt dort bei knapp 3,04 Millionen Verträgen. Besonders erfolgreich ist in diesem Segment die Fondsgesellschaft der genossenschaftlichen Bankengruppe unterwegs.

Fondssparpläne nutzen Aktien

Die Riester-Produkte von Union Investment allein weisen ein Volumen von insgesamt zehn Milliarden Euro auf. Für Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment, liegen die Vorteile der Fondsvariante auf der Hand.

“Fondssparpläne sind besonders geeignet, da sie in Aktien investieren können und gleichzeitig der Verlust des eingezahlten Geldes und der Zulagen zum Beginn der Auszahlphase ausgeschlossen ist. Welche Renditen mit Fondssparplänen erzielt werden konnten, zeigt das Beispiel des meistverkauften Riester-Produktes in Deutschland, der UniProfi Rente: Ein Riester-Sparer der ersten Stunde kam bis Juli 2014 damit auf eine Rendite von jährlich sieben Prozent – und dies ohne Zulagen und nach Abzug der Kosten. Unter Berücksichtigung der Zulagen waren es für einen Single bereits 8,7 Prozent und für eine vierköpfige Familie sogar 16 Prozent. Mit diesen Renditen ist der pauschale Vorwurf, dass sich Riester nicht lohnt, eindeutig widerlegt”, so Erling.

Und auch das IVFP stößt in dasselbe Horn und warnt davor, die aktuelle Niedrigzinsphase als Argument für eine Inaktivität in Sachen Riester-Rente zu nutzen. “Bei einer Laufzeit von 20 bis 30 Jahren ist davon auszugehen, dass das Zinsniveau irgendwann wieder steigen wird. Dass sich das dann wiederum positiv auf die Rendite eines Riester-Vertrags auswirken wird, ist logisch”, sagt Experte Nobis.

Denn es zeige sich, dass die zuvor genannte Rendite von 8,7 Prozent auf 9,9 Prozent klettert, wenn sich der Zins nur um gerade einmal 0,9 Prozentpunkte erhöhen würde. (fm)

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