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“Unbewusst Öko”

Das Thema “Öko” ist längst keine isolierte Nische, meint Gunter Schäfer, Marketing Direktor bei Ökoworld. Er sieht in dem Thema einen sich vergrößernden gesellschaftlichen Trend.

Gastbeitrag von Gunter Schäfer, Ökoworld

Gunter Schäfer, Ökoworld: “Öko ist gesellschaftsfähig geworden und ein Stück weit in der Normalität angekommen.”

Wer denkt “Öko” bedeutet isolierte Nische und Konsumverzicht – der sollte sich einmal den Konsumalltag vieler Ottonormalverbraucher vor Augen führen, und die Temperatur der Trendwende bewusst fühlen. Aber: Wie erreicht man Menschen mit dem ethisch-ökologischen Ansatz in der Kapitalanlage und der Altersvorsorge?

Es geht darum, Menschen zu erreichen und anzusprechen, die mit “Öko” eigentlich bewusst nichts zu tun haben. “Öko” vielleicht sogar durch unbelegte Vorurteile negativ empfinden. Sich aber Tag ein Tag aus sehr ethisch-ökologisch-sozial im modernen Sinne verhalten. Ohne dies jedoch bewusst zu tun. Im Konsumverhalten. In der Ernährung, Körperpflege, Mobilität, der Kommunikation, der Energienutzung, der Wahl des Optikers, in der Fitness, beim Genuss von Süßigkeiten und anderen Begleiterscheinungen des Alltags.

Ethisch-ökologische Erlebniswelten

Wir sprechen also von ethisch-ökologischen Erlebniswelten im normalen Tagesablauf. Klar ist, dass viele Menschen in dem festen Glauben sind, dass ethisches und ökologisches sowie soziales Leben/Konsumieren (und abgeleitet auch Investieren) ein isoliertes Nischendasein fristet und doch mehr „exotische Birkenstockträger und Körnerfresser“ bedient. Gut und schön.

Eine spannende Herangehensweise ist aber, den Menschen vor Augen zu führen, mit wie vielen „ethisch-ökologisch und sozial geprüften“ Unternehmen und Marken jeder bzw. viele von uns tagtäglich zu tun haben, ohne zu wissen, dass diese Produkte und Helferlein Einzug in ein ethisch-ökologisches Verhalten gefunden haben. Also doch “unbewusst Öko” oder “Öko 2.0”. Viele Menschen sind also mehr “Öko” als sie denken.

 

Seite zwei: Öko im Alltag [1]

Praxisbeispiele: Man putzt sich nach dem Aufstehen mit der elektrischen Zahnbürste von Philips die Zähne, duscht mit herrlichem Duschgel von L´Occitane, bereitet sich ein leckeres Biomüsli von Hain Celestial zu, springt auf das Fahrrad mit den Komponenten von Shimano, trinkt auf dem Weg zur Arbeit einen fairen Kaffee bei Starbucks und beseitigt die Kaffeeflecken mit einem Tempo von Svenska Cellulosa.

Eine schicke Pulsuhr von Garmin schmückt das Handgelenk, um die sportlichen Erfolge auf dem Weg zur Arbeit zu messen. Begeistert schaut man auf die Elektroflitzer von Tesla, die emissionsfrei durch die Umweltzonen flitzen.

 Öko im Alltag

Von unterwegs regelt man via Smartphone bei strahlendem Sonnenschein noch eben die Klimaanlage von Wolf Heiztechnik (Centrotec Sustainable) und speist den aktuell mit der Sunpower Anlage erzeugten Sonnenstrom vom Dach in die eigenen Geräte ein. Kommt der Strom nicht vom Dach, bezieht man diesen vom Anbieter Naturstrom. Ein Webinar wird mit der Cloud-Lösung von VMWare noch am späten Vormittag abgehalten. In der Mittagspause wird noch kurz auf ebay gesurft, um für die Kinder ein paar Second Hand Klamotten zu ersteigern. Der Anruf bei Fielmann wegen der neuen Brille passt dazwischen, und auf dem Heimweg werden im dm Markt ein paar Osram Energiesparlampen besorgt.

Im Biomarkt wird frisch eingekauft sowie Schokolade von Lindt & Sprüngli für den Couchabend vor dem Fernseher organisiert. Und dann soll es ja auch noch Menschen geben, die davon profitieren, dass sie in Aktien (Investmentfonds) investieren, die genau in diesem Kreislauf gute Rendite erwirtschaften. A propos Aktie, die Ökoworld-Fondsmanager schmökern mehr als gerne in der Financial Times, die neben dem Kinder- und Schulbuchverlag Penguin zum Konzern Pearson gehört.

 

Seite drei: Lieblingsmarken der Deutschen [2]

Der Aha-Effekt: Alle oben genannten Konsumartikel befinden sich in den auf Ethik, Soziales und Ökologie geprüften Anlageuniversen der Ökoworld. Unterstützende Argumente und Nachweise für diese nachhaltige Entwicklung liefert auch das Ergebnis der diesjährigen Studie “Die Lieblingsmarken der Deutschen” der Brandmeyer Markenberatung. Ganz nach dem Motto “Bio schlägt Brause und Tesla steht bereits in den Startlöchern.”

In der Kolumne der Wirtschaftswoche steht dazu online am 4. November 2014: “Coca-Cola, im vergangenen Jahr noch die bestplatzierte Lebensmittelmarke, verliert elf Rangplätze. Die Marke – nunmehr auf Rang 25 – muss sich sogar von der Bio-Marke Alnatura schlagen lassen, die zum ersten Mal den Aufstieg in die Top 50 der beliebtesten Lebensmittelmarken schafft und gleich auf Rang 12 landet. Bei Frauen steht Bionade sogar auf Platz sieben.

Trend-Marken bauen ab

Die klebrige US-Brause liegt inzwischen gleichauf mit dem Bio-Pionier Demeter, der es ebenfalls unter die bestplatzierten Marken schaffte. Bio schlägt Brause. Selbst mit den Trend-Marken Apple und Samsung geht es bergab. Es stellt sich nun die Frage: Wann sind die Nächsten dran? Wann stürzen Nivea und womöglich auch BMW und Audi in der Gunst der Verbraucher ab? Tesla steht bereits in den Startlöchern.”

Prima! Die Trendwende ist also auf dem richtigen Weg. Öko ist gesellschaftsfähig geworden und ein Stück weit in der Normalität angekommen. Gemeinsam können wir als Konsumenten und Investoren diesen Prozess weiterentwickeln und dafür Sorge tragen, dass die nachhaltigen Lebensstile an Exotik verlieren und verstärkt an Normalität gewinnen. Weiter so!

Autor Gunter Schäfer ist Marketing Direktor bei Ökoworld.

Foto: Ökoworld