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Dossier: Vermögensverwaltende Fonds

Die Fondsmanager vermögensverwaltender Fonds wollen stabile Erträge erzielen, indem sie unterschiedliche Anlagen in einem Portfolio kombinieren. Wenn die Unsicherheit auf dem Börsenparkett zunimmt, können sie zeigen, ob sie ihren Ansprüche gerecht werden.

Momentan sind die Börsenkurse im Sinkflug. Seit Juli hat der deutsche Aktienindex Dax bereits knapp zehn Prozent nachgegeben: “Die Volatilität an den Aktienmärkten hat sich zurückgemeldet”, bestätigt Eduardo Mollo Cunha, Vertriebschef beim Münchener Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz. Neben den Nachrichten von den Krisenherden Ukraine und Naher Osten macht Cunha dafür auch die Quartalsberichte amerikanischer und europäischer Unternehmen verantwortlich, die zum Teil für heftige Kursausschläge gesorgt haben.

Vermögensverwalter erwartet nervöse Kapitalmärkte 

Nachdem sich vor allem in Europa das charttechnische Bild für Aktien eingetrübt habe, werde sich die Unsicherheit an den Märkten nicht so bald wieder zurückbilden, lautet die Schlussfolgerung: “Es wird volatil bleiben, zumal man immer wieder mit ungünstigen Nachrichten aus den oben genannten Krisenherden rechnen muss. Unser fundamentales Bild einer wenn auch langsamen zyklischen Erholung und weiter niedrigen Zinsen behalten wir bei, so dass wir auch keine nachhaltigen Rückschläge an den Aktienmärkten erwarten und die Aktienquote in der aktuellen Höhe bis auf weiteres beibehalten wollen.”

Eyb & Wallwitz bieten Anlegern neben dem Phaidros Funds Conservative mit maximal 30 Prozent Aktienquote das flexiblere Portfolio Phaidros Funds Balanced an. Die Aktienquote kann zwischen Null und 75 Prozent des Fondsvermögens variieren. Im Schnitt lag der Aktienanteil seit Auflage bei rund 35 Prozent. Aufgrund der angenommenen fortschreitenden Normalisierung in den großen Volkswirtschaften liegt die Quote derzeit bei rund 52 Prozent, während Anleihen etwa 44 Prozent des Portfolios ausmachen.

Seite zwei: Anleihen bieten nur niedrige Zinsen [1]

Das sehen die Experten beim Vermögensverwalter der Deutschen Bank ähnlich: “Die Erholung geht mittlerweile in das sechste Jahr, und noch immer liegt die Kapazitätsauslastung in den USA, im Vereinigten Königreich und vor allem in der Eurozone unter den Niveaus historischer Aufschwünge. Damit zeigt sich erneut, dass Bilanzkrisen lange Schatten werfen. Statt zu konsumieren oder zu investieren, spart der Privatsektor und baut seine Schulden ab”, so die Analyse von Asoka Wöhrmann, Chief Investment Officer bei der Deutschen Asset & Wealth Management.

Mehrere Multi-Asset-Fonds am Start

Die Gesellschaft hat gleich mehrere Multi-Asset-Fonds wie etwa den DWS Sachwerte oder den DWS Concept Kaldemorgen am Start. Der CIO glaubt trotz der momentan sinkenden Kurse, dass immer mehr Anleger zu Aktien greifen, um einen “Ausweg aus dem Rendite-Dilemma zu finden”.

Gemeint sind die niedrigen Zinsen, die mit Anleiheinvestments zurzeit einzuheimsen sind. Lediglich knapp über ein Prozent per annum wird etwa für zehnjährige deutsche Staatsanleihen geboten. Die von Wöhrmann empfohlene Allokation eines ausgewogenen Portfolios für deutsche Kunden: Anleihen machen 47,6 Prozent, Aktien 41,6 Prozent und alternative Investments wie Rohstoffe knapp elf Prozent aus.

Investieren nach Programm

Anders als die genannten Konzepte beruht der risikoparitätische Ansatz der Hamburger Fondsgesellschaft Aquila Capital nicht auf Prognosen, welche der Asset-Klassen ertragreicher sind: In Anlagen mit hohem Risiko, also höherer Volatilität, fließt weniger Kapital, während in Anlageklassen mit niedrigem Risiko mehr Kapital investiert wird. Ziel ist, dass jede Anlageklasse gleich viel zum Gesamtrisiko des Portfolios beiträgt, die Assets also risikoparitätisch gewichtet sind.

Seite drei: Franzosen mit Europafokus [2]Nach Angaben von Aquila hat der Fonds AC Risk Parity seit Auflage der Strategie im Jahr 2004 sein Vermögen mit Ausnahme von 2013 jedes Jahr vergrößert. “Bei Krisen, die durch fundamentalwirtschaftliche Entwicklungen begründet sind, werden Verluste in einzelnen Anlageklassen häufig durch Gewinne in anderen Anlageklassen ausgeglichen”, lautet die Analyse des Teams für quantitative Anlagestrategien.

Franzosen mit Europafokus

Das Angebot vermögensverwaltender Fonds wächst munter vor sich hin. Auch der französische Vermögensverwalter DNCA hat für deutsche Anleger mit dem DNCA Invest Eurose und dem DNCA Invest Evolutif zwei Offerten parat.

Philippe Champigneulle gehört zum Fondsmanager-Trio des Eurose: “Dieser defensive Mischfonds stellt eine Alternative zu Rentenfonds oder Geldmarktprodukten dar. Der Fonds investiert ausschließlich in Euro und nutzt keine Derivate. Er kann maximal 35 Prozent des Vermögens in Aktien, maximal 30 Prozent in Wandelanleihen und bis zu 100 Prozent in Anleihen oder Geldmarktpapiere investieren. Ebenso wie der Evolutif, der eine höhere Aktienquote nutzen kann, hat der Eurose die zurückliegenden Kalenderjahre mit jeweils meist zweistelligen Zuwächsen absolviert, nur in 2011 gab es ein Minus von rund 1,5 Prozent.

Der Trend zu gemischten Portfolios nimmt bislang noch weiter zu. Die geringe Begeisterung der deutschen Kundschaft für Aktien sowie die Vertriebssituation hierzulande werden ihn weiter stärken. Allerdings werden weitere Turbulenzen an den Finanzmärkten auch die Fähigkeiten der Fondsmanager auf den Prüfstand stellen, in ihrem riesigen Anlageuniversum die richtigen Anlagen zu finden.

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