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“Mit gutem Gefühl investieren”

Igor de Maack leitet für die französische DNCA Investments den Aktienfonds DNCA Invest Infrastructures. Im Interview erklärt der Fondsmanager die Vorzüge von Infrastrukturanlagen.

DNCA [1]

Igor de Maack, DNCA Investments

Warum setzen Sie auf Aktieninvestments im Bereich Infrastruktur?

De Maack: Obgleich Aktien ein erhöhtes Potenzial bergen, halten viele Anleger diese Assetklasse nach wie vor für riskant. Der Bereich Infrastruktur beispielsweise bietet jedoch interessante Chancen auf der Aktienseite, in die Anleger mit einem gutem Gefühl investieren können. Vielversprechende Titel finden sich vor allem in den südeuropäischen Ländern, insbesondere auch Frankreich und Italien, auf die momentan zusammen 65,2 Prozent des Fondsvermögens entfällt.

Welche Branchen sind dort besonders aussichtsreich?

De Maack: Investoren sollten zurzeit vor allem auf Elektrizitäts- und Gas-Versorger wie zum Beispiel Enel S.p.A. und GDF Suez setzen. Gleiches gilt für Baukonzerne wie die deutsche Hochtief sowie ihren französischen Wettbewerber Vinci.

Welche ökonomischen Argumente sprechen für dieses Segment?

De Maack: Die Ergebnisse von Infrastrukturtiteln sind meist indexiert. Und das sowohl gegenüber ihrer Nutzung als auch der Inflation. Die Aktien im europäischen Infrastruktursektor profitieren daher allmählich vom einsetzenden Wirtschaftswachstum und der Wiederkehr der Inflation. Und da sie weniger zyklisch als andere Sektoren sind, stellen sie noch kein bevorzugtes Ziel für Investoren dar. Dennoch sind diese Wertpapiere stets ein gutes Anlagevehikel zur Indexierung des Nominalwachstums, also des realen BIPs zuzüglich einer Inflationskomponente. Mit einer attraktiven Nettorendite stellen sie außerdem einen guten Ersatz für Anleihen dar, da die Positionierung flexibler ist. Dabei dürfen Anleger jedoch Dividende und Kupon nicht gleich setzen.

Welchen Unternehmensaktien trauen Sie zurzeit besonders kräftige Kurssprünge zu?

De Maack: Wir haben jüngst die Position beim spanischen Flughafenbetreiber Aena ausgebaut, um vom Wiederaufschwung im spanischen Luftverkehr zu profitieren. Zudem haben wir am Börsengang des Tochterunternehmens von Abertis für Netzwerkmasten, Cellnex, teilgenommen. Diese Titel sind von strategischer Bedeutung für Telekommunikationsbetreiber und Anbieter von TV-Inhalten. Außerdem haben wir uns bei der spanischen Baufirma FCC eingekauft, was wir mit einer teilweise Aufgabe der Position in Umweltdienstleister Véolia finanziert haben.

Interview: Marc Radke

Foto: DNCA Investments