„Der Markt für passive Produkte wächst“

Ali Masarwah nimmt als Chefredakteur des Fondsanalysehauses Morningstar regelmäßig den ETF-Markt unter die Lupe. Im Interview nennt der Experte die wichtigsten Trends und erklärt, worauf Anleger bei der Auswahl von Indexfonds unbedingt achten sollten.

Ali Masarwah: „Aktive Fonds werden bei den provisionsbasierten Vertrieben eingesetzt, ETFs dagegen oft von Honorarberatern bevorzugt.“

Cash.: Die Wachstumsraten des Indexfondsangebots sind immens. Wie werden sich die Marktanteile Ihrer Meinung nach entwickeln und können auch künftig aktive und passive Anlagestrategien nebeneinander existieren?

Masarwah: Auf jeden Fall. Beide Managementformen haben ihre Berechtigung. Zudem fördert die Vertriebsstruktur in Deutschland – wie in vielen anderen europäischen Märkten auch – beide Strategien: Aktive Fonds werden bei den provisionsbasierten Vertrieben eingesetzt, ETFs dagegen oft von Honorarberatern bevorzugt. Der Markt für passive Produkte wächst insgesamt auch in Europa.

Derzeit sind rund 13 Prozent des europäischen Fondsmarktes „passiviert“ (ETFs und nichtbörsenkotierte Indexfonds), der Anteil wird wachsen. Ob der europäische Markt für passive Produkte in den nächsten zehn Jahren auf ein Drittel zulegen wird, wie es in den USA der Fall ist, vermag ich aber nicht zu beurteilen. Das dürfte auch mit der Regulierung des Vertriebs zusammenhängen.

Können Anleger ihre Altersvorsorge ausschließlich mit ETFs bestreiten?

Überall, wo aktive Fonds zum Einsatz kommen, können ebenso gut auch ETFs eingesetzt werden: bei fondsgebundene Policen (dritte Schicht), in der Riester- Rente (zweite Schicht) und auch der Rürup-Rente.

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Meine Vermutung ist aber, dass in der dritten Schicht, also bei der freien, nichtstaatlich geförderten Vorsorgeebene das stärkste Wachstum von ETFs stattfinden wird.

Seite zwei: „Die USA sind uns 20 bis 30 Jahre voraus

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