ETF-Trend: „Erst informieren, dann investieren“

Nicht alle Vermögensverwalter sind vom Siegeszug der Indexfonds uneingeschränkt begeistert. Dr. Georg Graf von Wallwitz, Geschäftsführer der Münchener Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement, warnt vor Anlagefehlern, die bereits mit konventionellen Fonds oder Aktien gemacht wurden.

Gefahren können auch von scheinbar breit diversifizierten Indizes ausgehen.

Wallwitz setzt selbst ETFs ein, spart aber dennoch nicht an Kritik: „Mich stört, dass die Finanzindustrie diese Produkte als Lösung aller Probleme verkauft. Zwar ist zu befürworten, wenn durch Indexfonds die unfähigen und nur dem Namen nach aktiven unter den Fondsmanagern – was rund die Hälfte betreffen dürfte – verschwinden. Doch das Grundproblem bleibt: Wie lässt sich der Anleger vor sich selbst beschützen? Nun werden die Fehler, die bislang mit konventionellen Fonds oder Aktien gemacht wurden, mit Wonne in ETFs gemacht.“

Immer wiederkehrende Anlagefehler

Was der Fondsmanager der Phaidros-Funds meint, sind die immer wiederkehrenden Anlagefehler, die vor allem privaten Kunden unterlaufen.

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Dazu gehören insbesondere die Annahme, mit einem geschickten Timing die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte finden zu können, sowie das zu geringe Streuen des investierten Kapitals. Beides kann zu herben Rückschlägen führen.

Und die Indexfonds-Branche fördert das Fehlverhalten von Anlegern sogar noch, wie Wallwitz meint: „Die ETF-Industrie aber beflügelt diese ,Leidenschaften‘. Immer mehr Indexfonds auf Branchen, Länder, Regionen sowie gehebelte und doppelt gehebelte Varianten setzen der Fantasie keine Grenzen. Statt einer heißen Aktie oder einem Themenfonds werden zunehmend heiße Sektor- oder Länder-ETFs angeboten, die abseits von Fundamentaldaten und Einzelwertbetrachtungen zum gedankenlosen Investieren verleiten.“

Seite zwei: Nicht alles auf ein Pferd setzen

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