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Studie: Drahtseilakt für Anleger zwischen Gewinnpotenzial und Verlustrisiko

State Street Global Advisors (SSGA) hat eine internationale Untersuchung veröffentlicht, die die großen Herausforderungen der Investoren bei der Balance von Gewinnpotenzialen und Verlustrisiken aufzeigt.

Risikobewertung wird immer wichtigere Messgröße.

 

Der Renditedruck führt laut State Street zu spürbaren Widersprüchen im Anlegerverhalten in drei wichtigen Bereichen: Vermögensallokation, Markterwartungen und Absicherungsstrategien gegenüber Marktrückgängen. Wie die Studie zeigt, haben 63 Prozent der befragten internationalen Anleger ihre Bestände an Aktien aus den entwickelten Volkswirtschaften erweitert und einer von zwei Anlegern (48 Prozent) hat seine Bestände an Aktien aus den aufstrebenden Volkswirtschaften in den vergangenen sechs Monaten erhöht.

Marktkorrektur erwartet

Dennoch rechnet eine Mehrheit der befragten Anleger (60 Prozent) kurzfristig mit einer negativen Marktkorrektur zwischen 10 und 20 Prozent, und zwar sowohl in den Aktienmärkten der entwickelten Volkswirtschaften, als auch in den Schwellenländermärkten.

Wachstumsabschwächung als Korrekturauslöser

Darüber hinaus glaubt fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent), dass der Markt überbewertet und eine Korrektur überfällig ist, wobei die befragten Anleger die Konjunkturverlangsamung in den aufstrebenden Volkswirtschaften und steigende geopolitische Risiken als Hauptgründe angeben. 65 Prozent der Umfrageteilnehmer nennen Finanzierungsdruck als den Hauptgrund für ein erhöhtes Engagement gegenüber Aktien in den vergangenen sechs Monaten.         53 Prozent der befragten Anleger würden gerne ihre Investitionen in Aktien verringern, sehen aber keine Alternative, weil die Renditen in anderen Anlageklassen so niedrig sind.

Aktienpositionen werden dennoch aufgestockt

“Der Druck, eine adäquate Wertentwicklung zu erzielen, bewirkt einen erheblichen Widerspruch im Hinblick darauf, was Anleger glauben und welche Maßnahmen sie ergreifen. 65 Prozent der Anleger nennen Finanzierungsdruck als Grund für ein gestiegenes Engagement gegenüber Aktien in den vergangenen sechs Monaten. Allerdings werden die Aktienpositionen trotz einer hohen Erwartung, dass der Aktienmarkt fällig bzw. überfällig für eine Korrektur ist, aufgestockt”, so Daniel Farley, Chief Investment Officer der Investment Solutions Group von SSGA.

Suche nach Absicherungsstrategien

“Dieser Widerspruch und die sich verbreitende Auffassung, dass die hohe Volatilität anhalten wird, erhöht den Bedarf an adäquaten Absicherungsstrategien gegen Marktrückgänge. Während Anleger ihre Investitionen in risikoreichere Vermögenswerteerhöhen, sollten sie gleichzeitig auch darüber nachdenken, wie sie Risiken eliminieren können, denen kein Mehrwert gegenüber steht.”

Die Umfrage bringt zum Vorschein, dass ein fehlendes tiefgründiges Verständnis von Absicherungsstrategien gegen Marktrückgänge zusammen mit den negativen Erfahrungen, die Anleger in vorangegangenen Marktabschwüngen mit traditionellen Absicherungsansätzen gemacht haben, die Anleger gegenüber einer potenziell hohen Marktvolatilität anfällig macht.

Seite zwei: Optimismus fehl am Platz? [1]

Traditionelle Diversifizierungsstrategien gefragt

Das Trauma, das die weltweite Finanzkrise hinterlassen hat, spiegelt sich darin wider, dass 84 Prozent der Umfrageteilnehmer irgendeine Form von Absicherungsstrategie anwenden, oftmals eine dynamische Vermögenswertallokation. Allerdings vertrauen viele Anleger trotz der Korrelationskonvergenz während der weltweiten Finanzkrise weiterhin einer traditionellen Diversifizierungsstrategie. Eine solche Strategie hielten 65 Prozent der Befragten allein als ausreichend, um ihre Portfolios abzusichern.

Optimismus fehl am Platz?

Grundsätzlich herrschte unter den Anlegern ein hohes Maß an möglicherweise nicht gerechtfertigtem Optimismus, denn neun von zehn Anlegern waren zuversichtlich, dass ihr Portfolio eine größere Marktkorrektur gut überstehen wird.

Beratung für Optionen gegen Abschwünge gefragt

“Unsere Umfrage zeigt, dass Vermögensverwalter die Anleger besser über ihre Optionen im Hinblick auf Absicherungsstrategien gegen Marktabschwünge aufklären müssen. Dies bedarf einer Zusammenarbeit mit den Kunden, damit gemeinsam Lösungen entwickelt werden können, die das richtige Maß an Absicherung bieten”, fügte Farley hinzu.

Für die SSGA Untersuchung, durchgeführt in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Forschungsinstitut im Januar 2015, wurden 420 Anleger befragt, darunter CEOs, CIOs, Portfoliomanager und Direktoren in 13 Ländern aus Europa, Asien und den USA. (fm)

Foto: Shutterstock