- Finanznachrichten auf Cash.Online - https://www.cash-online.de -

Goldfonds verzeichnen im Februar Verluste von vier Milliarden Dollar

Das Goldfieber scheint vorbei zu sein. Wenn das Interesse von Hedgefonds ein Maßstab ist, gibt es wenig, was derzeit für Begeisterung bei Gold sorgt.

Die Netto-Kaufposition in Gold ist in der Woche zum 17. Feburar um 18 Prozent auf 110.164 Termin- und Optionskontrakte gesunken.

Selbst als Griechenland mit seinen Gläubigern rang, zogen sich spekulative Investoren aus dem Edelmetall, das als sicherer Hafen gegen wirtschaftliche und politische Turbulenzen gilt, zurück. Vermögensverwalter haben ihre Netto-Kaufpositionen so stark reduziert wie seit 15 Wochen nicht mehr, zeigen US- Regierungsdaten.

Der stärkere Dollar und die Rekord-Bewertungen weltweiter Aktien schmälern die Attraktivität von Gold als Wertspeicher. Nachdem die gesamte Marktkapitalisierung der Aktien in der vergangenen Woche die Marke von 67 Billionen Dollar durchbrochen hat und der Dollar auf dem höchsten Niveau seit mindestens einem Jahrzehnt notierte, erreichten die Verluste von durch Gold unterlegten börsennotierten Produkten vier Milliarden Dollar.

“Negativ für Gold gestimmt”

“Längerfristig sind wir weiterhin negativ für Gold gestimmt”, sagt Jack Ablin, Chief Investment Officer bei BMO Private Bank in Chicago. “Ich sehe es als Absicherung. Wenn nichts passiert, dürfte damit Geld verloren werden. Die meiste Zeit passiert nichts. Als Risiko-Aktiva sind Aktien meiner Meinung nach attraktiver.”

Die Netto-Kaufposition in Gold ist in der Woche zum 17. Feburar um 18 Prozent auf 110.164 Termin- und Optionskontrakte gesunken, wie aus Daten der U.S. Commodity Futures Trading Commission hervorgeht. Es war der dritte Rückgang in Folge, die längste Abwärtsbewegung seit November. Die Verkaufspositionen kletterten um 44 Prozent, der stärkste Anstieg seit August.

Die Terminkontrakte sind in der vergangenen Woche an der Comex in New York um 1,8 Prozent auf 1204,90 Dollar je Unze gesunken, während der Bloomberg Commodity Index um 1,7 Prozent nachgegeben hat. Der Bloomberg Dollar Spot Index stieg um 0,4 Prozent. Der US-Aktienindex S&P 500 zog um 0,6 Prozent an und erreichte am 20. Februar ein Rekordhoch.

Seite zwei: Gold lockt wenig Käufer [1]Die Sondersitzung der Euroraum-Finanzminister erzielte eine vorläufige Einigung, womit Hilfsgelder weiterhin nach Griechenland fließen können. Aber selbst vor der Einigung konnte Gold wenig Käufer anlocken, die Bestände in weltweiten börsennotierten Goldprodukten waren in der vergangenen Woche kaum verändert bei 1671,8 Tonnen, wie aus von Bloomberg zusammengestellten Daten hervorgeht.

Auch Hedgefondsmanager John Paulson zeigt wenig Enthusiasmus für das Edelmetall. Der milliardenschwere Investor hat seinen Anteil am größten börsennotierten, durch Gold unterlegten Fonds das sechste Quartal in Folge unverändert belassen. Per 31. Dezember hielt Paulson & Co. 10,23 Millionen Aktien am SPDR Gold Trust, wie aus einer Meldung in der vergangenen Woche hervorging.

Der Goldpreis ist in den zwei Jahren bis 2014 um 29 Prozent abgesackt, nachdem die Aktienkurse anzogen und die US-Wirtschaft an Schwung gewann. Die Terminkontrakte haben im Februar bisher 5,9 Prozent nachgegeben und steuern auf ihren ersten monatlichen Rückgang seit Oktober zu.

“Angesichts des starken Rückgangs im letzten Monat bin ich für Gold sicherlich positiv gestimmt”, sagt indes Adrian Day, Präsident von Adrian Day Asset Management in Annapolis, Maryland, am 19. Februar. “Das Sitzungsprotokoll der Federal Reserve war extrem positiv. Je länger die Fed so weiter macht, desto schwieriger wird es für sie werden, die Zinsen anzuheben, weil sie mehr und mehr auf perfekte Bedingungen warten.”

Aus dem Sitzungsprotokoll der US-Notenbank vom Januar ging hervor, dass einige Währunghüter dafür plädierten, die Zinsen noch länger nahe Rekordtiefs zu belassen. Höhere Fremdkapitalkosten reduzieren die Attraktivität von Gold, weil das Edelmetall in der Regel Ertrag über höhere Goldpreise einbringt.

Quelle: Bloomberg

Foto: Shutterstock