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“Leistungen der Asset Manager vergleichbar machen”

Cash. sprach mit Klaus-Dieter Erdmann, Geschäftsführer bei MMD Multi Manager, über die Einführung und Funktion der neuen Informationsplattform assetstandard.com.

Klaus-Dieter Erdmann, MMD: “Transparenz ist ein Qualitätsmerkmal.“

Cash.: Sie haben die Plattform Asset Standard gelauncht. Was waren die Gründe?

Erdmann: In der Tat waren es mehrere Günde, die zu Asset Standard geführt haben. Die vier wichtigsten waren die Aktualisierung der bisherigen MMD-Portale auf den neuesten Stand der Technik, die Ausweitung des Betrachtungsspektrums auf Fondsvermögensverwaltungen – die sich in jüngster Zeit zunehmender Beliebtheit bei den Beratern erfreuen – und individuelle Vermögensverwaltung [1]. Damit alles, was sich unter vermögensverwaltenden Produkten erfassen lässt. Darüber hinaus wollten wir anerkannte, einheitliche Standards für die Klassifizierung, Segmentierung und Analyse/Bewertung zwecks weiterer Verbesserung der Transparenz und Vergleichbarkeit der vorgenannten Produkte schaffen sowie die zielgruppenorientierte Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten für Anbieter und Nachfrager vermögensverwaltender Produkte ausbauen.

Welche Leistungen können Anbieter und Nachfrager erwarten?

In erster Linie versteht sich assetstandard.com [2] als B2B-Portal. Gemeinsam mit unseren neuen Partnern bieten wir den AssetManagern umfangreiche Leistungspakete an, um ihre Produktinformationen und Statements, wie etwa Marktkommentare, aber auch Hinweise auf Webinare und Veranstaltungen, zielgerichtet zu platzieren und so ihre Wahrnehmung in diesem Marktsegment zu erhöhen. Insgesamt deckt das gemeinsame Dienstleistungsangebot von der Beratung bei Auflage über die Erstellung von Factsheets bis hin zur Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit alle für die Anbieter relevanten Themenbereiche ab. Primär ist es aber nach wie vor unser und damit das Ziel von Asset Standard, den Beratern und professionellen Anlegern eine objektive und fachlich fundierte Entscheidungshilfe zu sein. Insofern ist für uns ein hohe Datenqualität und saubere Kategorisierung der Produkte auch weiterhin eine wesentliche Grundlage für die angestrebte Transparenz und Vergleichbarkeit. Wenn Sie heute einen Fernseher, einen PC oder ein Auto kaufen wollen, finden Sie online jede Menge Testberichte, die Ihnen in puncto Informationstiefe und Bewertungskompetenz eine Menge Entscheidungshilfen bieten. Das wollen wir auch für den Bereich vermögensverwaltender Produkte etablieren.

Seite zwei: “Leistungen der Asset Manager vergleichbar machen” [3]Die Umsetzung erfolgte durch die drei Firmen Finance Base, MMD und VWD. Wie ist die Aufgabenverteilung geregelt?

Alle drei Firmen konzentrieren sich bei Asset Standard weiterhin auf ihre eigenen Stärken und bringen diese in die neue Kooperation ein. MMD ist zuständig für die Generierung, die Kategorisierung und die Pflege der Daten sowie die quantitative Analyse. VWD liefert den Zugang und die Infrastruktur für die Verarbeitung im Bereich der individuellen und Fonds-Vermögensverwaltungen sowie der standardisierten Aggregation der Asset-Allokation auf Einzeltitelbasis. Finance base stellt die Fundamental- und Stammdaten bereit, betreibt zusammen mit MMD das Portal auf assetstandard.com und erbringt die Leistungen für die Fondsanbieter. Der Schulterschluss dieser drei Partner bildet das Fundament für Transparenz und Qualität als wichtigstes Kriterium für das Wachstum vermögensverwaltender Produkte.

Wie soll eine standardisierte Bewertung der heterogenen Produkte erreicht werden?

So heterogen sind die Produkte bei genauerer Betrachtung nicht. Eine Fondsvermögensverwaltung ist einem Dachfonds sehr ähnlich und eine individuelle Vermögensverwaltung ist durchaus mit einem VV-Fonds vergleichbar. Sie unterscheiden sich letztendlich nur durch die Hülle mit verschiedenen rechtlichen Rahmenbedingungen und – bislang noch – in der Transparenz. Uns geht es darum, die Inhalte, sprich die Leistungen der Asset Manager vergleichbar zu machen – das ist, glaube ich, eher die Herausforderung! Dabei kommt es, wie gesagt, insbesondere auf eine produktübergreifende, saubere Kategorisierung und Segmentierung, zum Beispiel der Anlageklassen, der Branchen oder Bonitäten an. Ferner geht es auch um einheitliche Berechnungsmethoden für die Kennzahlenanalyse. Beispielsweise sollten die Sharpe Ratios einheitlich mit demselben risikolosen Zins berechnet werden oder auch die verschiedensten Kostenbelastungen dergestalt eingearbeitet werden, dass Renditen, Volatilitäten und andere Kennzahlen wirklich vergleichbar sind. Über kurz oder lang muss auch in den Produktkategorien der individuellen und Fondsvermögensverwaltungen ein einheitlicher Standard für Daten und Transparenz, analog zu den Fonds, generiert werden. Transparenz ist unseres Erachtens ein Qualitätsmerkmal, und wer nichts zu verbergen hat, sollte kein Problem haben, die hierfür benötigten vorhandenen Informationen zu liefern.

Interview: Frank O. Milewski

Foto: MMD