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Anleger sollten bei Hochzinsanleihen ETFs vorsichtig sein

Im aktuellen Niedrigzinsumfeld sind Hochzinsanleihen sehr gefraft. Allerdigs weisen ETFs aus dem Segment einige Tücken auf.

Gershon Distenfeld anaylsiert Hochzinsanleihen-ETFs.

Die globalen Hochzins-Anleihenmärkte bieten ertragshungrigen europäischen Investoren interessante Möglichkeiten. „Doch Anlagestrategien [1], die weltweite High-Yield-Indizes einfach nur nachbilden – wie beispielsweise Exchange Traded Funds (ETFs) –, führen dazu, dass Anleger in den riskantesten Möglichkeiten übergewichtet und in den rentabelsten wiederum untergewichtet sind“, warnt Gershon Distenfeld, Director of High-Yield Debt beim Asset Manager AB.

Gewichtung bei ETFs ungünstig

Denn ETFs weisen für die Suche nach den zukünftig besten Anlagemöglichkeiten strukturelle und von vielen Anlegern unerwartete Einschränkungen auf. „Durch das Begeben weiterer Schuldtitel steigt die Gewichtung des betreffenden Unternehmens in den Anleihenindizes“, so Distenfeld. „Dementsprechend leihen Anleger den größten Schuldnern das meiste Geld. Dies ist gewiss kein vorsichtiger Ansatz, und es kann sich als ausgesprochen schmerzvoll erweisen, wenn die Schwergewichte in Indizes ins Wanken geraten“, erklärt der Experte.

Was aber ist eine bessere Alternative? „Im Gegensatz zu ETFs haben aktive High-Yield-Strategien die freie Wahl, in welche Anleihen sie investieren. Dies eröffnet die Möglichkeit, sich auf Emittenten zu konzentrieren, die gute Fundamentaldaten und solide Kreditkennzahlen aufweisen – und dementsprechend Anleihen zu meiden, deren Abwärtsrisiken ihr Gewinnpotenzial überwiegen könnten“, so Distenfeld. Mit einem Blick auf die Performance untermauert der AB-Experte seine Überzeugung: „Seit der Finanzkrise sind High-Yield-ETFs durchgängig hinter aktiv verwalteten Investmentfonds zurückgeblieben.“ (tr)

Foto: AB