Anleihemärkte: Die Normalisierung ist da

Die Anleihemärkte haben die Investoren mit einer ungeahnten Entwicklung überrascht. Für Chris Iggo, Axa Investment Managers, eine Folge der guten Aussichten für die Weltwirtschaft.

Chris Iggo, Axa IM, analysiert die aktuelle Verfassung an den Rentenmärkten.
Chris Iggo, Axa IM, analysiert die aktuelle Verfassung der Rentenmärkten.

„Die Renditen sind deutlich angestiegen, und seit dem Höhepunkt Mitte August gab es eine eindeutig bearishe Bewegung an den Anleihemärkten“, sagt Chris Iggo, CIO Fixed Income bei Axa Investment Managers. So seien die Kurse am britischen Markt, gemessen am UK Aggregate Bond Index, um 6,8 Prozent gefallen. In den USA und Europa lägen die Verluste bei rund zwei Prozent. Als wichtigsten Grund für die Verluste nennt Iggo eine im Grunde gute Nachricht für die Weltwirtschaft: „Die Ängste vor einer deflationären Entwicklung sind zuletzt deutlich weniger geworden. Dadurch sinkt auch die Notwendigkeit, geldpolitisch gegenzusteuern und die Anleiherenditen noch weiter nach unten zu treiben. Wir befinden uns in der Phase der Normalisierung.“

Pessimismus sinkt in Bezug auf die globale Konjunktur

Insgesamt gebe es weniger Pessimismus in Bezug auf die Entwicklung der globalen Konjunktur. Dass die Renditen britischer Staatsanleihen seit ihrem Tiefpunkt im August um 80 Basispunkte und die Renditen deutscher Bundesanleihen um immerhin 40 Basispunkte gestiegen seien, spiegele dies wider. „Diese Entwicklung kommt nicht überraschend, wenn man bedenkt, wie niedrig die Renditen im Sommer waren und wie sich das Sentiment in Bezug auf die Entwicklung der Konjunktur und des globalen Wachstums seither verändert hat“, erläutert Iggo. „Die pessimistischeren Einschätzungen aus der ersten Jahreshälfte haben sich als unbegründet erwiesen – Chinas Wachstumsrate liegt stabil bei 6,7 Prozent, die Rohstoffpreise haben sich erholt und das Vertrauen auf eine positive Entwicklung der Unternehmensgewinne hat sich zumindest stabilisiert.“ Damit einher gehe auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed noch im Dezember den Leitzins erhöht.

Seite zwei: Potenzial für weiter steigende Renditen

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