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Brexit: Mit US-Anleihen und europäischen Aktien durch den Sturm

Die Luxemburger Fondsplattform Moventum hat sich bereits Monate vor dem Brexit-Votum der Briten mit vier Szenarien auf den Ausgang des Referendums vorbereitet. Der Dollar und die europäischen Aktienmärkte spielten dabei die Hauptrolle zur Entscheidung.

Mit Anleihen lassen sich die Nachbeben des Brexits gut überstehen.

Vor dem Votum wurden US-Anleihen aufgestockt und gleichzeitig europäische Aktien reduziert. Der Bestand an defensiven Mischfonds wurde verringert. „Natürlich konnten auch wir die Entscheidung der britischen Wähler nicht vorwegnehmen“, erklärt Michael Jensen, Executive Vice President bei Moventum. „Doch haben wir für MoventumPlus Aktiv bereits im Rahmen unserer April-Allocation Bestände mit starkem UK-Exposure gegen Eurolandfonds eingetauscht.“ Die Fondsvemögensverwaltung MoventumPlus Private Wealth Management habe zehn Tage vor dem britischen Referendum einen stärkeren Fokus auf US-Anleihen gelegt, die zudem nicht gegen Währungsschwankungen abgesichert waren. „So waren wir bereits vor der Entscheidung gut positioniert“, freut sich Jensen.

Vier Szenarien wurden vorbereitet

Für den Tag nach dem Referendum hatte sich das Anlage-Team von Moventum vier Szenarien zurechtgelegt. „Neben der Entscheidung für oder gegen einen Verbleib haben wir im Vorfeld auch abhängig von Marktbewegungen vier Szenarien entwickelt und gleich am Freitag danach gehandelt“, erklärt Jensen. So habe Moventum am vergangenen Freitag Positionen in europäischen Aktien aufgestockt und dafür defensive Mischfonds verkauft. „Hätte der Euro im Vergleich zum US-Dollar stärker verloren, hätten wir noch umfassendere Anpassungen vorgenommen“, erklärt Jensen. „Mit den bislang umgesetzten Maßnahmen sehen wir unsere Strategien aber vorerst sehr gut aufgestellt.“

Das Anlageteam rund um Jensen sieht in den Kursverlusten der vergangenen Tage Kaufgelegenheiten und rechnet damit, dass die derzeitige politische Situation zwischen Großbritannien und der EU noch einige Monate erhalten bleibt. „Wir sehen Großbritannien in einer schlechten Verhandlungsposition und glauben, dass die EU potenzielle Austrittswillige abschrecken will“, so Jensen.

„Unser proaktives Vorgehen hat es uns ermöglicht, bereits in den Stunden nach Bekanntgabe des Endergebnisses attraktive Positionen aufzubauen, die unmittelbar zur Gesamtrendite unserer Strategien beigetragen haben. Damit haben wir gegenüber anderen Marktteilnehmern, die bis zuletzt nicht an einen Brexit geglaubt haben, einen entscheidenden Vorteil ausgespielt“, so Jensen, „Wir standen einfach in einer anderen Ecke des Raumes als die Mehrheit.“ (tr)

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